Nr. »ZI s am burger Anzeiger H ». Otto»« IV»S „Eulen fangen" und anderes Seemannslaleln Air haben gestern erst malig geheizt. Der Wind pfiff durch alle Ritzen. Der Regen trommelte gegen die Schei ben. Meine Teure sagte: Theo, sagte sie. wir müssen «in paar Brikett» auslegen. Es geht so nicht mehr. — So. sagt« ich, meinst du wirklich? Und bann stieg ich gekränkt in den Kel ler, etwa» melancholisch und mit einem feindseligen Blick aus die sauber gestapelten Bri kett». Denn erst vorige Woche hatte ich die nette Rechnung zu begleichen. Das war kein Pappenstiel, Donnerwetter noch mal. Der Schmerz sab gewissermaßen noch zu Irisch, als baß ich hätte mit Vergnügen auf diese Wärme-Reserve blicken können. Ich nahm ein paar Schauseln Koks und einige Brikett» und stieg wieder hinan in unsere Mansarde, wo es nur so läppert» vor Sturm. Ich dachte dabei nicht ohne Neid an die Türken, die sich um die Winterkohle keine Kopfschmerzen zu machen pflegen. Unser Kanonenofen zeigte sich zunächst wenig geneigt, spie, krachte, qualmte, als hätten wir ihn mit Granaten, nicht mit Briketts gefüttert. Nun sieh dir das Elend an! sagte meine Frau. Tschä, nickte ich, der Bursche ist das Arbeiten nicht mehr gewohnt. Und ich schob ihm einen Holzkloben in den Rachen, um ihm da» feurige Maul zu stopfen. Da wurde er erst recht ungemütlich und lief knallrot an vor Wut, und spie eine Hitze, bah wir da» Fenster öffnen muhten, auch um den Qualm ab ziehen zu lasten. Nun sieh dir den Jammer an! sagte meine Frau wieder. Freue dich deiner warmen Stube! knirschte ich kurz, denn es fuchste mich natürlich, bah die teuren Briketts zum Fenster hinausgefeuert wurden. Heute haben wir die rauch- geschwärzten Gardinen abgenommen, die Decke gereinigt, den Ruß vom Vertiko geblasen. Es wird setzt wirklich ge mütlich In unserer Klause. Das Kanonenrohr raucht und rieselt zwar immer noch 'ne Kleinigkeit, aber das gibt unserm Heim den knusprigen Geruch de» Katenschinkens. Ich sagte da» auch meiner Frau. Die hielt sich am Herd fest, um mich nicht zu massakrieren. Frauen haben keinen Humor. Was mein Freund Max ist, der hat ein Zimmer mit Zen tralheizung. Sehr nette, einfache Sache. Am 1. Oktober sagt« der zu seiner Wirtin: Frau Lerchmschlag, sagte er, ich bin Immer ein kulanter Zahler. — Jawohl, sagte Frau Lerchenschlag, das sind Sie wahrhaftig, so wahr ich Witwe bin. — Also schön, erwiderte Max, drehn Sie die Heizung an! — Bums! hatte er ein warmes Zimmer. Die Luft wurde zwar ein bu chen trocken. Auch tröpfelten die Heizrippen etwas, und es war ein Geklapper und Geklirr in den Rohren, weil überall gedreht und geprüft wurde, aber alles, was recht ist. Verehrtest», der Mar hatte am Abend ein Zimmer, wie es Im Buche steht, mollig, gemütlich, die trocken« Luft mit einigen Kognaks ge netzt, alles tipptopp. Max lehnte lesend Im Sessel als Ich kam, die Fuß« urgemüt lich gegen den Heizkörper gestemmt („Das sind die einzigen Rip pen, denen die Welt Wohltat verdankt! pflegt er immer zu sagen) und nur von dem einen Wunsch beseelt, die den ganzen Sommer über mitbezahlte Wärme jetzt gründlich auszukosten. Du kannst lachen, sagte ich zu Max, und erzählte ihm von unserer Räucherkat«. Ja, nickte er, ein bißchen Wärme macht unser Klima gerade noch erträglich. Und wir erinnerten uns trüber Tag«, wo wir mal keine Kohlen Im Haufe hatten. Das war eine verdammte Sache, sagte Max, als wir mit blauen Nasen Ge such« um Arbeit schrieben. Heute gibt» glücklicherweise dieWin - terhilfe. Da steuert man gern fein Teil bei, umIedem eine warme Stube möglich zu machen. Im geheizten Zimmer, mein Lieber, sieht bi« Welt freundlicher au». Das wollen wir nicht vergessen, wenn wir unsere Winterhilfsplakette er werben. —u—, Merralchuugen In der „Flora" E» lst wieder «Inmal alle» beisammen im Oktoberprogramm der „Flora", wa» zu einem fesselnden Abend gehört. Eine gute Mischung von beinahe rein artistischen Glanznummern und da zwischen verstreut, etwa wie Perlen an einem schimmernden Reis, dl« verblüffenden Ding« von d«r geschickten Hand von Pant»l-Patrlz, der stet» aus» neue Heiterkeitzstürm« entfesselt und besonder» in seiner Schlußnummer die Zuschauer au, dem Staunen nicht herauskommen läßt. Ein glänzende» Feuerwerk gelungener Überraschungen sprüht über die Bühne, läßt Zeit und Ort vergessen, und von der herzbeklemmenden Spannung bi» zur erlösenden Lachsalve kann man in den zwei langen Stunden alle Stufen an diesem unterhaltsamen Abend durchleben. Den Hamburgern wlrb ble klelne Friede! G. mit Ihrem herrlichen Können am Trapez besonder» an» Herz wachsen, denn was dies« Dreizehnjährige an famoser Durchbildung des Kör pers zeigt, das gehört mit zu den hoffnungsvollsten Erscheinun ken des Artistennachwuchses. Dieser Entdeckung des Winter» garten, Berlin kann man getrost eine Zukunft voraussagen. Uederhaupt zeigt die Zusammenstellung der Schaunummern von einer glücklichen Hand. Gute artistische Kunst ist immer die Stärke der „Flora" gewesen, und wer den kraftvollen Mann der 2 Übe na» bei feinem römischen Kraftakt sah ober da» uo Pia. scheinbar losgelöst von der Erbenschwere, bei ihrer Perche- und Zahnkraftkunft bewundern konnte, der ist auch empfänglich für ein wenig Rätselraten. Perke», ein musi- kaliiches Etwas, gibt ba eine harte Nuß zu knacken. Ob nun Mensch oder Maschine: sich darüber die Köpfe zu zerbrechen, wollen wir geruhsam den nach uns kommenden Besuchern über lassen. Was geschickte Hänbe vermögen, hat Terra als humor- bcgabter Blihbiidhauer seinen Pappenheimern gezeigt, als er aus einer weichen Tonkugel die Häupter bedeutender Männer formte, mit einer Schnelligkeit, aus die er sich gewiß etwas ein bilden darf. Dann sind da noch die 4 Hlleroms: eine Fa milie wie au» einem Guß. Sie sind auf der Kugel zu Haus« wie wir aus dem Fußboden. Es bedeutet eine atemdeklemnende Viertelstunde, ihnen zuzuschauen, ein Genuß das Spiel der Körper, die so gar nicht» mit unsere, Alitagsschwere gemein haben. In sich aufzunehmen. Aus der gleichen hohen Stufe stehen die beiden Ikarier der Sonderklasse Kremo und Karlino, vor deren Leistungen man im Geiste ehrfurchtsvoll den Hut zieht, wobei man sich nur einen Bruchteil ihrer fabel haften Geschicklichkeit wünscht. Straszensän^er aus aller Welt parodieren die beiden lustigen Ungarn Lacy und Tibi! Wir kennen fie schon von mancher Schallplatte her. 3 Im perial» mit ihren wirkungsvollen Musikinstrumenten und bi« jugendlichen Tänzerinnen Dolly und Das? runden das Pro gramm zu einem schönen Erfolg« ab. v,lir. MiAMsöÄieoW»! Ihren 74. Geburtstag feierte grau Meyer, Heitmnnn- ftraß« IS. — 73 Jahr« alt wurde Marie Ruigi«», Schuldt's Stift 2. — Seinen 8V. Geburtstag begeht heut« Döhring, Biilhvrner Mühlenweg 82. — 25jährige» ? <nst- jubiläum im Geologischen Staatsinstitut feiert heut« b«r Katars- torium»wart Ferdinand Goosmann. — Ernst Pohl, l? ftraße 41, beging sein 40jähriges DienstjubilSum ai» leiter der Firma Bromander, Rathausstrabe. st Seeleute, Bergstelger und Jäger haben ihr« «Igen« Sprach«. D«r Wortreichtum und die Ausdrucksmög'ichkeii, sie zeigen di» «ng« Verslechtung de» Menschen mit seinem Beruf«. Ei« sind darüber hinau» aber auch sprechende Heugen für die Wichtig keit, für die Bedeutung ihrer Tätigkeit für da» Ganz«. Nur lo könnt« sich beispielsweise bi« Weibmannssprache bi» aus unser» Tag» in ihrer kernigen °Z>rt erhalten. Aehnlich liegen bi« Ding« in der Seefahrt. Die Menschen b«r Nord» und Oftfee- küsten befahren schon feit langen Jahrhunderten ba» offen« Wasser, was Wunder, dab sich im Lauf« der Zelt eine «igen« Sprache herausbildet« mit Worten, deren Bedeutung der Laie ohne weitere» nicht kennt. Aus der Fülle de» Stoffe» sollen hier nur ein paar Beispiele herausgegriffen werben, bi« durch ihr« Beziehungen ^ur Tierwelt eine Sonderstellung einnehmen. Manche» Wort wird dem Seemann unserer Tage nicht mehr zeläusig sein, da e» noch au» der Zeit der Segelschissahrt tammt, und mit der zunehmenden Motorisierung der Flotten wohl immer mehr au» dem Sprachgebrauch kommt. „Potz Kielschwein und Ankerklüse," hört« man wohl di« alten Seebären fluchen. Sie meinten damit nicht etwa ein unten am Kiel sein Dasein fristendes, dem Messer de» Smutje entgegenreisende» fette» Borstenvieh, sondern den wichtigen Verstärkungsbalten zwischen Kiel und Spant. Se» leute der alten Schule werben sich vielleicht noch der Anker wachen im Boot entsinnen, wenn da» Schiff draußen auf der Reede oder im Strom lag. Pavian nannte man den Mann im Boot, vielleicht daher, weil er stumpfsinnig auf der Bank hockte und aus Wasser und Kett« sti«rte? Doch wa» ein Esel» haupt ist, da» wissen heute noch viele, e» ist die Be zeichnung sür eine wichtige Verbindung nämlich, in Form eines hölzernen oder eisernen Klotze» zwischen Mast und Stenge. Wer aber »ine Eul« fangen geht, weil er beim Steuern gedöst hat, der mag sich vor dem „Alten" In acht nehmen und nur zusehen, daß «r sein Schiff rasch wieder an den Wind kriegt. Und wie steht es mit dem Tausendbein an Bord? Huch, wird ba mancher fragen, gibt denn neben den Ratten und Kakerlaken gelegentlich auch noch solch unappetitliche Mit bewohner? Sei unbesorgt, Landrat:», besagte» Wort bebeutet nur eine Einrichtung, die au» mehreren Scheiben eine» Blocke» (d. h. Rollen zum Emporziehen) bestand, und die heute höch sten» noch aus den groben Seglern vorkommen bürste. Bei der Kriegsmarine nannte man früher die Angehörigen de» See bataillons Tümmler und die Finkenneh« an Bord unserer alten Kriegsschiffe dienten beileib« nicht etwa dem hinterlistigen Fang der netten kleinen Singvögel. Man ver stand darunter weit und breit jene Holzkästen an Deck, worin die Ianmaaten über Tag ihre Hängematten verstauten. Ei« konnten, ba man sie oft schneeweiß absetzte, di« schönen Linien einer Korvette wirkungsvoll unterstreichen. Selbst Kälber gab «« an Deck. Sie hatt«n sogar ein sehr nützliche» Dasein» w«il si« aus ben alten Segelschiff«» al» Hoizsütterung bi« auf« gelegten Wanten schützten. Auch de» Kuhfuß«» bediente man sich, »Ine» eisernen Hebel» zum Fortb«w«gen schwerer Lasten. Noch heute nennt der Infanterist scherzhaft f«in« Waff» fo, da» G»w»hr! Uebri- gen» ist der Kuhfuß hier und da auch aus dem Land« im Sprachg«brauch. Der Katz«nkopf war «in Knüpp«l zum Beseitigen der Kett« am Spill, der Kattsteert «in kurze» Eiwe Tau zum Befestigen eine» Blocke». Sprach man von Kattspuren, dann war nicht etwa bi« Mufchi bei einer sträflichen Untat «ntb«ckt word«n, nein, Kattspuren oder Schlang«« waren di« Btzeichnungen für bestimmte Höl zer, welch« im Schiff»rauin in diagonal«» Richtung ub«r m«hr«r« Spant«n «ichten. Fisch« schwammen nicht nur Im Wasser »der brutzelten in b«r Pfann», sondern da» Wort hatt« den tieferen Sinn sür bi« sür den Mast vorgesehenen Oesf- nungen in den D«ck». Sow»it di» Entlehnungen au» dem Tierreich. Wer wollte e» dem S««mann v«rdenken, wenn «r sich aus den früher«» langen Reisen auch im Geiste mit dem zarten Geschlecht befaßte und diesbezügliche Bezeichnungen mit m fein rauhe» Seeieben übernahm? So entstand die Jungfer, jen« zum Strafsholen der Wanten dienenden linsenförmigen Blöcke und ba» Herz einer Jungfrau nannte er die ein» platt« Seite de» Blocke». Ist es da weiter erstaunlich, daß e» auch «in H«rzbinbf«l geben mußte? Spricht der Seemann von Mist, dann ist seine Laune nicht immer die beste. Mist ober Nebel, ba» ist der schlimmste Feind der christlichen Seefahrt bi» aus ben heutigen Tag geblieben. Der Bart ist ab, sagt man heute. E» ist ein Schnick schnack wie viele andere auch. Früher trugen alle Seesahrer mehr oder weniger stolze Bärte, wa» war schon einer ohne diesen echten Schmuck de» Manne»? Doch nicht nur die Men schen hatten einen, sondern — leider, leider — auch da» brav» Schiss. Besonder» in den südlichen Gewässern sproßte ihm der Bart mächtig und gar nicht gern gesehen in Gestalt eines lebendigen Bewuchses der Unterwasferteile. Das ist noch heute eine höchst wichtige Angelegenheit, der man sogar mit allen Mitteln der Wissenschaft zuleide geht. Je länger der Bart, um fo mehr nimmt die Geschwindigkeit des Schiffe» ab, um so größer Ist der Brennstossverbrauch, um die ursprüngliche Schnelligkeit einzuhalten. Schließlich siegt doch der Bart, er bremst die Fahrt infolge de» vergrößerten Widerstände» und muß vernichtet werden, im Dock, mit Kratzer und anderen Hilfsmitteln. Der Bart Ist ab, dl» so willkommene Kunde mag damal» oft genug helle Freude ausgelöst haben, denn jetzt ging die Reise flinker vor sich, man war schneller wieder daheim. «Icr. Las Amt sik Technik veranstaltet im Monat Oktober zwei große Kundgebungen. Am 10. Oktober 1935, 20 Uhr, findet ein gemeinsamer Abend der Techniker mit den Fliegern im Hau» der Arbeit, Besenbinder- hos, statt. Ueber die außerordentliche Bedeutung der Entwick lung der Fliegerei sprechen der Gauamtsleiter, Pg. Hans Führer, und der Präsident, Pg. Lange. Im Anschluß daran wirb ein neuer Film üver den Bau von Segel- und Motorflugzeugen und über die Ausbildung der Flieger gezeigt. Der Abend wirb mit einem kameradschaftlichen Zusammensein geschlossen. Ts spielt die Kapelle de» Deutschen Luftsportver- dandes. Am 25. Oktober, 20 Uhr, spricht im Hotel Atlantic zu ben hamburgischen Technikern der stellvertretende Gauleiter, Pg. Harry Henningsen, über „Partei und Staat". Die ausdrückliche Stellungnahme unseres Führers während des Reichsparteitages zu diesem Thema wird sicherlich nicht nur jeden Techniker veranlassen, Pg. Harry Henningsen zu hören, sondern jeder Volksgenosse, der sich in den letzten Tagen mit der Willenskundgebung unseres Führer» besaßt hat, ist an diesem Abend herzlich willkommen. E» spielt die Gaukapelle unter Leitung de» Musikzug- führer», Pg. Schlottmann. Bezugslchelnhefte lllr Lorzugzwocheakartea Di» Bezugsscheinhefte der für da» Sommerhalbjahr 1935 gewährten Vorzugswochenlarten (für Lebig« mit «inem monat lichen Brulto-Einlommen bi» 110 RM und Verheiratete bis 150 RM) lausen mit dem LS. Oktober d. I. ab und sind zu erneuern. Neue Anträge können ab 5. Oktober b. I. im Zeitkortenbüro, Hochbahnhaus, Steinstraße 20, geöffnet Werktags von 8.30 bi» 18 Uhr sowie an ben Straßenbahn-Betriebsbahnhöfen, sämt- lichen Hochbahnhaltestellen und den bekannten Wochenkarten- Verkaufsstellen abgefordert werden. Es wirb ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur vrbnungs- mäßig vom Antragsteller ausgefüllte und vom Arbeitgeber be- ftäligte Anträge angenommen werden. Nur so ist «ine schnelle Adsertigung gewährleistet. Di- Betriebe, bie eine größere Anzahl von Vorzugswochen- lartenbenutzern beschäftigen, werden unter Hinweis aus unser Rundschreiben nochmals gebeten, di» Antrag» Ichnellsten» ge sammelt einzureichen. Di« neuen Bezugsscheinhefte erlangen erst Gültigkeit durch Unterschrift und Wohnungsangabe bex Inhabers. Bei dieser Gelegenheit wird nochmal» daran erinnert, daß Vorzugswochenkarten an Montagen auf den Haltestellen der Hochbahn und Walddörferdahn grundsätzlich nicht ausgegeben werden. Auch die Benutzer der Straßenbahn werben gebeten, ihre Vorzugswochenkarten tunlichst nicht am Montagmorgen zu kaufen. Unfallzeugen gesucht Gestern wurde ein SljShriger Radfahrer beim Zippelhau» von einem Lastkraftwagen angefahren. Der Verunglückt» er litt Kopf- und Handverletzungen, so daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Zeugen diese» Unfalles wollen sich bei der nächsten Polizei wache oder bei der Verkehrspolizei im Sprinkenhof, Burchard- stratze 8, meldcn. ^ Am 8. Oktober 193k wurde an der Ecke Koppel und Dur» llttstraße ein 35jähriger Radfahrer von einem Personenkraft wagen angefahren. Er kam zu Fall und erlitt so schwere Kopf verletzungen, daß er einem Krankenhaufe überwiesen werben mußte. Am gleichen Tage «achmittag» wur?>k ein SSjährlger Mann in der Gr. Allee von einer Straßenbahn der Linie 24 angefahren und glücklicherweise von der Schutzvorrichtung aufgefangen. Er erlitt leichtere Kopfverletzungen und mußte sich ärztlich behan deln lassen. Wahrscheinlich ist der Unfall auf die Unachtsam keit des Verletzten zurückzuführen. Zm „Mazar" Parkett und Bühne d«s „Alkazar" sind ln diesem Monat der Schönheit der Frau gewidmet. In einer Fülle phantasievoll ausgestatteter Bilder wird ba» Palabium weiblicher Anmut weitergereicht, in einer Kette pausenloser Darbietungen vom späten Abend bis zum frühen Morgen.. Das rassige Tanzvaar Talmadge und Cyrill zeigt sein graziöse» Können beim langsamen Walzer, beim Tango und bei einem feurigen spanischen Nativnaltanz. Das Allazar- B all«tt bringt u. a. einen originellen amerikanischen Spring- tanz. Die füns Lehari» lassen die wilde Schwermut Ruß land» in einem Nationaltanz lebendig werden. Einer farden- und schönheitstrunkenen Laune sind bi« „Vier SIlb»r- fchwalb « n" — in der Kuppel schwebende Frauen — und dl« als „Bijouterien" dargebotenen Plastiken entsprungen. Ein« Viertelstunde unbeschwerten Lachens bescheren uns Sany und Lilian mit ihrem tanzenden und musizierenden Humor. Ingo gibt «In Rätsel auf. dessen Geheimnis wir hier nicht lüften wollen. Der Lelterjongleur Grass» verblüfft durch Waahalligk-it und Sicherheit. Jülich ist eine Art geistiger Equilldrist mit seiner witzigen Stegreifdichtung. Einen schönen künstlerischen Genuß gewähren der Opern-Bariton Ernst Echwegler, das dänisch« Mae und die Kapelle Pista Kovoc» mit einer musikalischen Bühnenschau. Außerdem «rmunt«rt noch Fr « d Forst« r mit seinen Solisten zum Tanz. Mister „Ahoi", der un» selbst burch sein mit soviel Sorgfalt und Phantasie zusammengestellte» Programm führt, kann.sich übe, Interesse und Beifall für sein« Arbeit nicht beklagen. « Universität Hamburg. Da» Verzelchnl» ber Vorlesungen lm Allgemeinen Vorlesungswesen sür das Wintersemester 193S/ZS ist erschienen und im Buchhandel sowie in ber Universität erhältlich. * Da» Borlesungsverz«ichnl» ber Hamburg«» Volkshochschule ist so«den erschienen. E» enthält Kurte aus folgenden Gebieten: Rassenpolitik, Vererbungslehre. Politik, Staats- und Wirtschastz- lehre. Geschichte, Kultur» und weltanschauliche Fragen, Heimat-, Länder, und Völkerkunde, Dichtkunst. Bildende Kunst. Musik, Fremdsprachen, Stenographie und körperliche Ertüchtigung sowie Arbeitskreise, Führungen und Besichtigungen, Einsührungsvor- träge zu dem Spielplan der Staatsoper und Einzelvortrage von Dichtern und sonstigen sührenden Persönlichkeiten des deutschen Geistesleben». Die Anmeldezeit läuft bis zum 31. Oktober 1935. Anmeldungen nehmen die Geschäftsstelle der Hamburger Volks hochschule, Tesdorpfstraße 4, sowie sämtliche Kreisgeschaftsftellel, der NSDAP entgegen. Das Vorlesungsverzeichni» ist in den Anmeldestellen und in ben Buchhandlungen zu erwerben. « Di« Hochbahner-Kapelle gab gestern ihr «rstes Doppel- konzert dieler Winterlaison. Der grobe Saal des Hauses der deutschen Arbeit war überfüllt, und der Beifall, ber den musika lischen Gaben der slotten Kapelle folgte, war von herzlicher Wärme. Und er war wohlverbient! Unsere Hochbahner haben weiß Gott «inen anstrengenden Dienst, der bestimmt den ganzen Einsatz ihrer Persönlichkeit erfordert. Dann noch Mitglied e ner Kapelle zu sein, d. h. regelmäßig an ben Uebungsadenden teilzu nehmen (nicht bloß so mal an freien Abenden sein Instrument vornehmen und sich selbst ein wenig vorzuspielen!) das ist wirk- liche Liebe zur Musik. Und dann kommen auch bie vorzüglichen Leistungen, mit denen sie sich selber und allen Freunden guter, volkstümlicher Musik eine Freud« machen. Sie spielten Marsche, Ouvertüren, Walzer und Lieber. Und alle» war ein saubere», rhythmische» und klangsrohe» Musizieren. Wandsbeks Erutedauktag-Progranm Wandsbek» Trntedanttag 1935 beginnt mit «inem großen Wecken durch bie Musik- und Epielmannszüge in allen Stadt teilen. Um 7 Uhr morgen» werden alle Häuser und Gebäude di« Hakenkreuzflagge hissen. Di« Uebertragung der Führerrede vom Bückeberg findet aus dem Neumarkt statt. Von hier führt ein großer Festzug durch die Hauptstraßen der Stadt bis nach Jen selb hinaus, wo sich der Zug auslöst. In Ienseld finden die Erntefeste sür alle Teilnehmer und ihre Frauen in den fest lich geschmückten Sälen statt. Der Anmarsch zum Kundgebungsplatz «rsolgt allein burch die von-der-Tann-Straße, entweder von der Zollstrab« oder in ein Krankenhaus gebracht. Zeugen dieser Unfälle können sich bei leber Polizeiwache melden. * Belm Krlmlnal-Bereitschaftsdienst liegen folg«nde Lachen au», di« zw«Ifello» au» Wohnungseinbrüchen vor dem 1. Juni 1935 stammen: 1l«b«rn«R»is«t«fche mit gelbem Futter und Mesfingbefchlägen, 1 «inr«ih!z»r, fast n«u«r »ackettanzug, dunkel mit weißen Nadelstreifen, West« zweireihig mit Taschenklappen, 1 «inrrihtger g«trag«» ner Iack«ttanzug, Pfesfn und Salz, 1 «inreibig»! dunkl«r Iackettanzug mit grau«n Str«is«n, 1 g « - braucht«» P«lzmant«l (braun Fohl«n), 1 Ltdtr an zu g, bestehend au» 1 hellbraunen, zweireihigen Lederjacke mit acht großen Lederknöpfen, innen grau» und rotgestreifte» Wollfutter, 1 ledernen Stiefelhose mit grauem Wollfutter. In ber Talche de» Lederjacken» befand sich «In« Kontrollkart« „Staatliche» Nordseebad Norderney" j Heller Gabar- d>n«-Sommermant«l, Ellponsvrm, mit Hellem Seiben- sülter, 1 Krawatt«nvorst«cknad«l mit zr»ß«r oht«r Iapanperle ln 14karätiger Goldfasfung. Gefchä- !gt» Personen, bei denen vor dem I. Juni 1935 solche Gegenstände gestohlen worden sind, können die Sachen am Konnabend, S. Oktober 1935, im Stadthaus beim Bereitsschast»- dienst, Zimmer 12, von S bi» 11 Uhr, besichtigen. Stobt und rücken bi» spätesten» 13,15 Uhr geschlossen aus dem Kundgebungsplatz an. Die Fe st wagen sahren über die Moltke» und Sophien straße in die Manteusselstraße hinein. Die Spitze hält Ecke Manteuffel- und Goedenstraße. An der Kundgebung beteiligen sich voraussichtlich: eine Ehrenkompanie ber Reichswehr, «ine Ehrenabteiiung de» Arbeltsdienste» und Ehrenabteilungen ber Politischen Leiter, der SA, SS, NSKK, HI und DI mit Fahnen und Musik- und Spielmann»zügen. BDM und Iungmädel marschieren ebenfalls aus dem Kundgedung»platz aUt; sie machen jedoch den anschließen den Festzug nicht mit. Zur Teilnahme werden serner ausgesordert: Abordnungen aller Berus» mit Fahnen und möglichst in Beruf»- tracht. Abordnungen der Arbeit»front und aller Betriebe de» andel», Hanbw»rk» und G»w»rbe» gleichsall» mlt Fahnen und annern. Der Reichsnährstand und dl» ihm angegliederten Berufe marschieren in Trachten, Berusskleidungen und mit blumen geschmückten Gerätschaften ebenfoll» geschlossen mlt. Di« Teil nahm« von geschmückten Festwagen — ohne Firmenausschristl — Ist «wünscht. All« Festzugsteilnehmer, die sichtbar da» Ernte- bank-Abzeichen tragen müssen unb nicht In Berufstracht erschei nen, tragen möglichst einen dunkelblauen Anzug. Bi, zum kommenden Freitag, 20 Uhr, müssen alle teil nehmenden Organisationen der Kreisleitung ber NSDAP, Schillerstraße 11 (Ruf 28 2124), bie Teilnehmerzahl. Anzahl der Fahnen, Festwagen und die eventuelle Teilnahm« ber Musik- tapellen oder Epielmannszüge mitteilen. x. Lu Mlersahrvlai l>« KrallMkil Ab «. Oktvbe« Der neu« Winterfahrplan ber Kraftpoflen lm Gebiet ket Lüneburg«! H«Ide tritt am S»nntag, 6. Oktod«r in Kraft. Er dringt gegenüber dem Eommerfahrplan folgend« wesentliche Aenderungen: Linie Harburg-Hanstedt. Wert tag»: Die letzt» Kraft» post ab Horburg fährt V» Stund« früher, d. h. um LVLV Uhr. Die Sonnabend» v»rkehrendea Eilwagen, 15.30 Uhr ab Hbf. Harburg, fallen weg. — Sonntag»: Die Krastpost 9.00 Uhr ob Hbf. verkehrt H Stund« später (9,25 Uhr ab Postamt. 9.35 ab Hbf. Harburg). Sonntags verlassen die letzten Wage» Hanstedt etwa IV, Stunden früher, d. h. um 19.10 Uhr. Lisi« Harburg—Lang«nr«hm—Ems«». Mittwoch» »nb Sonnabends: Di« letzt« Krastpost v«rkehrt 45 Minuten früher (18.5 ab Harburg, 10.10 ab Emsen. — Sonntag»: Die letzt« Krastpost verläßt Emsen Im Oktober unb vom 1. März 1936 ab um 18.15 Uhr, im November bi» Februar 1936 bereit» um 17.10 Uhr. Es fallen weg bi« Kraftposten ab Harburg 7.45, 18.10 und 20.20 Uhr, ab Emsen 8.57, 17.0,19.15 und 21.20 Uhr. Linie Harburg—Sennhütte—Eheftorf. Werktag» wirb ber Verkehr während de» Winter» eingestellt. Sonntag« verkehren nur noch zwei Kraftposten: ab Harburg Hbf. 14.10 und 17.50 Uhr, ab Ehestvrs 17.10 und 18.30 Uhr. Rahverkehr Harburg—Fleestedt—Maschen—Hittfeld. Werk tag»: Die Kraftpost 15.40 Uhr nach Fleestedt fährt 15 Mi nuten später, d. h. ab Harburg Postamt 15.55, ab Fleestedt 16.28 Uhr. Die von ben Schulkindern benutzte erste Krastpost wirb durch Emmelndorf geführt. — Sonntags: Neu ein gelegt ist eine Krastpost nach Hittfeld 10.10 Uhr ab Postamt, zurück 10.50 ab Hittfeld. Linie Harburg—Moorburg—Hohenwifch. Sonntag»: Dl» Krastpost 13.10 Uhr ab Harburg Hbf. nach Moorburg (Alter Deich) fährt zukünftig 10 Minuten früher und nur bi» Moor burg (Wasserturm). Die Krastpost 21.25 Uhr ab Harburg Hbf., 22.5 ab Moorburg (Alter Deich) fällt weg, dafür verkehrt bi» Kraftpost 22.5 Uhr ab Harburg Hbf. nach Jork 55 Minuten früher, d. h. 21.10 Uhr ab Harburg Hbf. vktoberlelt am Lammtor Da» Hofbräuhaus am Dammtor prangt In diesen Tagen —> genau wie das große Münchner Mutterhaus — in oktoberfest lichem Schmuck. Unter blau-weißen Wimpeln an dem imposanten Oktoberkranz, unter lustig schaukelnden Brezeln unb appetitlich glänzenden Würsteln rollen wieder einmal die kleinen Fäßchen auf die blanken Tische, und jeder ist sein eigner Wirt. Für die Auferstehung der richtigen Münchener Oktoberlaune sorgt in erster Linie bie Kapelle Hohmann mit Voter Lud wig unb Tochter Betty an ber Spitze. Eben frisch au» ihrer bayrischen Heimat wieber nach Hamburg zurückgekehrt, schmettern sie mit neuen Kräften Märsche, Ländler und Volks weisen in das froh bewegte Haus. Mit der jodelnden Ll«s« rl vom T«g«rnf«e rauscht eine stattliche Maid des bayrisch»» Lande» herein, umweht vom Duft ber Almen unb Berge. D « < S « ppl «rw«ist sich als ein unverfälschter Bua, wenn bei seinem Holzhacker die Späne fliegen. Mit urgewaltigem Bariton legt Kann zu gegebener Stunde noch Walther St» in einige seiner rhein- und weinseligen Lieder hin, ^ Stvckgutschlffahrt Hamburg—Wilster Genau hundert Jahre sind es jetzt her, seitdem ble Schiffer- familie Bielenberg in Wilster die Stückgutschissahrt zwischen Hamburg unb allen Orten in ber Wilstermarsch, die am Masse» liegen, betreibt. Unter großen Ehrungen der Stadt Wilster, so wie von nah und sern beging dieser Tage ber Senior ber Schifferfamiiie, Nikolaus Bielenberg, seinen 90. Geburt», tag in vollkommener geistiger unb körperlicher Frische unb Rüstigkeit. Er selbst hat die Stückgutschiffahrt zwischen Hamburg und Wilster in den jpngen Iahren von 1867 bi» 1903 be kleben und war während dieser Zeit im Hamburger Hafen »In« fehr bekannte unb beliebte Persönlichkeit. Im Jahre 1903 setzt« er sich in seiner Heimatstadt Wilster zur Ruhe, unb bi« Stück- gutschissahrt wirb seither von seiner Familie in altgewohnter Weise weiterbetrieben. 5ps!s /Msfsun^s Photo: Hentschel. cll» l>ssNil«IngIZi«m l.«trt» 5«g»i ru cl«n Kuclitsn ilsii'n, l.Icl>t»r k«?i>5lllct> «iurck lllmm»m, ^ilci» >Volli«n un5«rn >cnl»n -- Dann, m»Ii> ?r»unc>, I»t »» cll» ivvölll» ZtuncI», clu KI»? am >I»t»rg»rt»n »t»kit, Unit aus mact>5t eil» kuncio. UncI «jurci, eau»»»nci» ^»««n Zciion «sg»b«n ring» Kaztanl»» uncl öuclisn, >»t»m n»!g«n Iiis» >-IäupI»r l.ang» muht ciu nack pisti« ,uck»n, V/o », nlickt lu kükl von el»r »,t«r »Iiuraick v«rkiSmm«m cil»»» lag«, ^»rumatt I»t ,ct,on eise 5onn» Zkaiil, Unci ln Xllri» vlrrj «» okn» ?r»g» am rauk uncl kakl. AN» M.to . und abend« wird getanzt-. — Z4 M Volt«, «us» au« dem Nardcn. — Deulschlandtender: SN.Zo Her- wa>m Stana« »irla ert die Berliner Phllharmoniler. — Serenade und Humoreske. Hm- 4. t«5« Brigade U (MeMendura), . nb»s,urmsllhr«r Iwenhoser. 18.4» „De Roop", «peel w dre« r», von Jngedorg Andrelen. 1L.45 ReichSsendmH: Blllkcderg^cho von den VoidereNungen »um Ernte- txmltaä. A>.M Erste Abendmeldungen. -iv.lS Stunde der Ratton: I. «lt der Oper Die «»s« vom LlebeSgarlen. Munr «»» Hon« Pflhner, Dichtung vo» Jamei Grun, Da» große Or-bcstcr de» RcichSscnder« nö»>a«berg. Musikalische Leitung: Dr. Litdwig «. Maver. 2I.I» Di« nordische Brücke. J«tand. »ein v-ir und tzlne »unk. «„»luyrende: Di« ISlündische Sängerin Ataria Marko» (Sopran), Otto Stadelmoier (Tenor», da» kleine Orchester de» Reiwslcnder» L»,mb»rg Gerdard Awiiwentei»« von Rudois Maack. Nachrliy»end>enft. «AMuftkaliiche« Awtschen. W.U« Bremm: S^iitmusU. NMIIfll «,« Turtn. Zeitangabe, Wetter dienst, Bauernsunk am Morgen. b.SS Wiederholung von Zeitangabe, Wetterdienst. SM Shorat-Morgenspruch. Morgengymnastik. K.W von Nönigsberg: Morgenmustk. ?.»« Wettervienst, Nachrich tendienst. 7.«) Fortsetzung der Mor- genmusik, S.W Wetterdienst, viertel- stunde sttr die HauSIra». Iv.ls «olk an der Arbeit: Mit Nietbammer und S<ywel«apparat. N.W Nunrwerbung. lS.W Meldungen für di» Binnenschiffahrt. Binnen land«- « «««wette, bericht lZ.lN Musik am Mittag Im .alten Ratbau» zu Bremen. l».W Wetterdienst. »US Umschau am Mittag U.l» gortsetzuna ber Mus» am Mittag. l4.lX> Nachrichtendienst. l«.A» Musikalische Kurzweil, lb.vv VSrsensunk. IS.4N Schlslahrtstunk «i.W Musik,ur Kalseestnnde. lk.4» Gang durch da» Lan- dcsm»scum Hannover. I7.W Bunte Muiik am Nach mittag. Da« große Lr- idestcr de« RelchSsender« Hamburg, Lta.: Meryard Maa» u. d«r Musik,ug der Ein« »iirsolä«. '«.W—La» Iwarscha» und
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