HamVurgischer Korrespondent 1 Donnerstag, den 1. Oktober 1908. VfofiotöStfi' 2. Beilage, Seite 2. „Willkommen" um 8 Ubr von beit St. refjoi w , nili-LanbungSbrücken ab, um zu-nüchst die interesfame Hafenrundschaft auzutrcten. Bei den Elbbrücken wenbete bas Schiff unb bampfte stromabwärts bis nach TeufelSbrückc, wo bei der Bro lerei Kehrt gemacht unb nach " zuruckc willkommen" neben ben "gefahren würbe. Um 6 Ubr lag . önig Wilhelm II.". Tie Besichtigung ber luxuriös auSgeftatteten -nenräumc beS ieit bem vorigen Jahr in Betrieb befinblichenDovpel. ubenbampferS nahm bas Interesse ber Gäste doll nnb ganz in rsihaften, ._ . neS Mi* gebotenen Imbisses “im” Sveisesaal zu vereinigen. Herr Direktor Dr. Ecker begrüßte bie Gaste namens ber Hamburg-Amerika Linie mit etwa folgenben Worten: „Ueber bem Eingang unseres Ber- waliungsgebänbes stehen, waS viele ber hier vereinigten Herren wohl gesehen haben, die Worte „Mein Jelb ist bie Welt". DieS ist ber Wahlspruch ber Hamburg-Amerika Linie, ben wir mit einem ge- wiisen Gefühl bes Stolzes aussprechen. Ihnen, ben Herren bet Wissenschaft gegenüber, müssen wir zuaeben, bah wir hiermit wohl schlecht bestehen können. Was vermag dos Wort ,,Welt", aus unfern armseligen Planeten angewendet, besagen gegen die große Welt, mit ber sich Ihre Wisienschast beschäftigt. So unbegrenzt wir uns aber in unserer engen Grenze fühlen, so glauben wir hoch wesentlich bazu beizutrvgen, ben Berkehr zu fördern unb den Austausch von Gütern zu unterstützen. Ihre Ans begrenzter, unb von ihrer hoffen, daß manche heute Sache Aufklärung finden möge zum Nutzen unb Segen ber Allgemeinheit." Mit einem Hoch auf bie Meteorologie brachte der Redner seine Ansprache zum Abichluß. Geheimer Ncoicrungsrat Professor Dr. H e l l m a n n erwiderte: „Wenn wir in den letzten Tagen mehrfach Gelegenheit gehabt haben, von Hamburg als der größten Ausgangspforte bes deutschen Handels reden zu hören, so 'var das für viele von uns, namentlich für die im Binnenlande Wohnenden, ein wenn von Hamburg als von einem Handelsempo n wird. Das verdanken wir der Hamburg-Amerika uns ferner noch gezeigt hat, wie man heute Me r Weise befördert und und Ideen bekannt gemacht hat, ist biefm Begriff für uns in die Wirklichkeit umgesetzt worden und wir wissen jetzt besser, was es orimn ge- Linie, di« enschcn nach fernen Ländern in bequemer Werse befördert und ferner wie man die Wissenschaft fördern kann. Erft heute morgen haben wir vernommen, daß die Hamburg-Amerika Linie als erste deutsche Rhedcrei die Hand dazu geboten hat, die drahtlose Telegraphie der Meteorologie dienstbar zu machen, indem bi« Linie bem Kollegen Dr. Polis bie Möglich- feit gab, zum ersten Male Versuche in drahtloser fiebermiitlung von Wetternachrichten och dem Ozean zu machen. Wir sind dafür der Hamburg-Amerika Linie zu Dank verpflichtet, den wir dadurch zum Ausdruck bringen können, daß wir eufftimmen in den Rch: die Hamburg-Amerika Linie, die Förderin der Wissenschaft, sie wachse, blühe und gedeihe. Um 6 Uhr verließen die Herrschchten das gastliche Schiff und fuhren mit dem „Willkommen" nach der Abfahrt- stelle zurück. Hamburger Orts Paket PostgeseNschaft m. b. H. Ein neues Unternehmen tritt am 1. Oktober in Tätigkeit. Es macht sich hie prompte und billige Beförderung von Geschäftspaketen an die Käufer zur Aufgabe. Die »0?? (Abkürzung der Firma) will mit erstklassigem Fahrmaterial, höflicher, gut uniformierter Begleitsmannschaft schnellste Beförderung garantieren. Sie ist keine Konkurrenz der bestehenden Paketwagen, sondern will hauptsächlich die Zustellung der verschiedenen Waren sofort nach dem Einkauf übernehmen. Das Hauptkontor befindet sich iuc Levantehaus, wo die Parterreräume dem neuen Zwecke entsprechend verändert wurden. So ist zur schnellen Abfertigung im Seitenflügel in der Straße Hinter der Lembtentwiete eine besondere Einfahrt gebaut worden: es können daher die Wagen direkt in die Sortierräume einfahren. In den Rnhestanb treten am 1. Oktober die Rektoren B. P. Möller von der Schule Steinhauerdaurm und I. H. Cordts, Seilerstraße. Elfterer ist 36 Jahre im hamburgischen Schuldienst tätig gewesen und als Verfasser der in den hiesigen Volksschulen benutzten Ucbungsbücher zur deutschen Grammatik weit über den Kreis seiner Schulgemeinde hinaus bekannt. Herr Cordts, der ftüher an der Seminar-Mädchenschule ««gestellt war. ist bereits seit dem Frühjahr vom Unterricht dikoenHert. Aus dem Volksfchuldienft sind außerdem die Lehrer Ser»», HasnS, Frl. Ahlert und Frl. Jbweg auSge- fchtcden. Staatliches Technikum Hamburg. Die Abschlußprüfung in der Höheren Schule für Elektrotechnik hat am 29. Septemt er cr. unter dem Vorsitz des Herrn Direktor Prof. Dr. Voller statt* gefunden. Bestanden haben: Carl l« Bell aus Hamburg, Fritz Klost aus Aldenburg, Georg Markschesfel aus Hamburg, Ehrenreich Röder aus Hanvburg, Carl Schippmann aus Hamburg. Bon diesen haben Fritz Klost und Carl 'Schtppmann das Prä- dikat „gut" erhalten. DaS Beamten Casino zu Hamburg von 1872 hielt am Sonn-. abend unter dem Vorsitz des Herrn W. Elansi in seinem neuen VcretnSlokal, Dammtor-Pavtuon, eine zahlreich besuchte Haupt- versannnlung ab. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig durch Akklamation der bisherige Präses Herr W. Claus;, zum Schrift- slthrer Herr Plett, zum Kassierer Herr Riecke und zu Bei. sitzern die Herren Gülzow und Hntzfcldt miede rgc wühlt. Nachdem auch die Wahl der Rechnungsprüfer vollzogen mar, teilte der Vorsitzende mit, .'»aß das 36. StiftnugSfest am 17. Oktober in den ncndckoricrten Räumen des Washington-Hotel gefeiert werden soll. Nach Schluß der Versammlung blieben die Teilnehmer noch zu einem Plauberstündrtien beisammen. Die freundschaftlichen Zusammenkünfte finden vom 3. Oktober ab an jedem Sonnabend im VcretnSlokal statt. y. Die radikalen Frauenvereine hielten am DienStag abends 8 Uhr in der Paulstraße eine Versammlung ab, die stark besucht war. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die BundeStagung in Breslau, zu der Frau Radel ald Dele- gtcrtc entsendet wird. Von ihr wurde hierauf über de» Internationalen Frauenstirumrechts-Kongreß in Amsterdam berichtet und zum Schluß verbreitete sich Fräulein L. G. Heymann über ihre Erlebnisse beim Londoner FraucnsttmmrechtS-Meeting. Sie schilderte den Charakter und Umfang jener Kundgebung, die von der Begeisterung opferfreudiger Frauen ans den ersten Londoner Kreisen getragen war und auch die Presse umgestimmt hat. Allmählich stiegen die Kämpferinnen auch in der Achtung des Unterhauses, wo 271 für und 92 Stimmen gegen das Frauenstimmrecht abgegeben wurden, während das Verhältnis früher ein umgekehrtes mar. An die heldenhafte Entsagung der ersten Christinnen in den römischen Katakomben erinnerten diejenigen englischen Damen, die von der unbedingten Notwendigkeit eines Frauenstimmrechts überzeugt, in den Dienst dieser Beivegung ihr ganzes großes Vermögen gestellt haben. So gibt z. 5). eine Dame 40 000 A jährlich dafür her, und dem gewohnten Komfort entsagend, begnügt sic sich selbst mit einem Zimmer. Wer in der Frauenbewegung stehe, sagte die Rcd- ncvin, müsse immer mehr zu der Erkenntnis kommen, daß alle Einzclbestrebungcn nur geringe Erfolge zn zeitigen vermögen, solange die Frauen keinen Einfluß auf die Ausgestaltung der Gesetze gewinnen. Das LLjährigc Bestehen seiner knnstphotographischen Werkstatt feiert am Donnerstag Herr Rudolf Dührkovp. Aus diesem Anlaß ist im Verlag von O. v. Holten in Berlin eine Festschrift erschienen, die aus der Feder K. W. Wolf-Czcpeks intor* essanre Mitteilungen über die Entwicklung Dtthrkoops. seine öffentliche und literarische Wirksamkeit, seinen bahnbrechenden Einfluß auf die Ausgestaltung des Bildnisses und seine künf- tigen Ziele bringt. In der Einleitung zu dem mit vorzüglichen Proben Dührkovpscher Bildniskmist ausgcstatteten Buch wird Professor Emmerich, der Direktor der Münchener Lehr- und Versucksanstalt für Photographie, Chemigraphie, Lichtdruck und Gravüre, der Bedeutung Dührkoops mit dem Hinweis ' darauf gerecht, daß „Deutschland zur Zeit keine Per- sönlichkert besitzt, die in der Photographie gleich vorbildlich wirkt wie Meister Dührkovp". Richard Dehmel gibt dem prächtigen Band folgende Verse mit auf den Weg: Menschenwesen, Weltgcschtck, Flüchtig fchwankt's in Licht und Schatten, Sieh', da bannt's auf feste Platten Euer kunstbedachter Blick. Aus Anlaß des Jubiläums findet abends ein Festessen im .Hamburger Hof in intimem Künstlerkreise statt. Im Johannisvcrein zu Harvestehude hielr am DienStag Abend Herr Bildhauer CornilS einen Vortrag über das Seelische in der Grabmalskunst, im Altertum und jetzt. Die ur- ültesten Denkmäler seien Grabmäler. Heute erregen sie noch Staunen und Bewunderung. Aber das Geheimnis der ägyptischen und griechischen Denkmalskunst zu enthüllen, sei den Künstlern des 19. Jahrhunderts nichü' gelungen. Erst dem 20. Jahrhundert lüfte sich dieses Geheimnis: Nachbildung der Natur, und zwar der lebenden Natur. An der Hand von Lichtbildern führte der Vortragende den Beweis dafür. Dann verglich er mit der heidnischen die christliche Grabmalskunst, der es in fast zwei Jahrtausenden nicht gelungen sei, die Auferstehung und das Gericht — bei den Aegyptern ist beides auf den Grabmäler« zn finden — und die Versöhnung der einzelnen Seele mit Gott, von der die alten Acgypter noch nichts wußten, zur Darstellung zu bringen. Was bisher darin geleistet, sei materialistischer, monistischer Natur. Wie freilich die christlichen Ideen auf den Grabmülern zur Darstellung zu bringen seien, das vermögen Worte nicht zu sagen, das ver- mag nur ein Künstler zu empfinden und dann darzustellen. Herr Pastor Cordes dankte dem Vortragenden für seine anschaulichen Darlegungen und sprach die Hoffnung aus, daß die Grabmalskunst den Uebergang von der Oberflächlichkeit des täglichen Lebens zu den tiefen, inhaltsreichen Ideen des Christentums bald finden möge. , Die ölewcrbcbank, c. G. m. b. H. die ihr Haus in der Großen Bäckerstraße 22/24 verlauft hat, hat das Grundstück Mönkcdamm dir. 13 erworben und dort ein in sehr gediegener und solider Stein- und Eisenkonstruktton auSgcführtcs Ge- bäude in Barockstil errichten lassen. Die schöne, abwcchselungS. reiche Fassade gereicht der Straße zur Zierde. Die Bank wird die Parterre- und Kcllerräume für ihren Betrieb benutzen; die übrigen Stockwerke sind zum großen Teil zu Bureau- zwecken vermietet. Sein LüjährigeS Dienstjubilättm feiert am 1. Oktober der Telegraphen-Jngcnteur der Hamburger Feleerwehr Herr C. D. Hastedt. GcschäftS»Jvbilänm. Am 1. Oktober feiert der im Zentrum der Stadt wohlbekannte Friseur und Lottertekollekkeur Herr Max Freundlich sein 2bjährigcs Geschäfts-Jubikäum. u. Die Feuerwehr wurde heute abend zwischen 7 und 9 Uhr nach dem Hanse Großmannstraße Nr. 45 gerufen. Zug 6 hatte dort mit 2 Rohren einen Dackstuhlhrand zu löschen. Außerdem wurde nach der Ecke der Langcnreihe und Kirchenallee, wo Pflasterarbeiten vorgenommen werden, die Hilfe der Feuerioehr verlangt. Dort ftxtr ein Dköbcllvagen festgefahren. Den Mannschaften des Zuges 1 gelang es, ihn wieder flottzumachen. *. LlhissSunfall. Unterhalb Geesthacht ist ein mit 4500 Zentner Steinlohlcn beladener Kahn durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug zum Sinken gebracht worden. Mit der Hebung des Fahrzeuges hat man >en Taucher Mint beauftragt. s. A ufgclauscncr Dampfer. Der in der Mittwochnacht vor der Oste sitzengcblicbenc Dampfer ist bet deutsche Dampfer „J-riS", der fick auf «der Reise von Boneß befand. Er ist flottgeworden und cm Mittwoch nachmittag an die Stadt gekmmnen. Durch die Schutzvorrichtung gerettet. Kurz hinter der Halte- stelle Hcllkamp lief ein kleines Kind blindlings gegen den Vorderperron des Mvtvrioagens 1180. Es umrdc umgestoßen, von der Schutzvorrichtuüg aber aufgefangen und ist anscheinend ohne Verletzungen davongelomuien. 8 Einbruch. Von der Wasscrseite gelangten Einbrecher in ein Geschäft an den Vvrsetzcn Nr. 3 und erbeuteten außer mehreren Gnimnischläuchen für 450 JL Kleidungsstücke. § Selbstmorde. In der Amsinkstraße erschoß sich ein Kaufmann wegen Geschäftsverlustes und am Kreuzweg griff ein Kauftnannslehrling aus unbekannten Gründen zum Revolver Beide Leichen wurden ins St. Georger Krankenhaus über- geführi. 8 Selbstmordversuch. In einem Hotel in der Nähe des HauptbahnhvfeS wurde heute morgen ein Ungar, der sich hier vergeblich um eine Stellung als Kommis bemüht hatte, betäubt in feinem Zimm-dr vorgcsunden. Die Gashähne seines LogiS waren geöffnet. Auf einer RäöerHahre wurde der Manu ins Krankenhaus befördert. Altona, den 30. September. Eine gemeinschaftliche öffentliche Sitzung der städtischen Kölle- aieu zu Altona fand am Mittwoch abend 7 Uhr im Rathause unter dem Präsidium des Oberbürgermeisters Dr. Tettenborn statt. Aus der Tagesordnung stand Bewilligung einer einmaligen Zuwendung an die im Dienst der Stadt Altona stehenden Beamten, deren pensionsfähiges Einkommen 5000 A nicht über- steigt. Die Beamten werden eine einmalige Remuneration in Höhe von 80 bis 150 A erhalten, wofür eine Gesamtsumme von 81(00 A zur Verfügung steht. Der Antrag hat, wie erinnerlich, in den letzten beiden Sitzungen der städtischen Kollegien zurückgestellt werden müssen. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende mit, daß das Kuratorium der Reallebranstalt beschlossen habe den Lehrer Pfeiffer zum 1. April nächsten Jahres anzustellen. Dieser bittet, daß ihm bei seiner Anstellung ein Dienst- jah:: angerechnet werden möge. Die städtischen Kollegien stimmen dem ohne Debatte, zu. Sodann verlas Oberbürgermeister Dr. Tettenborn einen Antrag des Stadtn. Aren? dahingehend, die städtischen Kollegien wollen beschließen, daß den D i ä t a r e n, die verheiratet und mindestens fünf Jahre im städtischen Dienst sind, ein« einmalige Zuwendung in Höhe von 40 A gewährt werde. Die heutige Beratung über die einmalige Zuwendung an die städtischen Beamten fand befremdlicherweise hinter verschlossenen Türen statt. ES wurde ebenfalls geheim verhandelt über einen Antrag des Kuratoriums der Reallehranstalten betr. Regelung des DienstalterS zwecks Berechnung des Dienstcinkommens eines anzustellenden Oberlehrers sowie über einen Antrag der Baukommission betreffend Vortreffliche Cakes-Mischung för Reise u.Hatis: Vierlfinder Poltet in T ET-Packung 40 Pf. Ich nickte. Vielleicht hatte Marcia Lawrenc« um Curtiß' willen den verzweifelten Schritt unternommen. Das sah einem Weibe ähnlich. „Sie können recht haben," sagte ich. „Ich würde nie an eine solche Lösung gedacht haben; aber die letzten Worte von Frau Lawrence schienen diesen Weg anzudeuten." „Ich verlange nicht die Geschichte zu Hörer!" rief Curtiß. „Guter Gott! Was kümmere ich mich um Vergangenes. Ich habe ein für alle Mul meine Wahl getroffen. Ich will sic haben I Natürlich lief sie fort, um mich zu schonen! Nie wird sie an sich selbst gebucht haben!" Mir schien, das war eine fragwürdige Art der Schonung. Sie hätte ihm kaum eine größere Pein verursachen können, als die, die er erlitt. Ich fästvieg, nahm aber dafür die Depesche wieder und studierte sie. „Wenn Sie sie wirklich zu finden wünschen, kann dies Blatt hier uns vielleicht einen Anhalt geben," sagte ich. „Ich wünsche, sie zu finden." „Dief iefeS Formular wird uns sagen, von welcher Station die Depesche abgesandt wurde. Warten Sie einen Augenblick!" Ich ging durch den Korridor nach der im gleichen Stockwerk befindlichen Maklerfirma und bat deren Ches, mit bereu Telegraphisten sprechen zu dürfen. „Können Sie mir sagen, was diese Zeichen hier bedeuten — 61. 0 W DD BA-8.P D." .Die einundsechzig bedeutet, daß es die einundseckizigste Depesche war, die heute morgen in Elizabeth ausgenommen wurde. O W" bedeutet, bah die Depesche auf dem Christopher Street Amt — Ecke Christopher« und Weststraße — abge* sandt wurde; „D 1 >" und „H A“ sind die Anfangsbuchstaben der Beamten, die die Depesche absandten und aufnahmen; „8. P D" sagt, daß acht Worte in der Depesckx: waren und sie vorausbe-ahlt wurde. „Ich danke Ihnen," sagte ich und eilte stolz zurück, denn ich tiatte mehr erfahren, als ich hoffte. „Nun?" fragte Curtiß, mich besorgt andlickelw. „Die Depesck>e wurde auf dem Amte Christopherstreet — Ecke der Christopher« und Weststraße — ausgegeben." erklärte ch ihm. g „Weststraße?" wiederholte Herr Rotzce. „Was zum liuckuck mag sie dort gewollt haben?" „Dort kann jttt nur ein» gewollt haben." bemerkte ich frohlockend. „Wenn eine Frau nach den Docks hinunter geht, so muß es sein, um . . 'Nach einem Damp'er zu gehen." . Richtig! Und wenn, sie nach diesem Teile dar Docks geht, muß sie nach einem der transatlantischen Dampfer wollen." Curttß starrte mich einen Augenblick an, als ob er nicht verstände, dann sprang er plötzlich auf. „Nun, ich kann ihr auch da folgen," rief er, und wollte zur Tür hinaus. Aber Herr Royce faßte ihn schnell beim Arm. „Halt Curttß! Ueberlege doch, was das für eine Jagd ins Blaue hinein wäre!" „Immer besser, als hier müßig sitzen," brummte Curtiß, und ich mußte ih»n darin recht geben. „Vielleicht können wir die Suche in der Nähe erledigen, wenn wir einnial nacki dem Telogcaphenamt in der Weststraße fahren!" schlug ich vor. „Das wollte ich eben tull," sagte Curtiß, und ging voran nach dem Aufzug. Während der Fahrt durch die Stadt sprachen wir wenig. Curtiß war ganz in Gedanken versunken, und an Herrn Royces Gesicht konnte ich sehen, wie besorgt dieser um ihn war. Endlich kamen wir am Ziele an. Ich eilte nach deuc Schalter und fragte den Beamtsn: «Köluteil Sie mir vielleicht Aufschluß über die Person gebem die diese Depesche absandte?" und legte das Telegramm vor ihn hin. „Vielleicht können Sie uns das Original sehen lassen." Er sämutc die Depesckie an utcü dann unS. „Hoffentlich kein Irrtum dorgekvmmenl" sagte er. „Die Depasck^ sck-eint yanz verständlich." „Nein," erivlderte ich, „es handelt sich vielniehr daruin. einen Jrrtttm zu verhindern. Ich hoffe. Sie werden unS diese Gefälligkeit nicht abschlagenl" Er dlickbe unS nochmal» an und schien zu verstehen. „Es ist nicht ganz vorschriftsmäßig, aber ich glaube, e» läßt sich machen." Er öffnete ein Schlibfach und fah einen Haufen Blätter durch. „Hier ist das Original," sagte er und breitete ein Blatt vor uns au». „Sie sehen, die Depesche wurde richtig Uber« niittelt." .Ja." gab ul) zu; aber ich sah nicht nach ben Worftu, sondern der»» Blatt, woraus sie geschrieben waren. E» lvar ein Briefbogen mit dem Vordruck „S. S. Umbria." „Wer brachte das Telegramm?" fragte ich. „Ein Bote vom Pier der Cunard-T«mpfer." „Wann ist die „Umbria" abgefahren?" „Sie sollte uni zwölf Uhr segeln, aber sie wurde durch etwas aufgehalten. Vielleicht liegt der Dampfer noch am Pier." Ich freute mich, daß ich den Kuftcher hatte warten lassen; ich glaube, daß Curtiß durch einen Aufenthalt ganz toll ge« worden wäre. So eilten wir in den Wagen. „Nach dem Cunard-Pierl" rief Herr Royce, „und Galopp!" Tadei zeigte er ihm ein Dollarstück. Erst unterivegs fing Curttß wieder zu sprechen an. „Sahen Sie, ob die Depesche — in Marcias Handschrift war?" stammelte er, krampfhaft zuckend. »Ja," erwiderte ich. „Ich erkannte sie wieder." „Wir müssen den Dampfer erreichen. Weshalb treibt der Kerl das Pferd nicht an?" „Er fährt so schnell er kann," sagte Royce. „Sitze still, Curtiß!" Dabei schlang er seinen Arm um ihn. Was dos für eine Hetzjagd über das schlechte Pflaster war! Ich dachte ein halb Dutzend mal. wir würden unver« mdMid) irgendwo anrennen, aber unser Rosselenker bewies seine Geschicklichkeit; er quetschte sich überall durch, auch da. wo ucan hätte glauben können, es würde kaum ein Schubkarren durchkomuien. „Da waren wir!" rief er schließlich, und wir stürzten heraus. Sein Triilkgeld hatte der Manu redlich verdient und erhielt es auch. Die Landungsdrücke war dicht voll Menschen, aber wie erzwangen uns unseren Weg hindurch, ohne auf ander« Rücksicht zu lletilnen. War das Schiff schon fort oder noch Zeit? .Sehl dorl- hinl' .Abgefahren." rief Royce als erster uns zu. Dort fuhr der Danipfer nnt zunehinender Schnelle den Fluß hinab. Auf Deck flatterten eine Menge Taschentücher; wir sahen, wie die Leute sich an die Reeling drängten, um noch ein letzte» AbfchiedSzeichen zu geben. Curtiß. der dumpf nach dem Schiffe gestarrt hatte, rief plötzlich: „Dort steht siel — Allein — bei dem vorderen Boot." Ich blickte aufinerksam hin. Es stand lvohl jemand dort, eine Frau in dunkler Kleidung — aber da» Gesicht konnte man nicht erkennen. tSorftetzung folgt.)
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Kunstmatige intelligentie
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