». Oktober I9Z5 Hamburger Anzeiger «ZI s«» werde» solle», sondern weich« und mit »elch«» Mitte!». Dann da» andere: daß England «ntschlossen ist, seine im Mittelmeer stationierte Flottenmacht sür die Durchführung wirtschaftlicher Maßnahmen in die Waagschale zu Wersen. Ferner di« Tatsache, bah England und wahrscheinlich auch Frankreich ihr« Schritt« schon festgelegt haben, bevor der Völ le rdundirat seinerseit» endgültig Stellung genommen hat. Der Paragraph 3 de» Artikel» IS de» Volkerbundsstatute» lieht dl« gegenseitig« Unterstützung der Völterbundsmitglieder für den Fall vor, bah Maßnahmen gegen «inen Staat «grif fen w«rd«n müssen, der di« Völkrvunbssotzung verletzt hat. Wl« man «rsährt, Hot sich dl« Ansrog« in Pari» aus dies«» int«r«ssonte» Paragraphen bezogen. Wir stehen also der nüchternen F«ststellung gegenüber, daß Italien insolge sein«» Angrisse» gus Adessinien die Blockade übe» sein« Küsten zu erwarten hat. Welche Folgen «in« solch« wirtschaftlich« Abschnürung und «in« solch« Verhinderung der Einsuhr und Au»suhr von Kriegsmaterial haben lann, davon weiß Deutschland ein Lieb zu singen. Di« «nglischen Dreab- nought» sind nicht zu «in«in sreunbschastllch«« Besuch in» Mlttel- meer gekommen, sondern si« haben die verantwortung»voll« Ausgabe, den von England mit aller Betonung v«rtr«t»nen Standpunkt de» Völlerbunde» durchzusetzen. Wenn e» gelingt, Frankreich zu «in«r aktiven Unterstützung burch sein« «ig«n« vlott« zu veranlassen, oder w«nn auch nur di« sranMschr» Flottenstützpunkte im Mittelmeer den «nglischen Kriegsschisfe« zu, Vtrsügung stehen, wird ein« S««macht vor d«n Italienischen Küsten versammelt, gegen die Italien aus gar keinen Fall irgend welche Aussichten hat. Selbst wenn Frankreich unter Umständen eine strenge Neutralität zu üben beabsichtigen sollt«, würb« di« englische Flott« allein der allgemeinen Ueberzeugung nach im- slanb« sein, die Blockad« lückenlos durchzusühr«n. In Rom hat «ine ungeheure Erregung bei der Bekanntgab« diese» Sachverhalte» Platz gegriffen. Man bezeichnet nunmehr da» Vorhandensein englischer Schisse zwischen Gibraltar und dem Suezkanal al» eine unerhört« Angrissshandlung mit d«in Ziel«, Italien dem Völkerbunde hörig zu machen. Es w«rden sogar Vermutungen laut, daß da» Bestreben England» dahin ginge, «inen unangreifbaren Dr«i«rbiock London—Pari»—Berlin zusammenzuschweißen, um aus all« Fäll« sür England all« Ge fahren auszuschalten, ble sich au» dem beutsch-sranzösische« Gegensatz eines Tage» für England ergeben könnten. DI«f« letzter« Schlußfolgerung schießt, wie üblich, über den Rahm«« d«r g«gebenen Tatbestände hinaus. Der Führer Aböls Hitler hat jüngst noch «rklärt, man möge doch nicht Immer wieder über den Kopf Deutschland» hinau» mit un» politisch« Geschäfte machen. Wir haben mit dem ab«ssinisch«n Dil« mma nicht da» g«rtngst« zu tun unb woil« » aus gark«in«n Fall In irg«nbw«lcht Kombina tionen HInelng«zog«n werden. Sicherlich Ist auch diese Italienische Mutmaßung daraus abgestellt, Deutschland zu Irgendwelcher Stellungnahme für ober wider zu veranlassen oder un» al» möglichen Gegner Italien» hinzustellen und so bi« Volksinelnuna gegen un» aufzudringen. Sehen wir von diesem Rätselraten ab, so scheint sich nun mehr am Horizont da» Entweder-Oder abzuzeichnen, vor da» man Italien zu stellen beabsichtigt. Da» Ergebnis dürste nicht zw«iselhast sein. Zu Msriis du Kallers DNB. Adbl» Abeba, Z. Oktober. Im Brennpunkt de» Interesse» der abessinifchen Bevölkerung steht der Ausruf zur Mobilmachung. Einleitend saßt der Ausrus die Geschichte de» Konflikte» mit wenigen Worten zusammen. Al» Beginn de» Konflikt«» wirb der 5. Dezember 1924 genannt. Dann heißt e» wörtlich: Italien habe «ln zweite» Mal unser Gebiet verletzt. Die Stund« ist schwer. Ein jeder erhebe sich, nehme seine Massen unb halt« sich bereit, da» Vaterland zu verteidigen. Soldaten! Schar! «uch um «ur« Führ«! Gehorcht ihnen einmütig und.weist di« Eindringlinge zurück. Diejenigen, die aus Grund ihrer Schwäche oder au« anderen Gründen de» Behindertsein« nicht in der Lag» sind, sür dl« heilige Sache zu kämpsen, mögen innerhalb be» Roten Kreuze« sich der Pflege der Verwundeten hingeben. DI« Wellmcinung steht hinter unserer Sache unb g»gen «Inen An griff auf unser Lanb. Gott sei mit un»! Alle» sür den Kaiser, alle» sür» Vaterland! Dl« Zahl der durch die allgemeine Mobilmachung aufge- botene»' StreltkrSft« soll, wl« in abessinifchen Kreisen verlautet, 11<Xl MX) Ran« betragen. Munition «nb Verpflegung soll«», so wird behauptet, für zwei Jahr« sich«rgestellt sein. Der Kronprinz und der Kriegsminister hoben den Befehl erhalten, die Sicherung der Verteidigungslinie von Ausia und der Danakil-Provlnzen zu übernehmen. Der Kaiser wird wahr scheinlich sein Hauptquartier In die Umgebung von Harrar legen. Und Rom — dementiert DNB. Rom, 3. Oktober. Donnerstag mittag wirb solgende» amtliche» Dementi bekannt: Ein Telegramm de» Negu» an den Völkerbund spricht von Bombenabwürfen italienischer Flieger aus bewohnt» Gegenden mit Opsen» an Frauen unb Kindern. E» handelt sich um eine alte, abgenutzt« Lüge, deren T»nd»nz und Böswilligkeit zu osfensichtllch sind. Zur 1l>. Mvbilmachungsverlautbarung wirb an zuständiger Italienischer Stelle erklärt, daß da» darin erwähnt» Vorrücken von Truppen unb die Grenzüberschreitunaen nichts bedeuteten. Di« Italienischen Truppen seien lediglich in d«m sog«- nannt«n Ni«manb»ianb vormarschiert. Auf di» Frage, ob nunmehr die Feindseligkeiten In Abefsinlen «»»gebrochen seien, wurb» «rwid«rt, daß die Feindseligkeiten in Ostasrika praktisch burch bi« Mobilmachung In Abessinlea Ihren Ansang genommen hätten. Verordnung über den Arbeitsdienst Ler EU» / Vorzeitige Ableistung der Dienstzeit / ZurLSstellunges / Verheiratung StbZ. Berlin, 3. Oktob«r. Di« angekündigte Ergänzung»- »erordnung zum Reichsarbeitsdienstgesetz liegt jetzt im Wortlaut vor. Si« «nthält u. a. auch Bestimmungen über den Eid, de» all» Angehörigen de» Reichsarbeitsdienste» bei ihrem Eintritt in den Reichsarbeitsbienst leisten. Der Eid lautet: „Ich schwör«: Ich will b«m Führ«r d«» Deutsche» R«ich«» «od Volk«», Adols HItl«r, uuv«rbrüchlich« Tr«u« wahr«», ih« und d«n von Ihm b«stellten Führer« unb«» dingt«» Gehorsam leiste», mein« Di«nstpslichten gewissenhaft «rsüll«« «ob all«« Angehörige« de» Reichsarbeit»dlenste» «I« gut« Kam«rad s«I«." Soweit Angehörige de» Reichsarbeitsdienste» ble R«ichs- angehörigkeit nicht besitzen, schwören sie: „In Bekenntnis zum deutschen Volkstum ihr« Pflichten al» Arbeitsmann im Deut sch«« Reichsarbeitsdienst getreulich zu ersüilen." Di« Verordnung bestimmt im übrigen, daß Deutscher Im Sinne des Reichsardeitsdienstgesetzes jeder Reichsangehörige ist, auch wenn er außerdem Im Besitze einer ausländischen Staats angehörigkeit ist. Wer die deutsche Reichsangehörigteit nicht besitzt, bebars zum Eintritt in den Reichsarbeitsdienst der Ge nehmigung d«» Führers, der die Besugnis aus den Reichs- innenministei! übertragen kann. Di« Arb«Itsdienstpslicht gilt für diejenigen Dienstpflichtigen al» erfüllt, dl« vor dem 1. Ottober 1SZ5 den Ardeitspaß er halt«« haben oder nachweisen, daß sie vor dem 15. Dezember 1S33 mindestens 2l> Wochen im Freiwilligen Arbeitsdienst ge standen haben. Die Dienstpflicht gilt auch als erfüllt, wenn Dienstpflichtig« vor dem 1. Oktober 193S mindestens drei Mo nate Dienst ln der Wehrmacht »der I« b« Land«»poliz«i ver richtet oder da» Pflichtenheft drr Stud«nt«nschast «rhalt«» Hab««. Bor Einberufung Ihr«» G«b«rt»jahr- gangr» können in den Reichsarbeitsbienst aufgenommen werden Führeranwärter und andere Personen, dl« sich z» «in« Dienstzeit von mindesten» einem Jahr verpslichte«, Abiturient«», soweit si« Berechtigung zum Besuch der Hochschule habe« und solch« Personen, die ohn« die vorz«itig« Einb«rusung schw «r« beruslich« Nachteile haben würben. Der Dienstpflichtige ist nach b«r Verordnung verpflichtet, dem Elnderukungsbesehl zum Reichsarbeitsbienst Folge zu leisten. Zurückstellungen von der Einberufung können insbeson dere ersolgen wegen Ueberzähligkelt, wegen zeitlicher Untauq- lichkelt, wegen schwebender Gericht»v»rsahr«n, d«ren Ergebnis von Einfluß aus die Einstellung sein kann, unb au» besonde ren häuslichen, wirtschaftlichen oder beruslichen Gründen. Ueder die Verheiratung von Arbeitsdienstangehörlg?« sagt die Verordnung, daß die Genehmigung nur erteilt werden soll, wenn der Angehörige de» Arbeitsdienstes mlnb«st«n» 25 Jahre alt ist. Die Braut muß arischer Abstammung sein und einen guten Leumund haben: sie soll erbgesund sei« und In geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Anqeh5rlg« de» Reichsarbeitsdienstes, die nach Erfüllung ihr« Dienstpflicht in Ehren aus dem Reichsarbeitsbienst ausscheiden, haben bei Be werbung um Beschäftigung im öffentlichen Dienst neben den ehemaligen Soldaten den Vorrang vor sonstigen Bewerber» gleicher Eignung. Be! Vermittlung ln Arbeitsplätze der fr«ien Wirtschost sind sie bevorzugt zu berücksichtigen. Bei Rückkehr In den Zivilberuf darf ihnen au» der durch dl« Ard«It»bi«nst- pslicht bedingten Abwesenheit kein Nachteil erwachsen. Die Verordnung ist bereit» am 1. Oltod« ln Kraft getreten. Sandmg leiert Lope de BW Gedächtnisschau in der Staatsbibliothek Dl« „Au»st«llung von älteren unb neu«r«n Lop«.Drucken und deutscher Lop«-Literatur" in d«r Staats- und Universitäts-Bibllothek, welche die besonder« Anteilnahm« be» Regierenden Bürgermeisters, des Leitenden Regierungs-Direktors der Behörde sür Volkstum, Kirche unb Kunst und de» spanischen Generalkonsul» gesunden hat, wurb« gesttrn mittag seierlich eröffnet. In dem mit der Reichsflagg« und den spanischen Farben geschmückten Hörsaal der Bibliothek nahm zunächst Pros. Dr. Wahl das Wort, um darzulegen, daß die In ihrer Art völlig unvergleichliche Ausstellung der Veran- Ichaulichung dessen gelle, was der unerhört schasfenskräftig« spanische Dichter innerhalb seiner Umwelt unb was da» Ringen immer neuer Geschlechter um sein Wert zu bedeuten hat. E» sei die Zusammenbringung eine» Materials gelungen, wle e» In solch«n> Umfang bislang noch niemals sich beisammen befunden bat! während bisher in Deutschland 38V Ausgaben, Ueber- leHungen und Bearbeitungen der Werke Lope de Vegas sich hatten nachweisen lassen, seien jetzt weitere 190, bisher unbe kannte ermittelt worden. Sdmlt vermöge die Hamdurgische Staat»- und Universitäts-Bibliothek zu den Gedächtnisfeiern an läßlich d«r 300. Wiederkehr von Lope» Todestag «in« n«u« Bibliograph!« der Werke von unb über den Dichter bei zusteuern, die sich den deutsch-spanischen und Insbesondere ham- burgisch-spanischen Kulturbeziehungen bedeutsam anfüge. Zu gedenken sei dabei ber vorbildlichen, mithelfenden Gemeinschast»- ardelt von rund sünfzig deutschen Bibliotheken. Die Mittel zur alsbaldigen Drucklegung ber Bibliographie hat dankenswerter weise d«r Hamburger S«nat bereit gestellt. Geleistet hat die wesentliche Arbelt am Zustandekommen dieser neuen Ersassung der Lope-Literatur ber neu an die Ham burgische Staat»- und Universitäts-Bibliothek berufene Biblis» theksrat und Hispanologe Dr. Ti« ma » «. Di« Gewinnung wert voller Handschriften unb Bücher aber hat die Deutsch« For schungsgemeinschaft ermöglicht, welch« b«n Ausbau der ibero- am«rikanischen Abteilung der Staats- unb Universitäts-Bibllo thek al» besonder« Aufgc.b« diese» homburgische» Institut» und al» Im deutschen Gesamtinteress« liegend anerkannt hat. Pros. Wahl legitimierte Hamburg al» Ort ber Lope-Pflege zudem durch Hinweise aus da» Wirken von Männern wie Böhl von Faber und Brie» sowie aus die deutsche Uraussührung von Lope» Drama „Die Sterne von Sevilla", welche 1827 im Hamburger Stabttheater erfolgt«. Leid« war d« Direktor ber Madrider National-Bibliothek, Don Miguel I. Artiga» y Fernando, der über Lope de Bega und seine« Einfluß in ber spanischen Literatur hatte spreche« wollen, am Erscheinen »«hindert. So trug benn Pros. R. Groß mann, der Direktor be» Ibero-Amerikanischen In stitut». selbst sein« klar« Uebertragung ber im Manuskript vor- liegenbe« Ansprache be» spanischen Forscher» vor. Man lernt« dabei «In ebenso prägnant umrissen«» wi« üb«rl«gen formuli«rte» Lop«-d«.V»ga-Kapitel k«nn«n. Anschließend leitete Dr. Tiemann mlt «Inem ungemein materialreichen unb klugen Vortrag über „Lope de Bega In Deutschland" zum Trössnungsrundgang durch die Ausstellung über. Vor einer spürsamen Auszelgung der mannigfachen Be- »iebungen, die sich «st Im neunzehnten Jahrhundert angesponnen haben, lenkt« Dr. Tiemann da» Interess« aus bi« besonder« Kostbarkeit d«r Ausstellung: aus «In« bislang unb«kannt«, bereit» zu Lebzeiten Lope» «schienen« deutsche llebersetzunz be» Roman» „Der Pilger in seinem Vaterland»". Auch auf di« Im wesent lichen der Festausführuna be» Drama» „Da» »rennend« Dorf" Im Staatlichen Schauspielhau» zugrundeliegend« llebersetzung be» Grasen Schock wurb« nebe« vielem anderen verwlesen. Im Ganzen bot ber Vortrag Dr. Tiemann» einen vor allem vermöge ber Einzelheiten fesselnde« tleberblick über bie deutschen Be ziehungen zu Lope, die übrigen» keineswegs nur dem Dramatiker galten, und es verdient ausdrücklichen Dank, daß Dr. Tiemann am Ende seiner Darlegungen den Lyrik« Lop« ln deutschen Übertragungen zu Gehör kommen ließ. Zur Vervollkommnung der Schau haben nicht unwesentlich der Kunstverein und das Staatliche Schaufpielhau» beigetragen: jener. Indem er spanische Gemälde lieh; diese». Indem «» da» Modell einer Bühne zu Lop«» Lebzeiten anfertigt«. Von den ausgestellte« Drucke« sind in allererst« Lini« di« frühesten Aus gaben ber Komödien Lope» betrachten»wert, das Viertelhundert Bände der „Parte»" von 1604 di» 1647. Handschriften und Wiedergaben von solchen, Druck« von Übersetzungen unb Be arbeitungen der dramatischen, «pisch«« unb lyrischen W«rk« mack«n die unvergleichliche Produktivität de» spanischen Genie» in der Sphäre de» Sichtbaren erlebbar, zumal auch topo- graphisches unb Noten-Material den Beschau« in bie spanisch» Welt Lopes entrückt. Ihr» »igene Bedeutung hat di» Ausstellung natürlich für den Hifpanologen unb Geisteswissenschaftler: aber sie wird auch jedem innerllch beteiligten Laien viel zu sagen haben, wen« er sich ernstlich um geruhsame» Einbringen in diese teils mehr, teil» wenig« ln» Aug« sall«nb«n Kostbarkeit«» be müht. Wen« «r di« Lop«-lleb»rsetzung von ber Malsburg» be trachtet, möge »r an Goethe denken, der au» dieser Ausgab» de» spanisch»« Dicht« k»nn«n l»r«t»l Mit dies« Ausstellung bezeigt dl« Staat»- nib llniversitätz- Bldliothek «in« Aktivität, bi« ihr zur Ehr« gereicht. Sie leitet so würdig von ber Ausstellung spanischer Bildwerk« Im Kunst- perei« üb« zu der Festaufführung im Staatlichen Schausplel- Haa», die am LS. Oktober stattfindet. Di«. Ausstellung ist ohn« Tntgelt jedermann zugänglich. Ls. il. 8or?sn um Hers uncl tlerveri? . aut Kaikse Ha? umstellen! Haiiptschrtftletter: Haa« Jacob«, Stellvertreter: Vomm«rhi>u'l«r. «erantwortltch sllr PoltM : Han» : « mIl Walt« r: für WirtschaftS- und So»k>lpoUttt und dl« Bet log««: Z>r. Heinrich «l»ne; für Lolale«: Han« «tamp«: für Schiffahrt und UiXer«lb«a«bte<«: Dr. H«ll- mut Willing: für da» g«uilleton: Wolf Schramm? M den ttbrigen rexttetl! Han« Sommerhaufer; «nzeigenketter: Han» Döring; für den Inhalt der Anzeigen verantwortttch: granz Ar!«drtchlet«! oll« w Broß-Hamburg. D, «. VIII. über lÄü VW. Pl.: «. Vle heutige Nummer vmfabt 14 Seite» Ter Z «ihrer Iii Eldlns DNB. »lbi-g. z. Oktober. Nachdem die ersten beide» Tag» de» Führerbeluche, in Ostpreußen der Wehrmacht g«golte« hatten, sind der Donnerstag und der Freitag der Partei und ihren Organisationen in Ostpreußen gewidmet. Das zeigte sich in ganz Ostpreußen schon in den allersrüheste« Morgenstunden de» Donerstag. Bereit» um S Uhr morgen» waren sämt liche Straßen belebt von SA, SS und Politischen Leiter». Ueberall Lastwagentransporte, überall wurden Fahne» ausge» zogen und Girlanden ausgehängt. Kurz nach Iii Uhr näh«rt« sich dann, au» dem Kreise Stuhm kommend, bie Wagenkolonne de» Führer» der Stadt Elding. ^ ^ . In jedem kleinen Flecken unterbrach der Führ« ble Fahrt, unterhielt sich mit den Landarbeitern und drückte ihnen dl« Hand. Man sah aus den Gesichtern bie Freude über dieses un erwartete Erlebnis. So ging es auch jenem drav«n Gtndarmerie» Wachtmeister mit mächtigem Schnauzbart, «inem prachtvolle» alten Eolbatkntyp,' der ganz allein an einer Thousse« stand, B«i Ihm macht« der Führ« halt unb sprach mit ihm. In Altfelde erwartete Gauleiter Od«rpräsid«nt Koch de» Führer und hieß ihn Im Namen der Partei in Ostpreußen will kommen. Ferner fand sich SA-Gruppensühr« Schön« «in. SS-Gruppenführer von dem Bach-Zelewski nahm scho« seit be» srühe« Morgenstunden an der Fahrt teil. Am Stadteingang von Elding Fanfarengeschmetter! Zwei Jungen be» Jungvolk» grüßen hier den Führer. Anschließend steht In dichter Kolonne Deutschland» jüngste Garde, da» Jung volk, prachtvoll ausgerichtet und diszipliniert, mit seinen typischen großen Trommeln. Von den Türmen läuten die Glocken, von den Fabriken heulen bie Sirenen^ Ganz Elding ist aus den B«in»n. Frei tiir den Berkehr Autobahn LnnistM-Seidellim DNB B«lia» 3. Oktob«. D« G»«»raU«sp»kt»r sür da» deutsch» Straßcnwesen gibt amtlich bekannt: Di» Od«st» Bauleitung Franksurt a.M. hat i« angestreng ter Arbeit — teilweise in Doppelschlchtenbetrieb — die Bau arbeiten für bie Teilstrecke Darmstadt—Mannheim—Heidelberg in den Sommermonaten soweit gesörbert, daß schon am 83. Sep tember, am Jahrestag be» «rsten Spatenstich»», bi» Str»ck« sür «in« Vorbesichtigung sahrbar war. Inzwischen hat am LS. September der Führ« und Reich»« konzler selbst be« fertiggestellten Bauabschnitt eingehend besich tigt. Durch dl» Anerkennung de» Führer» hat die Verkehrs» bereitfchaft ber Strecke ihr« schönst« Würdigung gesund««. Ich ged« si« bah« ab Donnerstag, dem ?. Oktober, vormittag» 11 Uhr, ber deutschen Kraftfahrt srei. Damit übernimmt die Autobahn mit <hr« «rsten zusammen hängenden Strecke von 33 Kilometer bie Verbindung ber beiden großen Wirtschaftsgebiete Rhein-Main und Rhein-Neckar. Berlin, de« 1. Oktober 1SZ5. Dr. Tobt Gennalinspektor für da» deutsche Gtraßenwesen. -— Der 7. Deutsche Zahnärztetag wurde im Langenbeck-Vir- chow-Hau» heute vormittag vom Reich»-Zahnärzt«führ«r Dr. Stuck feierlich eröffnet. An ber Tagung nahmen rund 1400 reichsbeutfche Zahnärzte teil, femer 200 Wissenschaftler und Zahnärzte de» Auslandes. An den Führer wurb« ein Be» grüßungstelegramm gesandt. Die Schiller-Oper zeigte Verdi» „Troubadour* gestern ln neuer Besetzung, dl» keineswegs al» eine zweit gradige anzusehen ist, wenngleich die anläßlich der Eröss- nungsvorstellung geäußerten Bedenken auch jetzt nicht hinfällig werben. Die bedeutsamst» Leistung be» Abend» war di« „Azucena" von Margar»t» Arnbt-Ob«r (Staatsoper Berlin). Darstellerisch lebendig und von jener Pathetik er füllt, bi« nun einmal zu diesem Verdi gehört, wußte der Gast auch im Stimmklang nahezu durchweg die Linie und den Aus druck zu geben, bie gelegentlich tonliche Schönheit der charak teristischen Wahrheit aufzuopfern gestatteten. An dem unge- fälschten Alttimdre mag man sich laden und um seinetwillen auch Schärfen oder Gaumigkeiten der Höh« hlnn«hm«n. So prägnant ber Verdlstll in den Rezitativen durchgesetzt wurde, um so willkürlich« war bie rhythmische Freiheit in der „kom- vonierten" Nummer (z, B. in den ^Lodernden Flammen"). An diesem Rubato dars sich has, Ensemble ber Schill«-Op»r kein Btilpiel nehm««: benn Verdi wlll harte Konsequenz der rhyth mischen Energie, die dem Verlaus der Gesangsmelodlt den Pulsschlag gibt. Da» sogenannte „Rubato", da» Italienern «ine Selbstverständlichkeit ist, zerstört nicht da» Grundmaß des Taktes; «» handelt sich um Zwischenschwedungen rhythmischer Lockerung, bie doch nie das vom Komponisten (jedenfalls da» von einem Verdi) gestellte Gesetz beiseite drängen. Diese» Nu- bato macht deutschen Sängern von jeher große (fast unüb:r» windliche) Schwierigkeiten. Günther Schmidt-Iescher hat gar nicht erst den Versuch gemacht, bie von ibm betreuten Sänger zu einer einheitlichen Behandlung diese» Problems an zuhalten. Er läßt jede« singen, wie e» ihm gesollt. So stellt sich als Ergebnis eine „Gemütlichkeit" «in, bi« in beträchtlichem Gegensatz zu b«m revolutionär«», ouswühl«nb«n Schwung V«rbi» »«harrt. Wenn man davon adsi«ht .kann man Mar » ior«t« Waiia» zubilligen, baß die Durchsührung der !omvllzi«rten Parti» („Leonore") manch«rl«i Gut«» sür die Zu kunft verspricht, daß lyrische Stell«« angenehm aufsi«l«n. Han» Witt („Luna") stürzt sich mit mehr Wucht in seine Tön« hinein, al» diesen bekömmlich Ist. Naturkrast ist »in« tresslich« Sach«, ober man sollt« «Icht Raubbau mit ihr tr«iben. 0e. V,. ?- vtt neue Präsident der öchristtvmskammer EloeniiiW Sums ZW! Reich»minist«r Dr. Goebbel» Hot al» Präsident ber R«ich«kulturkammn den bisherigen Präsidenten Han» ri» drich Biunck mlt ber Wahrnehmung berAu »lanb »- «zlthung»« b»r Schrlstwmstamm« b»austragt »nb ihn ai«ichz«itig «hr«nhalbn zum Altpräsib«nt«n b« Reich»- schristtum»kamm« »rnannt. Gleichzeitig hat b« Minist« Staats rat Hann» Iohst, b« b«m Präsidialrat ber R «ich »schrist- tum»kamm« seit ihr« Gründung angehört, al» Präsiden ten an die Spitze der Reich»schrifttum»tamm« berus«n. Han» Friedrich Blunck wird al» Altpräsident auch weiterhin dem PrS- sidialrat d« Schrlfttumskamm« angehören. Der Präsib»nt der R«tch»kulturkamm«, Dr. Go «bb«l», hat den Heu ernannt«« Prä sident«» ber Schrlfttumskamm« bereit» empfangen unb mit ihm aktuelle Fragen de» deutschen Schrifttum» besprochen; insbeson dere betont» b»r R»ich»mlnlst« die Bedeutung ber diesjährigen Buchwoch «, w«lch« «r durch «in« grundlegend» R»d» bei d« W«lmar« Erösfnungskundgebung einlest«« wirb; f«rn»r besprach «r mit Hann» Iohst organisatorisch» Frag»n b« Schrifttum»« tamm« und kuiturpolitisch« Maßnahm«« »ur Förd«rung d«» b»utsch«n Buchschasstn». « Erst kürzlich ging d«r Name Hann» Iohst» in «hrenvollem Zu sammenhang durch dl« Z«Itung«n: al» Ihm In Nürnb«g b«r Kunst-Vrel» d« NSDAP verliehen wurde. Nicht zum w«nig- sten galt bl« Au»z«ichnung s«In«m Drama „Schlag«t«r", mit b«m Iohst ber deutschen Bühne ein bisher unerreichtes politische» Wert von wirklichem künstlerischen Rang geschenkt hat. Doch sollten über diesem Stück nicht Iohst» frühere dramatisch« Dich tung«» v«g«ss«n werben, wie beispielsweise sein Luth«brama „Prophkt»n , sein historisches Schauspiel „Thoma» Pain»" und sein Grabbe-Stück „Der Einsame": auch semer Komödie „Wechs ler und Händl«" sollt« gedacht w«rd«n, und da» idealistisch« G-dankendrama „Der König" ist gleichfall» hervorzuheben. Von den lyrischen Schöpsungen Iohst» seien vorab di« Sammlung«» „Rolanbsrus" unt „Mutter" «rwähnt! 1S17 «rschi«« Iohst» erster Roman „Der Anfang": vor wenig«« Iahren «rregt« s«in« episch» Schilderung de» sterbenden Adel» unter dem Titel „So N-Hen si« hin" mancherlei Aufsehen. Auch da» Tagebuch »in« N:ise nach Spitzbergen („Toniuela") mag mlt viele« anderen hier nicht namentlich aufgeführten Büchern d»» Dicht«» vitler- orls in Erinnerung sein. Hann, Iohst hat imm« um «In« inn«r« MItdergeburt de» Menschen anungen.' Schon sein Lebensweg zeigt ba» an. b«r ihn vom ursprünglich gewählten Missionar»berus und von B»th»l weg über ba» Studium b« Mtdizln zur Philosoph!« und zur intensiven, theoretischen wie praktischen Auseinandersetzung mit dem Thea!« gesührt hat. Lang» vor ber Machtübernahm» bat Iohst «in« wahrhast national« Dichtung gesörbert, bamal» be reit» galt er al» der Dichter der nationalen Bewegung: und so konnte e» nicht sonderlich überraschen, al» « 1S3Z seinen stillen Wohnort am Starnberger See mit ber Dramaturgie be» Ber lin« Staatstheater» »«tauscht», au» b« « bann sreilich im Photo: ww« World. Sommer 1934, »nt»r aletchz»itly« Ernennung zum preußisch»» Staatsrat, wieder schied. E» se« nicht vergessen, daß er außer dem zum Vorsitzenden ber n«u»n Deullchen Akabemi« b« Dich tung d«rus«n wurb«. Al» Iohst» ISA) «ntstanbenen» Drama „D«r König" zur Ur- «isführuna^tam, b«kannt« !ich der Lichter in «Inem Vorspruch aus «In« Wels», dl» auch h»ut» noch sür Ihn gültig ist. „Ich bin Deutscher! Somit weiß ich deutlich, daß sich da» Lede« nicht mit dem Gehirn« vergewaltigen läßt",'schrieb Iohst bamal», um »ei dem gleichen Anlaß fortzufahren: „Nur die Liebe Zur Sprach« «schließt Heimat, Vaterland Besinnung unb Gesinnung. Nur bi«f« Lieb« »«mag ein« selbständig« Bedeuwng «inzunehm«n im schl!«ßllchen Dialoge mit grenzenloser Menschlichkeit. Ohn« dies« »«wüßt« Li«b« Ist alle» Menfchwm Mangel an Körper unb Kralt, benn ble Sprache Ist und bleibt bi« V«körp«ung der S»»l». Di« Se«l« will au» der Erde geschöpft sein wl« Gold und all« Wert. Mein« Erd« ober beißt Deutschland!" So sogt« Hann» Iohst in der dunkelsten Zeit d»r Nachkriegsjahr«, und s«in« Wort« bezeugen, daß « sich selbst tr»» g«bli»b»n ist. » R»ich»minist«r Dr. Goebb«l» «läßt zur „Woch« b«» D«utsch«n Buch«» 19ZS" folgenden Ausruf: „Dl« „Woch« be» Deutschen Buche» 1S35" wird d«n Blick be» gesamten Volke» erneut auf eine» seiner wichtigste« Kultur güter l»«k»n. SI» hat »» sich zur besonderen Aufgab« gemacht, b«m deutschen Arbeiter b« Faust bie Werl« zu «schlltßen, bi« au» Rass« unb Scholl« geboren, im deutschen Buch Gestalt ge worden sind. Da» gut« Buch sst au» d«m Volk« g«komm«n: «» dem Volk« zurückzugeben Ist Pflicht aller, bie am Aufbau ber Volksge meinschaft mithelfen. Darum Ist jeder d»utsch» Volksgenosse auf gerufen, zu seinem Teil dazu beizutragen, daß da» gute Buch wahrhaft äußerer und inner« Besitz de» Volke» in allen s»in»n Schichten werk»." .z>e PiM I>? de Leu' burger Autor, z. B. Ludwig Hinrichsen, mit «inem guten Stück zur Uraufführung noch Old«nburg geht, während ein Brem« ein« nicht g«rod« schwerwiegende Arbeit zur Uraufführung nach Hamburg gibt . . „D « Prow op b « Lew", Scharrelmann» neu»» Lustspiel, Ist «In harmloses Genrebild aus dem Dorsleden, ohn« starten dramatischen Atem. Da» alt« Volksli«d von d«m arm««, aber fröhliche« Jungen, der sein« Braut »in»m hart»«, «ich»« Nach, bar« abtrotzt, wurb« von Echarr«imann li«b«nswürb!g variiert. Im dritte« Akt wird die Handlung dt» Stück«» s«lbst zum Gtgtnstanb «ln« Th«at«raussührung out d«m H«imats«st. Dies« gut« Gelegenheit zu einem Regie-Experiment hat sich d« Spiel» seit« Rudols B»i»wa«g«r nicht «ntgehm lass««: «r macht« bi« Zuschauer zu Mitwirkenden, hob di» Bühn»nramp« auf und ließ di» Darsteller mitten unter dem Publikum spielen. Dabei kam «» zu all«ri«i wirkungsvollen Improvisation»», ». B. zum Uraufführung der Niederdeutsche« Böhne Di« Festvorstellung für Wilhelm Scharrelmann skl Mar kalendermäßig nicht ganz mit seinem 60. Gedurt»tag zu sammen, doch hott« si« trotzd«m ihr« Bed«utung. E» handelt sich nämlich >>m «inen Br«m«r Dicht«, dem Hamburg mit «in«m Festakt und ein« Uraussührung huldigt« — und d« osthannov«rsch« Gaukullurwart Ess»r hl«lt di» An sprache: ba» bedeutet nach allem, wa» die Niebtrdtutsch« Bühn« Hamburg sich in letzter Zeit au» der Br«m«r (und Ki«l«r) Gegend an Eisersiichteleien gefallen lassen mußt«, «In« Groß- zügigt«It. Mit R«cht mag der Schwerpunkt ber nleberbeutschen Thrat«rarb«lt in bi« „Provinz" verlegt worden sein (wa» schon in ber Zusamintnsetzung ber Leitung b«» ^Niederdeutsch»« Bühn»nbunbe»" zum Ausdruck kommt) —: da» braucht aber nicht zu ein« regelrechten Besehdung Hamburg« zu führen! Wir begrüßen boher — weil wir un» «In« B«frl«dung ber Lag« bavvn v»rspr«ch«n — d«n Austausch der Werte, der zu beobacht«» Ist. Wenn «» auch «In w«nig paradox anmut«t. daß «I« Ham wtlhelm «charrelmax» gemeinsamen Singen be» Schleswlg-Holstein-Liebes od« zu einer Extrabegrüßung de» anwesenden Dichter» Scharrelmann durch den Bauernvorsteher. Uederhaupt wirkte die Inszenierung — trotz der «mpsindllchen F«hld«s«tz»ngd«r Bau«r»tocht«r Anna — r«cht «frischend. Auf dem Höhepunkt verschmolzen Spiel, Tanz und Musik zu »in« »lektrisierenden Einheit, bi« ihrerfeit» Spieler und Publikum zu einer großen Festgemelnschast verband. Bedauerlich bleibt nur, daß dl« Niederd«utlch« Buhn« nicht «twa» mehr au? dt« Ausstattung »«wenden kann. Di« Gestaltung d«» dörflichen Festplatze» im letzten Akt kennen wir setzt schon von einem Dutzend anderen Stücken her: um dl« Erstarrung Im Schema zu vermeiden, sollt« man bildend, Künstler »ur Beratung h«anzl«henl Li.
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