Blader door transcripties » Staats- en Universiteitsbibliotheek Carl von Ossietzky, Hamburg



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Abschied de» RetchSpostmtntster« Nr. Sttngt.
Reichspostmintster I»r. Stingl versammelte am
Montag die Beamten de« NeichSpostministertumS zu
einer Abschiedsseier. Staatssekretär Sautier schilderte
di« Leistungen des Minister« aus dem Gebiete
der Reorganisation der Verwaltung nach Jnkrast»
treten de» R e i ch s p o st f i n a n z g e s e tz e S. seine
Verdienste um di« wirtscktastiiche Gestaltung und
Modernisierung de» Betriebes und seine
Fürsorge für die Beamtensckmst. In seiner Erwider»ng
betonte der Minister, daß ei die Frucht treuer
Zusammenarbeit der gesamle» Postl>«amttuschaft
sei. daß daS reiche Eft* Stephans und seiner Nachfolger
erhalten worden sei und dankte allen Mit«
ardeitern für ihre Treue und da« ihm geschenkte
Vertrauen.
Znduslrte und Znlandsmar».
wtb. Düsseldorf, den 1. Februar.
(D r a h t m e l d u n g.)
Der Verein zur Wahrung der gemeinsamen Interessen
in Rheinland-Westfalen und die Nordwestliche
Gruppe des Verein» deutscher Eisen» und
Stohlindustrieller veranstalteten am Dienstag ihre
Februar-Mitgliederversammlung, in der die Be»
deutung de» Binnenmarktes für die deutsche
Industrie behandelt wurde. Eingeleitet wurde die
Tagung mit einer Ansprackw de» Vorsitzenden.
Fabrikbesitzer Frowein (Elberfeld), und mit einer
Gedächtnisrede für den verstorbenen Dr. Ben m e r.
Dann ergriff der
macht, ob es auf die Dauer nicht vorteilhaster ist.
etwa« weniger Geld in die Börse und etwas mehr
in den Konsum und damit in die Produktion «u
lenke». Besonder» ernst ist i» Deutschland da»
Problem des Verhältnisses zwischen
Arbeitgeber und Arbettneluner.
Ter deutsche Arbeitnehmer muh in verstärktem
Masse selbständiger und Partner des llnternchmerS
werden. Die gesellschaftlich« und wirtschaftliche
Emanzipation der deutschen Arbeiterklasse ist ab.
hängig von der geistigen Umstellung unseres Volkes.
Es ist in besonderem Maße Ausgabe des deutschen
IluternehmertumS. der arbeitenden Klasse die staat»,
bürgerliche Einordnung in die nationale Gemein»
schuft zu erleichtern. Auch der in dieser H.teise in
den Staat und die Wirtschast eingeordnete Arbeit»
nehmer braucht die Führung durch das deutsche
Unternehmertum, die sich selbst in veränderten
sozialen und gesellfchuftlichen Verhältnissen durchsehen
wird.
Der Berliner Hochschulprosessor Schlesinger
sprach über die Zukunft der deutschen Auto»
mabilind u st r i e. Vorläufig stehe die deutsche
Automobilindustric mit 118950 Arbeitern weit hinter
der amerikanischen Automobilindustrie zurück,
die mit 1 673 063 Arbeitern arbeite. Die deutsche
Automobilindustrie sei immer noch zu sehr von
jeder Normung entfernt und verliere sich zu sehr
in Einzelheiten. Durch weitere Senkung der Produktiondkosten
müsse das Automobil ein Verkehrtmittel
des Volke» werden, dessen Bedeutung Stadt
und Land anerkennen mühten.
preußische yandelsminlsler Schreiber
da» Wort. Er führte auS: Vor dem großen Kriege
war e» selbstverständlich, daß sich die Wirtschaft in
den Dienst der politischen Machtbestrebunge» stellte,
während sich jetzt auch in der Wirtschaft der Gedanke
der Kooperation über die LandeSgrenzen bin»
weg immer mehr durchgesetzt hat, wie die« in dem
Stahlpakt und der Kalivereinigung zum Ausdruck
kommt. Der Erfolg dieser Bemühungen hängt
wesentlich von dem Fortschreiten der politischen
Versöhnung der beiden großen Länder Deutsch»
land und Frankreich und dem Verschwinden der
sichtbaren Zeugen ehemaliger Feindseligkeit von
deutschem Boden ab. Di« Exportscite unseres
Außenhandels hat sich namentlich, wenn man die
Veränderung des Geldmarktes und die Verkleinerung
des deutschen Wirtschaftsgebietes berücksichtigt,
in den letzten Jahren leidlich entwickelt, bc.
sonders, seitdem wir am 10. Januar 1025 von der
Last der einseitigen Meistbegünstigung befreit wur»
den. fluch die klare und entschlossene deutsche
Außenpolitik hat dazu beigetragen, dem deutschen
Kaufmann in der Welt manche Tür wieder zu
öffnen. Durch Verzicht auf Einfuhr von Rohstofsen
und Waren, die im eigenen Lande gcwonncn
und hergestellt werde» können, muß die
Verbesserung der Einfuhr seit« unserer
Handelsbilanz angestrebt werden. Starke Möglichleiten
hierfür bestehen in der größeren Produktivität
unserer Landwirtschaft und in
den Fortschritten auf dem Gebtete, der Chemie.
Di« entschlossene Jnangrifsnahme eines auf mehrere
Jahre festgelegten Wohnungsbaupro»
gra m m s würde die Wirtschaft beleben und die
Aroeitslosigkeit vermindern. Eine Verringerung
der Arbeitslosigkeit bedeutet aber eine Hebung der
Konsumkraft der Massen.
Durch ein rein schrmatischrS Verbot jeder über»
arbeit läßt sich keine Besserung erreichen.
In einem vollbesetzten Betrieb wird bei vorübergehender
Auftragshäufung eine gewisse llbcrarbeit
nicht entbehrt werden können. Die wichtige Frage
der Überstundenarbeit muß unter Berücksichtigung
der allgemeinen Interessen dsr Volkswirtschaft ge»
regelt werden.
Im Zusammenhang mit den Fortschritten bei
der Behebung der K a p i t a I n o t der Betriebe steht
die weitgehende Belebung deS BörsenverkehrS,
deren Ausmaß allerdings die Frage akut
Der preußische Zorslelal:
Einnahmen von 1014 bi» 1027 um 3« Millionen
gefallen, Ausgaben um 51 Millionen gestiegen!
(D r a h t m e l d u n g.)
Berlin, den 1. Februar.
Der Hauptausschuß deS Preußischen Landtage»
beriet den Haushalt der Forst v e r w al t u ng.
Landwirtschaftsminister Dr. Steiger führte
aus. der B c trieb sübe rfchu ß sei von 73 Mii.
sionen im Jahre 1011 auf 35 Millionen im Etat
für 1927 gesunken. Die Ausgaben seien in
derselben Zeit von 61 Millionen auf 115 Millionen
gestiegen. Es sei zu hoffen, daß die Aufforstung
der Forle u len f>l äch e n in einigen lahren beendet
sein werde. Insbesondere müßten Mittel zum
Erwerb des Waldes derjenigen Güter bereitgestellt
werde», die sür StedlungSzwecke aufgestellt werden.
In zahlreichen Fällen seien Pachtermäßigungen sür
Landpachten, Fischereipachten und dergleichen be»
will igt worden. Deutschland sei auf die Holzeinfuhr
angewiesen da wir mit unserem Holz»
ertrag unseren Bedarf nicht zu decken vermögen.
Der Ctesamtholzertrag Deutschlands betrug im
Jahre 1026 56% Millionen Festmeter, außerdem
seien 0 Millionen Festmeter eingesührt worden. Die
Umwandlung des Staatswaldes in eine Aktiengesellschaft
sei keineswegs beabsichtigt.
In weiterer Aussprache wurde der Haushalt be»
willigt. Mittwoch: Gestütsctat.
Der Barmat-Prozetz.
Berlin, den l. Februar.
(12. Bcrhandlungstag.)
In der TlcnStag-Vcrhandlung gibt der An.
geklagte Julius Barmat an. dost Dr. Bernst
e i n ihm erzählt habe. Schreib jun. sei an
ibit herangetreten wegen einer Liierung der
Stralsund er Spielkarte nfabrik mit
der Chromo. In diesem Zusammenhang sei dann
wohl von einer Bewertung der Chromo mit 0 Mil.
lionen gesprochen worden.
Zeuge Dr. Rühe bekundet, Julius Barmat
hätte im Zimmer von Dr. Hellwig einmal gesagt,
es stehe eine Interessengemeinschaft mit der Slralsunder
Spielkartenfabrik bevor und Schreib jun.
bättc ihm ein Angebot von 6 Millionen auf'seine
Chromo gemacht.
Zeuge Schreib jun. hat weder mit Barm
a t noch mit einem seiner Herren jemals über
die Chromo verhandelt. Nur nach dem Zusammenbruch
der Chromo hat ihn der Liquidator
angerufen, ob die Stralsundcr Spiclkartenfabrik ein
Interesse an einer Interessengemeinschaft mit der
Chromo habe. Das hat Schreib verneint. Er hat
die Chromo damals überhaupt nicht gekannt.
Der Vorsitzende verliest dann ein Gutachten
eines Friedrich Geiger über die Chromo. das zu
dem Ergebnis kommt, daß die Fabrik durchaus unkaufmännisch
und unpraktisch betrieben worden sei.
Es machte den Anschein, als ob der Leiter sie hätte
einem Konzern in die Hände spielen wolle». Ein
Gutachten eines Herrn Beyer aus Altenburg
koinmt zu einem ähnlichen Ergebnis. Die Fabrik
arbeitete mit zu hohen Unkosten.
Zeuge Geh eintrat Rühe bekundet über das
Gespräch mit der Firma Mendelssohn über
die Amexima: Im allgemeinen sei es üolick, dast
solche Auskünfte schriftlich gegeben werden. Bei
dein Vertrauensverhältnis zwischen der Staatsbank
und Mendelssohn sei es aber nicht auffallend, wenn
dies gelegentlich auch tclcphonifch geschah.
Der Vorsitzende stellt fest, dah Barmat damalz
seilten 111-Millionen-Kredit schon weg hatte.
Zeuge Kurtzmeier, Einzelprokurist bei der
Firma Mendelssohn (Berlin) hat ei» derartige»
Telephongespräch über die Amexima mit der Staat»,
bani niemals geführt. Er habe die Amexima nur
dem Namen nach gekannt. Eine Erklärung sei nur
dahin möglich, dast ein anderer Herr aus der
Finanzwelt mit schweizerischem Akzent mit Dr.
Rübe am Telephon gesprochen habe. Die mündliche
AuSkunfterteilung halte er für höchst unwahr»
schcinlich. Zum mindesten wäre sie schriftlich be»
statigt worden. Datz die Firma Mendelssohn wegen
der Amexima befragt worden sei, ist dem Zeugen
in Erinnerung.
Zeuge L a b a n d, Mitinhaber der Bankfirma
Laband, Stielst & Ca., überreicht eine Auskunft
der Firma Mendelssohn (Amsterdam) vom
Jabre 1021 über Barmat, in der von angenehmer
Geschäftsverbindung mit der Amexima (Amsterdam)
iin Jabre 1021 gesprochen wird. Eine Auskunst der
Staatsbank über Barmat sei lehr lang gewesen
und habe sehr gut gelautet.
Zeuge Pfennigsdorf, Leiter der Aus»
kunstSabteiluilg der Firma Mendelssohn (Berlin),
erinnert sich gleichfalls nicht, dah von der Firma
eine Auskunft über Barmat an die Staatsbank erteilt
worden wäre. Darüber fei auch nichts bei den
Akten.
Gebcimrat Rugge überreicht eine Bescheidgung
über die Zuwendung einer gröberen Anzahl
an den Verein für Erziehung sittlich
verwahrloster Kinder durch ihn selbst, Dr. Hellwig
und Dr. Rübe im Juni 1021.
Im weiteren Verlaus der Verhandlung verliest
.der Vorsitzende die Niederschrift über eine Unterredung
zwischen Barmat und Geheimtat Rugge, wonach
die Chromo-Aitieit mit Eisen-Matthe?.
Aktie» 1:10 kontrahiert wurden und nunmehr im
Werte von 300 bis 100 Mark je Aktie als Sicherhcit
im Depot der Staatsbank blieben.
Angeklagter Dr. Hellwig gibt an. Geheimrat
Rugge habe ibm die Niederschrift z» de» Akten
übergeben.
Der Vorsitzende stellt dann fest, dasz Chromo
Und München.Bcrnsdorff mil zusammen 1,1 Millirnien
in das mit der Firyra I. Roth St.»®. zu bildende
Konsortium eingebracht wurden. Er fragt
den Angeklagten Julius Barmat, warum et sich
diese niedrige Bewertung habe gefallen
lassen, da er doch den Wert der Chromo allein mit
6 Millionen angenommen habe.
Angeklagter Barmat bemerkt, diese Aktien
seien ja in dem Konzern geblieben. Diesen Vcrtrag
habe Dr. Hcllwig gesehen.
Angekl. Dr. Hellwig bestreitet daS. Die
niedrige Bewertung der CKromo und Münchcn»
Bernsdorsf wäre ihm sonst sofort aufgefallen.
Kruge Henry Barmat gibt an. die be>
treffende Unterredung habe im DirektionSzimmer
seines Bruders in der Mcrkurbank stattgefunden.
Dr. Hcllwig und Dr. Rühe seien dabei zugegen getoqjcn.
Er habe seinen Bruder nachher gefragt,
warum er denn dies alles den Herren von der
Staatsbank zeige, worauf dieser erwidert habe, er
zeige ihnen alle?, was er mache.
Zeuge Dr. Rühe bekundet, er sei öfter nach
Dicnstschluß in der Merkurbank gewesen. Barmal
habe ihn gebeten, mit herüberzukommen.
Die Perhandlung wird dann auf Donnerstag
vertagt.
van hmnel lritt nicht lurttck.
(T ra htme l d u n g.) »
wtb. Tanzig, den 1. Februar.
Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, entspricht
die Meldung des Allgemeen Handelsblad in
Amsterdam, nach der der Tanziger Völkerbunds kammissar
Van Hamel auS persönlichen Gründen van
seinem Amte zurücktreten werde, nickt den Tai»
sacken. (Van Hamel wird beschuldigt. Bezicdungcn
zur Frau des Tanziger Polizcikommandanten zu
unterhalten. Er wird deshalb von der Tanzigcr
Gesellschaft geschnitten. Die Schristl.)
Die neue Mimische Regierung gebildet.
(D r a h t m e l d u n g.)
wtb. Belgrad, den 1. Februar.
DaS neue Kabinett Ususonitsch wurde heut«
mittag gebildet. Die Veränderungen betreffen nur
vier bisher von Mitgliedern der Raditschpartei
innegehabte Mrnisterien. wovon drei an
Slowenen übergingen. DaS wert«, da» HondelSministcri.un,
ist nur interimistisch durch den
radikalen Minister Snnonowihsch besetzt, da Nikitfch
den Eintritt in das neue Kabinett ablehnte.
Das schweizerische Getreidemonopol.
<D ra ht m e I dun g.)
wtb. Bern, den l. Februar.
Der BundeSVat hat die vorläufige Ordnung der
Getreideversorgung und die dazugehörige
Botschaft einstimmig angenommen. Der Beschluß»
entwurs, der aus den Beratungen des Bundesrate»
hervorging, kommt in feiner Gesamtheit zur An»
Wendung b s 30. Juni 1028, umsaht oJfo insbesondere
auch die Abgaben der Ernte dcS Jahre» 1927.
Ulrerdie» gellen die Bestimmungen betreffend die
Übernahme von JnlandSgetreide und Marktprämie
auch für die Ernte de» Jahre» 1028. Über die Frage,
ob da» Einsuhrmonopol Über den 30. Juni Kinau»
dauern soll, behält sich der Bundesrat die Prüfung
vor. Der Bundesrat hielt eS für notwendig, der inländlichen
Getreideproduktion die Zusicherung zu
geben, das; auch die Ernte de» Jahre? 1028 in k»S-beriger
Weise abgenommen und für sie auch die
Marktprämie entrichtet werden soll.
D>« Vertretung der Vereinigten Staden tn
dee Reparutionelomniistwn. Der Neuqork Herald
kündigt an. das, der Beobachter der Bereinigten
Staaten in der Renaration»kommissio». Ralph SP.
Hill, zurückgetreten sei. Er werde ersetzt werden
durch den erste» Botschaftssekretär bei der amerikanischen
Botschaft in Pari», Edwin SPillo».
Keine Ermordung de« General» Protogeross. Po.
lilila erklärt, die von ihr gebrachte Nachricht aus Sofia
von der Eimordung de» Präsidenten de» revolutionären
macedonuchen Komitees, General Prolognoss» sei un
richtig.
«urze polllische üadicKDfen.
gmplänge beim ReiäiSvrnsibenten. Ter Reich.»
präsiident empfing die nenernaiiuien Reick»,» in ister
Schiel«, Hergt und von Keudell, ferner den Prälaten
Monsignorc Steinmann von der deutschen Botschaft
heim Vatikan.
Ter friifirrc südslawische Gesandte, Dr. Zivosin
B a l» gds ch i 1 s ch. der M» zum Mai vorigen
Jahre» sein« Regierung in Berlin Vertrete» hatte
und seither al» Gesandter in Renn tätig war, kehrt
an Stelle de» bisherigen Gesandten Dr. Josip Smodlaka
ans leinen Wunsch an seinen Berliner Posten
zurück und hat bereit» da» Agrement deui'scherseit»
erhalten.
Dr. Frirden»burg Rrgierungsveäsident in Kastel.
Wie die Telcgraphen-'Union erführt, wird Polizei-
Präsident Dr. FriedenSblirg i» kurzer Zeil »»>» Re>
gierungspräsidenlen in Kassel «rnannt wenden. AI»
sein Nachfolger ist der bisherige Veilci der Berliner
.Kriminalpolizei, Regierung Adirektor Dr. Weih, in
Aussicht genommen.
Neuer Termin im Plaurner Ztresrmanii-Prozeh.
In «dem Prozeh gegen den völkischen Rechtsanwalt
Müller in Plauen wegen Beleidigung de» Reichsauhenminister»
Dr. Stresemann ist der neue Verhandlnng»lermiii
auf den '.R. März anhergumt
worden.
Für zeitweilige Aushebung de» Ronnenzolle».
Räch einer Meldung der Vosiischen Zeitung haben
die Sozialdemokraten einen Antrag eingebracht, wonach
vom l. Februar bi» 30. Juni der Roggenzoll
suspendiert wenden soll. Zur Begründmig
weide auf die einhaltende Steigerung der
Roggenpreis« in den letzten Monaten hingewiesen.
Verhandlungen über die Aushebung de« Lichtvermerk».
Nach einer Meldung de» Demokratischen
Zeidungibiciistv» sind die Verhandlungen de» Au»-
wärtigcn Amte» mit Eng land über «die Aushebung
de» Sich!venn«rkS.zmange» so weit forigeschritten,
bah mit einem aussichtsreichen Abschlnh
zu rechyen ist. Weiter sind in der letzten Zeit mit
Burt«ml»iltfl «und Portugal UVrfrftgf übet
Vi« ¥lu'jl)d>utifl fcc» >iichtvermerk»z«>vang«» zum Abfctvluh
göbracht World«». Auch ist da» Att»«wärtige
Amt bei seinen Be«nühungeii zum völlig«» Abbau ixr
Pakntguen» neuerdittg» mit weiteren Otaaten in
Fühlung getreten.
Immer »rnc Maßttgelmigen Deutscher im
Memrlgebirt. W>« die Moinelländische Rundschau
erführt, hat da» BaudeSdireiktorium im Kreise
£>e lifo«! rn g zwei Lehrern, die für Deut'sch.
Land i>ptt«rt hüben, idcn Dienst gekündigt. Auch in
anderen Kreis«» «sollen Kündigungen ausgesprochen
worden fein.
iP iin Mb rmpsiug den belgischen Auftenminister
fanbervelbe. lf» wurde berfucht, «inen modus
vivendi aufzuarbeiten, um belgischen Arbeitern
den Eintritt nach Frankreich zu erleichtern, gleichzeitig
aber auch den 'Schutz französischer Arbeiter
vonzunehinen.
Ter Wunsch de« General» Walch, zum Militärgouverneur
in Slrasfluirg «rnannt zu wenden, wird
nicht in Erfüllung gehen. Im Ministerrat wurde
Ver frühere Dlsrkommandttzrend« in «Marckkko,
Dmision.'geiieral Bo i ch ut, zum «M i 1 i tür g o u -
v e r n e u r in Strasburg ernannt.
Maebonaib für Frirbrn in brr Jnbusleie. I»
einer Rede rief Ramsay Matdoi»ald die tFiihrer «der
Arbeiterpartei und de» Kapital» zugunsten de»
Frieden» in der Industrie an. «Die Arbeiter, sagte
er. sollten ge-meiirjam mit dem Kapital die Verantwortung
in der Industrie tragen.
Lsterrrichisch.italienischer Grenzzwischenfall. Wie
«die amrlicke Aachrichtenstelle mitteilt, ln«t»e» am
Sonnabend HO 'Faschisten die Grenze am
Brenner überschritten und sind ungefähr
100 Schritt ans österreichische» Gebiet vorgedrungen.
Al» die Faschisienableilung einer österreichischen
G c ndar mer i« pa troii i I l e begegnete, kehrte
sie wieder ans italienischen Boden zurück. Einige
Zeit später erschien der Kommandant «der italienischen
Fiuanzioachabbeilung beim österreichischen Gendarmeriepasten
und entschuldigte sich wegen «de»
Vorfall».
Aus dem Reiche.
Schien.
v<tt>. Breslau, den 1. Februar. Beim «vielen
auf einem gefrorenen Teich brachen drei Kna.
den ein. Es gelang nur einen von ihnen zu retten.
Bei den beiden anderen, d e im Alter von
12 Jahren stehen, waren alle WicderbclebungSversuche
vergeblich.
Sachsen.
Tll. Zwickau, den 1. Februar. Der arbeitslose
Ernst Wutzcr au» Silau hat nach anfänglichem
Leugnen seine bisherige» Geständnisse dahin erweitert,
daß er nun zugibt, auch den umfangreichen
Brand bei der Fiachsbereilungsa» stall Schoid«!
& Co. in Oberbohndorf am 27. September vorigen
labreS angelegt zu haben, wobei Werte im Betrage
von etwa 30 000 Reichsmark vernichtet worden find.
Bis jetzt sind Wutzer bereits sieben Brände
nachgewiesen worden.
TU. Leipzig, den 1. Februar. Die sächsische
LandeSwoblfahrtsst-iftung setzt für die beste Lösung
einer PrciSaufgabc über das Thema: Borbet!
gende Fürsorge al S Sparmaßnahme
einen Preis von 1000 Mari? aiu». Die Au'gabe
besteht in der Untersuchung, inwieweit sich Maß
nahmen in vorbcuigciidcr Fürsorge der öffentlichen
oder freien Wohlfahrtspflege, sei cS auf dein Gebiet
der Gesundheitsfürsorge, der Tuberkulosen, Krüppel-
oder Geschlechtskranken, als Sparinaßnahine erwiese»
haben. Die PreiSbewcrbungen sind bis zum
1. Oklolter 1027 an da? sächsische Landcswohlfahrt?,
amt und Jugendamt, Dresden, Tüppclstraße 1. einzureichen.
Provinz Sachsen.
wtb. Magdeburg, den 1. Februar. I» den
henttgen Morgenstunden würbe ein Pvlizetoffizier
auf seinem Kontrollgang von einem
jungen Mann um Unterstützung gebeten und dann
von diesem in einen Hinterhalt gelockt, wo der
Offizier von mehreren Personen überfalle«
und so schwer verletzt wurde, daß an
seinem Auskommen gezweifelt wird. Tie Täter sind
entkam men.
-ö- Halle B/2., den 1. Februar. Auf dein Fördcrschacht
der Grube Alt-Grmtschen bei Zeitz brach
Montag mittag durch F u n k e n s l u g e i n Brand
ans. der den Fördcrschacht und die aas Holz gebauten
Bunkeranlagen sowie einige Wagen mit
Kahlen vernichtete. ES gelang jedoch, die wertvolle
Seilbahn, auf der die Kohle nach Ncu-Groit»
schcn befördert wird, zu erhallen.
Braunsen.
wtb. Blankenburg am Harz, den 1. Februar. Am
©oimiaq «rtranken m einem Teiche bei Blawkenbura
ein Ivjahriger uird «in lkiä.niger Schüler. de if
der Nähe ÄeS Tcxt'ed gerodelt hatten und dabei auf
das des Teiches geraten waren und einbrackren.
Beide kämpften vergebens um ihr Leiben. Als Hilfe
eintraf. waren fi« bereits tot.
Hessen.
Lanterba». den 31. Januar. In diesem Jahre lind
40V Jahre verflossen, das, Laute r b a ch lut h c -
risch geworden ist. Die crlte hessische «ladt, die die
Rcsorinaiioi annahm, um 1525 Altfeld, wo Luther 1521
im alten Gasthaus »um Schwan übernachtet hatte. In
unserem Laulerbach bereitete um 1527 Hermann 111.
Riedcsel den Boden sur die Reformation. Bon den
Statten, an denen damals in Lauterbach die neue Lehre
verkündet wurde, ist heute nicht» mehr vorhanden.
Rhelnprovlnz.
TU. Duisburg, den 1. Februar. Vor dem Schösse
irgemcht fand gestern die dritte Bcrhandluiig gegen
tri« sogenannt«», Koblcnschieber stall. Ein Bureauangestellter
der SipeintionSsirina HnlSmann in
DuiSburg-Ruhvorl hatte mehrere Ausfuhrschetn«,
di« er haufenweise allein in Verwahrung
habt«, vertauft. Die Schein« gingen ohne Zollvermerk
noch durch d>« drill« und werie .Hand, n*rh»
rend d>« bezahltem Suimnen immer höher rvurden.
Tab Gericht verurteilt« oen Augefielllen »vegen
Diobsiahl» zu 100 Mark Geldstrafe. Bon den Hehlern
erthielten ein Wirt 150 Marl, ein Schneider
100 Mark Geldstrafe. Der Staatderi»voll Holl« de»
allen Angeklagten Gesängi, itzstrasen bcanlragt.
7U. Koblenz, den 1. Februar. Da» hiesig«
Schwurgericht beschäftigte sich mit «in«m Altern»
«ati-prozeß, bei dem di« Täter das Loiferder
Atlenilot als Vorbild benutzt hatten. Angeklagt
waren der früher« Sisenbahnarbciler Wilhelm Cor»
»eil, und der Winzer Bloihia» Gobel an» platte».
De Täter hatten auf der Bahnst recke Trier-iKol>.
lenz «ine «isev» e Schwei!« aus da» Geleif«
gelegt, um eiu«n Schnellzug zu<n> Entgleisen zu
dring«». Außerdem haben die Burschen vorher schon
Anschläge auf fahrende /füge vevulbl und wi«>derholt
Züge mit Steinen beworfen, D<a» Gemchi hielt di«
Taler trotz Leugnen» für überführt und verurteilt«
d«n Carueltz zu 5 Jahren und dem Angeklagten
Gobel zu S Jahren Buchthau».
wtb. Trier, den 1. Februar. Amtlich wird ge»
meldet: lstestern nacht gegen 1 Uhr fuhr auf dem
Bahnhof Nennt g infolge falscker Signalslelluiig
e n Güterzug auf «neu I>altenden Güterzug ans.
Der Lokomotivführer wurde getötet, der
Heizer schiver verletzt. Der Sachschaden ist bedeutend.
wtb. Mist». den 1. Februar. Ter Reichsbahn»
angestellte Strohn,ibdel bat aus einem P o it»
beutet für die Reichsbahn Anweisnngen in Höhe
von 550 Mark gestohlen, indem er in den
Beutel Sckmitle machte und.so einen Postraub vortäuschte,
wodurch Postbeamte n den Verdacht de»
Diebstahl» gelommen ioaren.
vanern.
Vt Ib. Canbthut, den 1. Jh'dr.iar. Vor beut
Schwurgericht hatte sich heut« die Löiuhrige «Ichloj»
ffrmelfterltorfjlct Röckl ou» O 6 ftf ii ad& zu
verantworttn bie beschuldigt war, ihr Kind gleich
nach der Geburt «et Stet t u hab«n. In der
Verhandlung gestand die Angeklagte, das, ih r c
Mutt <r die Ni ötberiti de» Kindes sei. Die
Mutier habe Heluimmendstnst« geleistet und nach
der Geburt da» Kind erstickt, und ini Ofen derbräunt.
Vtuf (Mrurnb diese» Geständnissc» sprach da»
Gericht die Röckl frei. Die Mutter, die bereit» wegen
iwisätzlictier Brandstiftung »in Jahr Kuchtha.i» per«
büht bat. wurde in da» hiesige Gesängni» ein«
geliefert.
11. Deutscher Kartosseltag.
N'tk. Berlin, den 1. Februar.
Die Ka r toff clb a u -Gesei lsch af t hielt
beute ibrcn 11. Deutschen Krntoffeltag an. Nach BcgrüßungSworten
des Borsitzenden v. Regenborn
sprach zunächst der Hauptgeschästsführer Fant?
lßerlin) über das Thema „Was kann die Landwirtschaft
ans eigener Kraft tun, um den Kartofsclbau
rcnläbel zu gestalten?" Im Anschluß an das Refe»
rat wurde einstimmig eine Entschließung angcnominen,
in der von der Rcichsrcgicrung in erster Linie
ausreichender Schutz de? deutschen Kartoffclbaus
gegen den ausländischen Wettbewerb gefordert wird.
Die Gttterschlebungen
während der Ruhrdefetzung.
wtb. Düsseldorf, den 1. Februar.
In der heutigen Verhandlung im Prozeß Koch
und Genossen gab der Hauptangeklagte Koch zu.
achtmal einen Schuppen, der drei Waggons
faßte, leer getauft zu haben. Sieben an
Phönix (Düsseldorf) gerichtete Waggons sandte er
nach Brüssel. Leutnant Pahhol von der
Unterkommission der Regie, der nach den Aussagen
eines anderen Angeklagten aus Kochs Schuppen eine
Speisezimmereinrichtung und andere
Sachen erhalten hatte, hatte diese» Zug freigegeben.
Koch behauptete, er habe sich bei all diescn
Sachen nicht? gedacht, da das Reich ja den
Schaden ersetzen würde. Im Jahre 1923 deckten
100 französische Familien ihren
gesamten Bedarf bei Koch zu spottbilligen
Preisen. Als Koch festgenommen
wurde, bot er der deutschen Regierung seine Kenntnijse
an den Schiebungen bei der Regie für 20 000
Mark an.
Berlin.
wtb. Berlin, den 1. Februar. Der 27 Jahre
aste Straßen bahn schaff» er Woschovius aus
Berlin und seine Braut, eine l 8 Jahre alte Hertha
Berg er, die seit 14 Tagen vermißt wurden, sind
gestern hon Waldarbeitern aus Schwarzburg in der
Nähe eine» zum Trippstein führenden Weges mit
Schußwunden tot aufgefunden worden. Tie
Mutter der Braut, die an der Reife teilgenommen
hat, ist noch immer verschwunden.
8. Berlin, den l. Februar. Das Berliner Poli»
zeipräfidium teilt Mit: In der Moabiter Akten»
beseitig» ngSaffäre ist ein österreichischer
Staatsangehöriger verhaftet worden,
dessen Auslieferung nach Wien in den nächsten
Tagen bevorstand, weil er dort wegen anderer
schwerer Straftaten gesucht wurde. Ter Fest»
genommene legte ein umfassendes Geständnis ao,
indem er einen Berliner Kriminalbeamten
schwer belastete. Daraufhin wurde dieser Beamte
gleichfalls festgenommen. Bei feinem Verhör ge»
stand der Beamte, daß er Geschenke, kleinere Geld»
Zuwendungen und auch Einladungen zu Kneipereien
angenommen habe und sich dadurch zu pflichtwidri»
gen Handlungen habe verleiten lassen. Eine tat»
sächliche Aklcnbeseiligung bestreitet der Beamte, und
eine solche Tat ist ihm auch nicht nachzuweisen. Tic
beiden hier festgenommenen Personen sind dem
Beriiehmungcrichler vorgeführt worden, der Hast»
beseht gegen sie erlassen hat. Die Auslieferung de»
österreichischen Staatsangehörigen ist auf Anord»
nung der zuständigen Behörden vorläufig zurückgestellt
worden.
wtb. Berlin, den 1. Fäbruar. Der Berliner
Kriminalpolizei ist es nach monatelangcn Ermitteln»,
gen g.-liingen, .zwei Personen zu verhaften, ldip unter
bem bringest», Veödachi stehen, seinerzeit bei einem
Einbruch im ReichSsinavzzeugamt für
480 000 Mark Zigarttenbanderolen gestohlen zu
halben. Die beiden Perihafteten, Marsal und Miller,
bestreiten jede Schuld. Bei einer früheren Wirtin
Marsal» fanden die Beamten jedoch für 88 000 Mark
Baiiiderolen unter dem Bett versteckt.
DU. Berlin, den 1. Felbruar. In den beiden
Gedäuden de» Amtsgerichte» Potsdam ist gestern
dreimal versucht worden. Fvuer anzulegen. Der
erste Braud würbe im Keller de» Gericklsgebändes
in der entdeckt, wo Papierabfalle
in Flammen standen. Während di« F«u«r-»oehr
im Keller hari gearbeitet halt«, war unterdenen
im Dachgeschoß Feuer angelegt worden. Die Wehr
war gerade abgerückt, al» man Rauch und Flammen
au» einer Dachluke herausschlage» sah. Aus die
erneute Meldung kam die Feuerwehr wieder und
konnte auch wer fämell dad Feuer löschen. Kurze
Feit darauf wurde sie zum dritten Male alarmiert',
diesmal kam aber der Alarm au» dem AmiSgerichlSgebäude
Lindenstraße: dort »var da» Feuer tm
Sitzungssaal« entstandet*.
Brandenburg.
Zvmmerfeld sßczlrk Frankfurt a. Oder), den
1. Februar. In Sommerfeld wurde da» Ehepaar
T schenke ermordet in der Wohnung aufgefunden.
D e Täter haben ein Fenster eingeschlagen, die Eheleute
nn Bette gefesselt und erschlagen Geraubt sind
Kleidungsstücke.und dare» Geld. Einer der Täler
muß sich bei dem Einschlagen der Scheibe verletzt
haben. Di« Täter sind anscheinend morgen« mit dem
Fug nach Berlin gefahren.
vberjchlesien.
wtb. HoHomlb, den 1. ftehruar. Txrd Siitomadil
dte Verlagddireftor« dir ftottotnifrct Zeitung, Mae.
lud, überschlug sich bei einer ftahrt auf hei Tlrahc
tt!otischatkowih-D«>«dFih. Von de» Insassen erlitt
Mr"k»? eine schwere tHehirnerschüttcrung. ? c
wurde fa sch>»er verlevt, das, sie bald
darauf ftettli. Tie lächlet de» luetiot* und der
tarnen mit leichteren Verletzungen davon.
kerne Iroxxritte»
Die Vereinbarungen
über bie Aussuhr und Lagerung
von Kriegsgerät.
Kurz vor RedoktionSschluft erhalten wir
nähere Ängabcn über die Vereinbarungen über
die Ausfuhr und Lagerung von Kriegsgerat.
Der auf Grund dieser Vereinbarungen ausgearbeitete
deutsche Gesetzentwurf gliedert
sich, wie wir erfahren, etiva wie folgt:
Am ß 1 Wird die Ein. und AnSf n h r von
KricgSgerät jeder Art (©äffen, MunÄio» und fon.
stigcs Gerät), smvic seine Herstellung für die
Ausfuhr verboten, Nach 8 2 des Gesetzentwurf»
darf Kriegsgcrät für iuläuvische Verwendung weder
hergestellt, >ioä> anföewahrt oder vechandclt werden.
Im 8 ist in 45 Kiffern zusammengestellt, wclrftt
Massen lind sonstiges Gerät im Sinne de» Gesetzes
als Kriegsgcrät anzusehen find und da m l
unter die Beftinmnungcn d.'r 88 t und 2 fallen. Di«
Liste cndhäll Krieg»Waffen jeder Art und
deren Geschosse, Munition, Minen. Boinöen, Muni»
tzwiiSkäsle», Unterseeboote, MiinitionSanifzüge und
maschinelle Eiiioichtniigc.» für die Marineartillerie,
ll nte rw a sse rn e tzfchu tz (I), Panzerplatten,
Pamzertürnvc, M a,npf wagen, Pauzerkraftwagen.
Lanzen und anfpflangliarc Bajonette, Kriegsschiffe
und denen Kessel und Ha »pt m afchi neu, sv->
weit sie, offenkundig für die Verwendung auf
Kriegsschiffen oder ll nie Nwass c rsährze ng e n besonders
eingerichtet find, Vorrichtungen Min Abschiestcn oder
zum Ablassen von Ga? oder Rauch, Flanimenwerfer,
für Kriegszwecke bestimmte optische und cletl»
trotechnisch« Instrumente und Leu cht»
mittel, für Kriegszwecke bestimmte Stucke der niil
tätischen Ausrüstung, für Kriegszwecke besonder»
eingerichtetes Schanzzeug und Stachel,
d rächt (!). für Kriegszwecke besonders eingerichtete
Selbstfahrer und Fährzeuge, militärische Beoioach:
ng; vagen und BeobacktungSloitern, für Krieg»,
zwecke bestimmte Sondereinrichtungen für Brucken»
trainS, militärische Feldbäckereie», für Kriegszwecke
besonder? eingerichieteL rollendes Mai/rial für
Schienen, besondere militänscke AuschildungSeinrichtnngen.
Giftgase, militärische Pulver und
Sprengst ojfe
Ferner sind als Kriegsmaterial anzusehen die
fertigen Hauptteilc von ©äffen und Munition,
sowie die Haupttcile sonstigen Kriegbgerätk, wenn
sie nicht in der gleichen Form für wirtschaftliche
Zwecke Verwendung finden können. Vorgearbeitete
Haupttoile sind nur für einen beschränkten Xe»
der in der Liste aufgeführten Gegenstände alö
anzusehen, jedoch auch nur dann,
wenn sie offenkundig für die Herstellung von ©af»
kn, Munition und Kriegsgerät bestinimt sind oder
bereit» sonr i vorgearbeitet sind, das; sie üblicherweise
nur »och für Kriegszwecke Verwendung sinteil
können.
Nach 8 4 de? Gesetzentwürfe» ist für eine Reihe
weiterer Erzeugnisse die Aufbewabrung und Lagervng
im Inlandc, jedoch nicht die Ausfuhr verboten.
Hieruntei fall-» auch KriegSspezial»
Maschinen, X e Bestimmungen des Gesetze?
finden keine Anivendung ans die von amtlichen
deutschen Stellen erteilten Inland Saufträge.
Kuwiderbandliingcn iverden mit Gefängnis bis
zu ö Monaten oder mit öafl oder mit Geldstrafe
bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung
»nd U nbr a » ck> b a i mach n n g der Gegenstände,
auf d'c sich die strafbare .Handlung bezieht, erkannt
wcriei, In gewissen Fällen, nämlich wenn es sich
im; Gegenstände handelt, die ihrer Beschaffenheit
nach lediglich für Kriegszwecke verwandt werden
können, also "i der Hauptsache um Waffen und
Munition, mos; auf Einziehung ertannt werden.
Für eine Frist von sechs Monaten nach In«
krafitrcie» de? Gesetzes sollen feine Vorschriften
keine Anwendung finden aus Verträge, die
sich auf die Audtuhr von Erzeugnisse» beziehen,
deren Ausfuhr durch da? Gesetz vom 25. Juni 1021
betreffend Ein- und Aiisfuhr von Kriegsgerät nicht
i»erboten war. Tics gilt jedoch nur für solche Verträge,
die vor dem Tage der Veröffentlichung de?
G setzt? abgeschlossen »nd deren Ausführung vor
i> efcir Tage n Angrif genommen worden ist.
Aus aller Well.
Wiener Akademie
und Kalier-Wilhelm-Geiellschafl.
<D r a Tj t m e I b u n g.)
wtb. Wir», den 1. Februar.
(Heitern wurde hier eine gemeinsame Sitzung
bei Wiener Akademie der Wissenschaften und der
Berliner .M<flicr»'2Btllielm-CMefc IlfetKift al>ge halten.
Ten Vorsitz fiihrle Dr. Krupp von Bohlen»
Halbach. Zur Beratung stand die Unierhaltung
der beiden in Österreich. und
HlDcr des Meteorologischen Instituts auf Sonichlitl
sowie der Biologischen Station in Linz. Beide In«
stitutionen sind mit letzten Jahre durch die Unter«
stützung der Kaiser»Wilhelm.(HeseUsehaft auf ihren
alten Umfang zurückgesuhlt worden, so dah sie ihre
volle Wirksamkeit wiederausnehmen konnten. Am
Abend veranstaltete Dr. Krupp für di« Teilnehmer
an der Konferenz einen Empsang, an dem der Prasident
der Wiener Akademie der Wissenschaften und
der Unterrichtsminister Schmitz teilnahmen. Dabei
wurde die Zusaminenarbeit der beiden Gesellschaften
von lbeiden Seiten gewürdigt- Untervicht»»
minister Schmitz dankte im Namen der vstcrreichischon
Unterrichtsverwaltung den Berliner Delegierteil
für tue Unterstützung seitens der
Helm-Gesellschaft.
furchtbarer Irrtum einer Kraukrutvärlrrin.
In eurem Mailänder Krankenhaus hat eine War«
Urin an Patienten irrtümlich falsche JnKfHoncn
verabfolgt. Bier unter ihnen find «in der Nacht
unter furchtbaren Schmerzen den Verletzungen er»
legen, die andere» schweben in Lebensgefahr.
Di« Krankenpslegerin ist geflohen.
Felssturz «wischen Irirnt und Bovereto. Zivi,
scheu Trient und Rovereto wurden durch einen
FelSstnrz die Reichs st raße und der Bahnkörper
beschädigt. Der Straßenverkehr auf dem
linken Etschufer ist unterbrochen. Der Eisen»
bahnverkchr wirb durch Umsteigen aufrechterhalten.
»in grauenhafter Selbstmordversuch. Die Krau
eines arbeitsamen Elektrotechnikers, die
emer schweren Banchopcratio» enigegenging, bat
sich aus Berzwetflung ihr« Kleider mit P«•
tro <l« um übergössen und angezündet. In
letzter SKinut« konnte der herbeieilende Ehemann
noch die flammen ersticken. Die Unglückliche hat
aber lebenSgesährliche Brandvcrletzungcn erlitte».
Das Land der Hundertjährigen. Nach der lehien
offiziellen Volkszählung scheint Spanien die
Haupthe mal der Hundertjährigen zu sein. Nach den
Angaben, die Madrider Blätter veröffentlichen,
haben dort 865 Personen da» Alier von IUO lahren
erreicht, und zwar 90 Männer und 250 Frauen;
76 Männer nnid 204 Frauen sind über 100 Jahre
alt, und einige von ihnen haben das Alier von
1 10 Jahren erreicht. 22150 Männer und 86 201
Frauen sind über 80 Jahre alt; selbst Madrid, dos
für ein« ungesunde Stadt gilt, Hai 24 Frauen und
>1 Männer, die über 100 Jahre alt sind. Auch an
diesen kiahlc» zecht sick wieder, daß di« Frauen
älter werden als d.c Männer.
Morgen-AnSgabe
Hambnrqer Nachrtlbten
Mittwoch, ». flfr b r«ar 1927

Bronvermelding

Staats- en Universiteitsbibliotheek Carl von Ossietzky, Hamburg, Hamburger Nachrichten (PPN hamburger-nachrichten), woensdag 2 februari 1927, pagina 3




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