Blader door transcripties » Staats- en Universiteitsbibliotheek Carl von Ossietzky, Hamburg



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Nr. 24»
Aamburger Anzeiger
«4. Oktober ISZ5
MnaerHageslpieael
Die Kleingartenlaulie ist kein Wohnhaus
Nach dem Krieg« hat die Wohnungsnot Kleingärten vielfach
In wilde Siedlungen verwandelt. Die nationalsozialistische Re
gierung ist bestrebt, die schweren Versäumnisse der Vergangenheit
durch energischen Zugriff wieder gut zu machen und da » Land
für die a u s s ch l i e h l i ch e KI e i n g a rt e n n u tz u n g
zurückzugewinnen. Der Kleingarten ist nicht zu Wohn
zwecken bestimmt, er soll die Wohnung als Freiplatz und Er
holungsstätte ergänzen. Dieser Forderung steht nicht entgegen,
dab man gelegentlich im Sommer auch in der Kleingartenlaube
'übernachtet. Dagegen wird da» Dauerwohnen in Kleingarten-
U'uben in Zutuns! energisch unterbunden; neuer Zuzug wird
nicht mehr geduldet: die Laubenkolonien werden von der Bau
polizei verschalst überwacht, und die vorhandenen Wohn
lauben werden allmählich geräumt. Soweit die
Laubenbesitzer geeignet sknb, werden sie — wenn es die städte
bauliche Lage erlaubt — in einem sesten Hause aus ihrem bis
herigen Boden angesiedelt, sonst aus anderem Gelände. In Al
tona sind bereits Versuche dieser Art unternommen worden.
Dieses Ziel kann aber nicht in kurzer Frist erreicht werden. Bis
dahin geniehen die Siedler durch Gesetz vom 26. Juni 1935 einen
besonderen Kündigungsschutz, der aber entfällt, sobald der
Laubenbesitzer insolge einer Besserung seiner wirtschaftlichen Lage
oder der Bereitstellung billiger Wohnungen In der Lage
ist. sich eine ordnungsgemähe Unterkunst zu beschossen. Dieser
Kündigungsschutz steht auch denjenigen nicht zu, die erst nach
dem 31. März 1335 eine Dauerwohnlaube bezogen haben.
Die Altonaer Baupolizei wird sich in Zukunft streng nach diesen
neuen Richtlinien verhalten und warnt heute schon ausdrücklich
davor, etwa Lauben sür Dauerwohnzwecke zu kaufen oder zu ver
lausen. p.
Zuchthausurteil im Altonaer Kommnaistenprozetz
Schüsse nach der Machtübernahme
In Altona hat der Dritte Strassenat des Berliner
Kaminergerichts in mehreren Prozessen die Vorgänge
gellärt, die am 6. März 1933 zu dem kommunistischen
Feuerübersall aus den groben Fackelzug der
SA und SS geführt haben. Nach dem' Umfang der kommu
nistischen Vorbereitungen hätte dieser Uebersall die Ausmabe
des „Blutsonntags" annehmen können. Drei Tote und
sechzehn Verletzte waren die Opfer.
Das Gericht bat gestern den dritten Prozeß in dieser An
gelegenheit abgeschlossen. Es verurteilte den Haupttäter
Karl Bruhn wegen Vorbereitung zum Hochverrat, wegen
versuchten Mordes, schweren Aufruhrs, schweren Landsriedens-
bruchs und Vergehens gegen mehrere Verordnungen des Reichs
präsidenten und gegen das Schubwassengesetz zu acht Iahren
Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Ferdinand Be-
rendsen wurde wegen derselben Straftaten zu sieben
Iahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verur
teilt. Ueber 2! weitere Angeklagte verhängte dos Gericht Zuckt»
hausstrasen von einem Jahre bis zu süns Jahren. Walter
Seltier kam mit einem Jahre Gefängnis davon. Gegen die
meisten Angeklagten wurde auf zeitlich begrenzten Verlust der
Ehrenrechte und gegen Karl Bruhn auch aus Zuiässigkeit der
Polizeiaufsicht erkannt. p.
6. Ungetreuer Krankeniasfenbeamter. Ein Angestellter einer
Alionaer Kranlenkasse, der auch mit der Kassierung von Bei
trägen beauftragt war, unterschlug i!7> Lause der letzten beiden
Jahre nach den bisherigen Feststellungen Gelder im Gesamt
betrag von 1500 Mark und vernichtete die Belege. Zusällig
kam die Kriminalpolizei bei der Untersuchung zweier Brand-
sälle aus diese Verschlungen. Der Täter wurde festgenommen
und dem Richter zugeführt.
cl. Jugendliche Einbrecherbande. Vier sugne Bürfchchen lm
Aller von 14 bis 1k Iahren, die in den späten Abendstunden
Diebstähle aussührten, wurden ermittelt. Sie suchten Schre
bergärten aus, erbrachen die Kaninchenställe und ent
wendeten die Tiere. Es konnten ihnen bisher schon süns der
artige Einbrüche nachgewiesen werden, bei denen sie sich Ins-
gewml 31 Kaninchen angeeignet hallen. Die Tiere haben die
Biirlchchen zum Teil auf dem Fischmarkt verkaust. Einige konn
ten den Eigentümern wieder zugestellt werden. Weiter haben
die Zungen hier und In Hamburg Baubuden erbrochen und
Hcmdwerszeug entwendet. Auch ein Teil dieser Beule konnte
wieder herebigeschasst werden.
Orchesterkonzert
fllr die Dienstgemeinschast der Stadtverwaltung
Arbcilskameraden sinden nicht nur im gemeinsamen Erlebnis
der täglichen Arbeit den Weg zueinander, sondern mehr noch
in der Gemeinsamkeit schöner Freizeilstunden, in denen sich unter
dem Eindruck künstlerischer Erlebnisse odeerr der Schönheit eines
Landschastsbildes die Herzen öffnen. In dieser Erkenntnis ver-
anslallele die Dienstgemeinschast der Allonaer
Sladtverwallung gestern sür die städtischen Beamten,
Angestellten, Arbeiter und ihre Angehörigen einen Konzerl
abend. Betriebszellenobmann Pg. Seth leitete die Veranstal
tung ein mit einer kurzen Ansprache über den Sinn der Ar-
beilskameradschast und den Adel der Arbeit, der über alle Stan-
desunterschiede hinweg die schassenden Volksgenossen verbindet.
Da» Landesorchester Nordmark spielle dann unler
der Leitung von Willi Hammer Beethovens Prometheus-
Ouverlüre und Werke von Schubert, Brahms, Grieg und
Strauß. Ein besonderes Erlebnis war ein Vortrag von Kon
zertmeister Jan Westerkamp, der Beelhovens Violinkonzert,
Werk 61, spielte. Mehr und mehr sestigen sich unter dem Ein
druck so schöner Veranstaltungen die persönlichen Bindungen in
der groben Arbeilssamilie der Verwaltung. Als Gäste nahmen
Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Altonaer Reichs
und Staatsbehörden an der Veranstaltung teil. p.
p. Die Dienststelle der NS-Kulturgemelnbe Im Ortsverband
Grvsi-Allona verlegt am Freitag ihre Büroräume nach d«
Heiligengeislkapelle an der Königstrabe sin den Anlagen dem
Eladllbealer gegenüber). Die Dienststelle bleibt darum am
Freilag und am Eonnabend sür den Geschäftsverkehr geschlossen.
p. Die Novemberrenten. Die M i l i t ä r r en I e n werden
beim Postamt in der Poststrabe am LS. Oktober von 7 bis >4
Uhr. die Invaliden- und Unsallrenten am 1. und
2. November von 7 bis 14 Uhr ausgezahlt. Die Postämter in
den Vororlen zahlen die Renten an den entsprechenden
Tagen während der Eckiallerdienstslunden aus.
i>. Die Allonaer Mcdizlnalstatistik verzeichnete in der Woche
vom 6. bis 12. Oktober 44 Todesfälle. Die Ursache war in vier
Fällen Tuberkulose, in drei Fällen Krankheiten der Almungs-
o7aane. Unler den angemeldeten Neuerkrankungen sind
wieder 7 Fälle von Tuberkulose, 8 Diphtericsälle. 8 Scharlach-
falle und 5 Fälle von Ruhr.
ix Der Fiemdenverkehr in Altona hielt sich noch den Fest-
slcllungen des Amles sür Wirlschasl und Statistik auch im Sep
tember auf erfreulicher Höhe: 3455 Fremde, darunter 250
Ausländer, kamen an und blieben zwei oder drei Tage in der
Siadl. Man zählte fast 9000 Uebernachtungen. Außerdem be-
nichlen 263 Iungwonderer die Iungherberge an der Allee.
>>, Die Nationalsozialistische Abendschule in Altona veran-
stalle! in diesem Winter eine sicherlich weile Kreise interessierenbe
Veibe von Lichtbildervorträgen über die „Deut
sche Landwirtschaft". Der erste Abend linde! am Freitag
um 20.30 Ubr in der Knabenmitlelschule an der Tresckowalle«
statt. Heinrich Deiters spricht hier über die Schönheit der
Sächsischen Schweiz. Der Eintritt ist frei.
zeittslliM all der Wdenlmrg-Alltt:
Mtseier der Wandsbeker Artillerie-Kaserne
Am Auslauf b«» herbstlichen Wand»beker Gehölze» zieht
die Hindendurgallee, eine der schönsten, vorbildlichsten Verkehr»-
strahen Wandsbek», wie ein breite», helle» Band in» freie
Land hinau». In Jen selb, in Hohe de» ehemaligen Erer-
zierpiatzes, von dessen, linken Feld die rolen Giebel-Häuserchen
der Etrabenbahnersiedlung herübergrüben, steigen
rechts an der Slrab« heule der Mauern der Kasernenbaulen
«dato: Neudacher
Generalleutnant Knochenhauer, dankte Oberst Buschmann
sür die bewundernswürdig schnelle und gute Arbeit. Wenn die
Artillerie in einigen Monaten ihr neue» Heim bezieh«, dann
werde auch der alte preuhische Geist mit ihr einziehen, der
Deutschland grob und stark machte.
Für die Stadt Wandsbek sprach Oberbürgermeister Dr.
Ziegler herzliche Grübe und Glückwünsche aus. Die in siei-
jziger Arbeit erbauten Kasernen sind eine Bereicherung de»
Wandsbeker Stadtbildes: sein Wunsch sei, dab die Wands
beker Kasernen nach ihrer glücklichen Vollendung dem Regiment
eine schöne Soldatenheimat sein mögen! — Kreisieiter Bürger
meister Eggers erinnerte an den Empsang der Wehrmacht,
an dem die Bevölkerung in einem beispiellosen Maße teilge
nommen habe. Mit dem Dank an alle beim Kasernenbau be
teiligten Volksgenossen grüble und beglückwünschte er die Trup
pen im Namen der Partei. Die Wehrmacht gibt heute vielen
Arbeitern Brot, und dem Führer ist es zu danken, dab
Deutschland wieder ein starkes Heer bekam! ».
für da» Wandsbek» Artillerie-Regiment 56 In» Licht. Vor
zwanzig Jahren exerzierten aus diesem Raum die Schwadronen
der Wandsbeker Lusaren, hier knatlerlen in den Iahren vor
dem Kriege die Motoren der Flugpioniere, und hier nahmen
nach dem Kriege die Kleingärlner von gröberen Landstrecken
Besitz und pslanzten in den Iahren der ärgsten Lebensmiltel-
nö!e ihre eigenen Kartosfeln, ihren eigenen Kohl. Aus diesem,
man kann schon sagen: erlebnisreichen Boden ersteht nun die
Artillerie-Kaserne da die allen Bauten in der Lindenstrabe
nicht mehr den heutigen Anforderungen entfprechen. Stolze,
starke, harmonisch gefügte Bauten sind es, über deren Dachge
rüste gestern die Fahnen des Reiches in der hellen Oktoberlonne
wehten.
Von der Wehrmacht waren der Standortälteste von Grob-
Hamburg, Oberst Win her mit seinem Adjutanten, Major
Gerstorf, der Kommandeur des Wandsbeker Arlillerie-Re-
aimenls 56, Oberst Buschmann mit seinen Ossizieren und
Oberst Roettig vom Infanterie-Regiment öS mit den Ossi
zieren des Regiments zugegen. AI» Vertreter der Bartei war
Kreisleiter Bürgermeister Eggers mit seiner Begleitung zur
Stelle. Oberbürgermeister Nr. Ziegler vertrat die Stadt
Wandsbek.
Unter den Klängen des Badenweiler Marsches marschierten
die Fahnen der beteiligten Bausirmen im Festraum aus. Lang
sam stieg der grobe Richtkranz, an langen Tauen aufgezogen,
ins Dachgerüst aus, bis seine bunten Bänder fröhlich im Winde
schwangen. Der Polier Gebers erschien im zünftigen Zy
linder aus der lustigen Dachtribüne und hielt eine feierliche
Ansprache. Pslug und Schwert aber sind Symbol des neuen
Deutschlands, und in diesem Zeichen steht auch dieses Werk,
das durch den Willen des Führer» und die Opserbereilschast
des deutschen Volkes ersteht.
Unter Voranlrill der Fahnen und im Rhythmus der slot-
ten Marschmusik der Kapelle de» Insanlerie-Regimenls öS
marschierte der mächtige Zug der Ehrengäste und der Arbeiter
nach Wandsbek hinein. An den Strabensäumen sammelten sich
die Menschen und grübten den Marfchzug, der zum festlichen
Richtschmaus in Reisners Ballsälen einkehrte. Eine Lautspre-
cheranlage übertrug die Reden.
Baurat Lange dankle der Stadt Wandsbek sür die freu
dige Förderung der Kasernenbauten, und den Handwerkern sür
ihre gute Arbeit, wie er auch seiner vorgesetzten Dienstbehörde
den Dank sür die schnellen Entscheidungen aussprach. Im Aus
trage des Kommandierenden Generals de» X. Armeekorps,
Fröhliche Gymnastik
mit „Krast durch Freude"
Wer lange jung bleiben will, mub Gymnastik treiben. Zwei
rauen » Kurse „Fröhlicher Gymnastil" sind eingerichtet war
en, und zwar Monlags, 20 Uhr, in der Mittelschule Ouarre-
strabe, und Freitags, 2l> Uhr, in der Hermann-Göring-Schule.
Für Männer und Frauen bietet sich Gelegenheit, an
einem Kursus sür allgemeine Körperschulung teilzunehmen, der
Dienstags, 20 Uhr, in der Schule Volksdorser Strohe statlsindet.
Anmeldungen nimmt die NS-Gemeinschast „Kraft durch Freude",
Bleicherstrabe 74—77, entgegen. ».
». Die Richtseier zweier Wohnungs-Neubauten in der Lesfer-
und Iosephstrabe seierte der Bau- und Sparverein sür
Wandsbek und Umgegend.
* Dichterlesestunde — Buchausstellung. Die NS-Kultur-
gemeinde, Ortsverband Wandsbek, veranstaltet im Rahmen der
Deutschen Buchwoche am Montag, 28. Oktober 1335, 20 Uhr,
Im Sitzungssaal des Stormarnhauses ln Wandsbek <Eingang
Goethestrabe) eine Heimatdichter-Lesestunde, aus welcher der be
kannte Rezitator Hans Langmaack aus plattdeutschen und
hochdeutschen Werken vorlegen wird. Bei der Qualität des Ge
botenen empsiehlt es sich, rechtzeitig Karten zu dieser Veran
staltung in der Geschäftsstelle Hamburgerstrabe 44 zu bestellen.
— Es sei hierbei hingewiesen aus die Buchausstellung im Slor-
marnhaus.
lcr. IS. Stiftungsfest des Sportklubs Bramfeld-Hellbrook.
Der Sportklub Bramseld-Hellbrook begeht am Sonnabend, dem
2. November, sein 16. Slislungssest im Lokal „Bramfelber Hos"
beim Sportlameraden Strobl.
— Trauer im St. Adols-SIisI Reinbek. Das St. Adolf-Stift
in Reinbek, das vor zwei Jahren auf ein 50jähriges Be
stehen zurückblicken konnte, hat einen schweren Verlust erlitten:
am gestrigen Mittwoch starb im Aller von 85 Jahren seine be
währte Leiterin Schwester Wiborata, die schon seit 1894,
also seit über 40 Jahren, mit grober Umsicht die Geschäfte des
Hauses sührte und es verstanden hat, das Stift zu einem
modernen Krankenhaus auszubauen. Erst vor süns Jahren wurde
ein grober Erweiterungsbau ausgeführt, der allen Ersahrungen
und Forderungen der modernen Hygiene entspricht. — Das
St. Adolf-Stift wurde 1883 zunächst als Erholungsbau» sür
ruhebedürftige Schwestern bestimmt. Konsul Adolf Schramm,
nach dem das jetzige Krankenhaus auch benannt ist, kaufte die
frühere Töchterschule in der Talstrabe und stellte sie den grauen
Schwestern in gemeinnütziger Weise zur Verfügung. An Stelle
des alten Hauses entstand 1897 ein Neubau, dem ein össentliches
Krankenhaus angegliedert wurde. Durch Erwerb des Lolals
„Harmonie" mit grobem Park war es möglich, hier im Sommer
auch erholungsbedürftige Hamburger Kinder zu betreuen.
Die Wandsbeter Kirchenkalle macht daraus aufmerksam, dab
zum 1. November die 2. Halste der Real- und Personal-
Nrchensteuer 1935 fällig ist.
Wie aus der Not eine Tugend wurde
Vier Zentner Kartosfeln hatte unser Bäuerleln auf der viel
zu kleinen Karre. Kaum in Blankenese angelangt, bricht ein
Rad und der ganze Segen kollert aus die Straße.
Dunnerlittchen. Der Landmann kratzt sich den Kopf.
Aber haste nicht gesehn stehen schon ein Dutzend Iungens da
bei herum. Schauen aus die Kartoffeln, schielen noch dem
Bauersmann.
Na, denn von meinswegen! Holt sie man auf!", sagte er.
Gott mag wissen, woher im Nu all die Kinder kamen? Und
woher sie so schnell all die Körbe halten?
Es war »in Gewimmel wie im Ameisenbausen, und es
dauerte keine süns Minuten, da waren die Kartosseln ver
schwunden. Der Landmann aber stand dabei und lächle,
dab >bm die Tränen über die runden Backen Uesen:
„Na", sagte er, „denn hew ick jo ok wat sör Mudder und
Kind don!" »>>.
k. t. Eidelstedt hat fein Kinol Am Dienstagabend um S Uhr
wurden die Eidelstedler Lichtspiele nach erfolgtem Umbau in der
„Doppel eiche" mit einer Festvorstellung erössnet.
»b. Schiileranmeldung In Schenefeld. ABT-Schützen sür
Ostern sind die Kinder, die bis zum 30. Juni 1936 das 6. Le
bensjahr vollendet haben. In Schenefeld wird ihre Anmeldung
am 29. und 30. Oktober im Lehrerzimmer von 15 bis 17 Uhr
entgegengenommen. Kinder, die erst bis zum 30. September
da» 6. Lebensjahr vollendet haben, können, wenn sie geistig
und körperlich tüchtige Kerle sind, auf Antrag auch schon zu
Ostern in die Schule kommen. Impsschein mitbringen, und mög
lichst auch da» Kroppzeug selber!
Der Blankeneser Halbzug de» Roten Kreuze» veranstaltete
gestern abend eine Alarmübung, in deren Verlauf dle Aufgabe,
die bei einer Erplofion Verschütteten und Verletzten aufzusin-
den und ihnen aus dem schnell heraerichtelen Verbandsplatz
unler Anwendung von Behelssmittein die erste Hilfe angebelhen
zu lassen, in beiipielhast schneller und zuverlässiger Weise ge
löst wurde. Die „Verletzten" — durch Männer vom Sülldorfer
Arbeitsdienst dargestellt — wurden aus Tragbaren nach dem
Kolonnenheim, dem singierten Krankenhaus, gebrach!, wo der be-
gulachtende Arzt die Verbände, Nolschienen usw. als vorschrists-
mäbig ausgesührt bewerten konnte.
Da» Ami sür Vvlkswvhlsabrt, Abteilung Schabenverhütung,
vtranstallel in Verbinduna mit der Deutschen Leben»-
rettung»gesellfchast am Montag, dem 28. Oktober,
20 30 Uhr, in der Johannesburg, Blankenese, einen Pro
pagandaabend mit Vortrag der bekannten Schwimmerin und
Retterin Johanne Beitels zum Schmalsilm „Hilfe, Hilse,
ich ertrinke."
cle. In Wedel Ware« Einbrecher an der Arbelt und ent
wendeten au» der Werkstatt de» Sattlermelsler» M. mehrere
braune Volleder-Altentaschen und hell- und dunkelbraun« Feder
taschen und «in angeschlossenes Damensahrrad mit der Marke
„Fallenburg" Nr. 103 454. Da» Rad Hot schwarze Felgen mit
blauen Zielstreifen, schwarzen Rabmen und schwarze Ballon-
brleisung. Eiwaige sachdienliche Angaben sind an die Polizei-
verwallung Wedel zu richten.
Nus^olsfein
Auch die Lolstedter sparen mehr!
Die Lokstedter Sparkaffe entwickelte sich im abgelausenen Ge
schäftsjahr 1S34 äußerst günstig. Das komm! besonder» in der
Erhöhung der Spareinlagen zum Ausdruck. 787 Spar
bücher wurden neu ausgestellt (im Vorjabre 594). Der Spar
einlagenbestand erhöhte sich mit Zinsen und Aujwertungsspar-
lonten von 1,962 Mill. RM aus 2,283 Mill. RM. (Vorjährige
Kapilaierhöhung: 31 419 Marl.) 5 Angestellte konnten neu «in-
gestellt und auch die Geschäftsräume «weiter! werben.
In Neu-Lokltedt wurde in der H o r st - W e ss e l-A l l e «
eine neue Nebenstelle errichtet. Im Geschäftsjahr 1934
wurden insgesamt 37,683 Mill. RM umgesetzt <1933: 26,183
Mill. RM). Der Mehrumsatz bellef sich demnach aus
11,5 Millionen: im Vorsahr betrug die tlmsatzsteigeriing I Mil
lion RM. Die Bilanzsumme betrug 3^326 Mill. RM (2,811
Mill. RM.) «. t.
Barmstedt baut Kläranlage und Saualisatlos
Seit dem 20. Januar 1S26 hat die Wafferpolizeibehörd«
der Elad! Barmstedt die Auslage erteilt, auf «in« V«r»
besserung d«r Abwässeranlag« b«dacht zu s«in. Di« Etadt ist
gezwungen worden, sei! dieser Zeit einen besonderen Fond» an
zusammeln, um eine» Tage» die Abwässer der Etadt durch ein»
besondere Kanaiisationsaniage in eine Kläranlage zu lenken und
aus diese Weis« da» Wasser geklärt In den Vorfluter di»
Krückau, leiten zu können. Dieser Fond» Hot im Lauf« d«r
Jahr« einen Juten Umsang angenommen, so dah setzt unter Zu-
hilsenahme eine» Kredite» von der Rentendankkreditanstalt die
Herstellung der Kanalisation und Kläranlag« in Angriff g«.
n?mmen werden kann. ei.
lip. Eine Brleftaub« au» Belgl«n skoa dem Einwohner
Schröder, Pinnederg, Elmshörner Strohe 1l5», zu. Ei» ist be-
zeichnet mit „Henry Bruneel Hout dem Hper Belg.
33—3012215." Das Tier war so matt, dah e» sich ohne wei
teres anfassen lieb. Jetzt hat die Taube sich erholt und wird
gut gepslegt.
<le. Der Schnelsener Ferkelmarkt halte am Mittwoch nur
eine geringe Zufuhr. 4—6 Wochen alte Ferkel waren nicht am
Markt. 6—8 Wochen alte kosteten 14—17 RM, 8—12 Wochen
alt- 17—21 NM. ältere 21-30 RM. Futterfchwelne 50-60
Pf. per Pfund Lebendgewicht. Preise je nach Qualität höher
und niedriger. Der Handel war sehr gut. Der Markt wurde
schnell geräumt.
a MrferzWerlal
üeryeäorf.
Hüarlek- sMerlaime
— Di« Frauengruppe Bergedors im Verein sür da» Deutsch
tum im Ausland veranstaltet am 28. Oktober, 20 Uhr, in der
Aula der Berufsschulen einen össentlichen Vortragsabend. Dr.
Gras von der Berliner Bundesieitung im VDA wird über die
Lage in der Tschechoslowakei sprechen.
— Dr. med. Burk in Bergedors wurde zum Leitenden Ober
arzt der Augenobleiiung de» Hamburger Marienkranlenhauses
ernannt.
— Winterhilfswert Lohbrügge. Die nächste Lebens-
m Ittel-Psundsammlung sindet am Eonnabend, dem
26. Oktober, statt. Notwendig wurde die Einsührung von
Warengutscheinen. Diese sind bei den Geschäftsleuten sür
50 Psg. und 1 RM erhältlich. An Sleile serliggepackter Pakete
können den NSV-Sammlern also auch diese Gutscheine gegen
Quittung ausgehändigt werden. Die Einlösung ersolgt nur durch
da» Lohbrügger WHW. OesfenIIiche Kleidersammiungen werden
diesmal in Lohbrügge nich! durchgeführt. Es wird aber dringend
gebeten, alle entbehrlichen Bekleidungs- und Wäschestücke dem
WHW zur Verfügung zu stellen.
— Herrenlose» Ruderboot. Vor dem Grundstück Allermöhe
66 (Hamburger Marsch) wurde aus der Doveelbe ein viersitzige»
Sportbool aus Eichenholz mit dem Namen „Dömitz" geborgen.
Nähere Auskunft gibt die Fundsachenverwaltung im Hamburger
Etadlhau».
— Da» Geesthachter Winterhiisswerk macht bekannt, daß In
diesem Jahre Kohlengutscheine nur durch das WHW
ausgegeben werden. In besonderen Fällen sind diese Schein»
ad»r auch lm NSV-Heim in der Krummen Strahe erhältlich.
Neues Siedlungsgelände für Wellingsbüttel
Das Wellingsbütteler Grundstück, Kartenbl. 1, Parz. 3391^189
und 3933/189 soll zu Siediungszwecken ausgeteilt werden. Da aus
dem Gelände Dauerwohnhäuser errichtet werden sollen, hat d«r
Eigentümer Erteilung der Ansiedlungsgenehmigung beantragt.
Gegen diesen Antrag kann innerhalb von 21 Tagen von den
Eigentümern, Nutzung»-, Gebrauchsberechtigten und Pächtern d»r
henachdarten Grundstücke Einspruch erhoben werden, wenn
Gesahr besteht, daß die Ansiediung der Nutzung ihrer Grund
stücke aus Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau oder d«r
Jagd und d«r Fischerei schaden könnte.
Berkehrsentlastung am Ochsenzoll
Der Verkehr von und nach Hamburg über den Ochsenzoll hat
i» den letzten Iahren einen großen Umfang angenommen, so dab
die beteiligten Gemeinden daraus bedacht sein mußten, sür eine
Entlastung Sorge zu tragen. Eine wirksame Möglichkeit bot sich
in dem Ausbau des Schiageterwege». Der alte Steig
wird als seste Fahrstraße mit getrenntem Radsahr- und
Fubweg ausgebaut. Die Arbeiten chreiten schnell vorwärts. Die
neue Brücke über den Tarpenbeck ist schon sertig. Der
Platz vor der Stauwehr Ist so gehalten, dab dle Löschzüae zur
Wasserentnahme bequem anfahren können. Die neu« Ltrab«
wirb «inen groben Teil de» leichten Verkehrs nach Garstedt,
Hark»heid«,Friedrich»gabe und darüber hinau» aus
nehmen und sür Radsahrer und Fußgänger «ine erheblich« G«-
fahrenverminderung bedeuten.
Eine weitere Entlastung be» Ochsenzoll wird der vollständig»
Ausbau der Tangstedter Landstrahe bringen, der
von Hamburg aus bis an die Landesgrenze in Angriff genom
men ist. Die Abtragung de» Holitzberge» macht gute
Fortschritte. Hoffentlich folgt die Gemeinde Glashütte bald
nach und beginnt ihrerfeits mit dem Ausbau der Schluhstrecke
bis zur Einmündung in die Segederger Chaussee. Damit würd»
»ine gute abgekürzte Verbindung für Glashütte, Sege-
berg und weiter hinau» geschaffen, di« auch den Verkehr am
Ochsenzoll fühlbar entlastet. t.
äl. Begradigung der Oberalster. Der Bürgermeister von
Lemsahl-Mellingstedt sordert die Alstcranlieger auf, den Be
amten, Angestellten und Arbeitern der seit einiger Zeit Im Gange
befindlichen Begradigung der oberen Aisler beim Betreten ihrer
Wiesen und Grundstücke keine Schwierigkeiten in den Weg zu
legen.
<11. Klnderbelhllsen In Poppenbiiltel. Anträge aus Gewäh-
rung von Kinderheihiise sür Familien mit vier und mehr zum
elterlichen Haushalt gehörigen Kindern unter 16 Jahren können
im Gemeindebüro Poppenbüttel gestellt werden. Bedingung Ist
daß die Eltern Reichsbürger sind, ihrer und der Kinder Leumund
einwandfrei ist und weder Eltern noch Kinder an vererbllchen
geistigen ober körperlichen Gebrechen lelden. Der Unterhalt»-
pslichtige mub -überstände sein, die Mittel, die zu angemessener
Führung des Haushalt» nötig sind, aus Eigenem zu beschassen.
v Ein» »rsreullche Statistik. Di« Tausregister der Kirchen-
gemeinde Tangstedt weisen in diesem Jahr eine erheblich
gröbere Zahl von getauften Kindern auf. E» wurden bisher 78
gegen 45 Kinder im Vorjahre getauft. Für ein Kind der Familie
Steffen in Wasfermühie übernahm der Führer und Reichskanzler
die Ehrenpatenschaft.
61. Bergstedter Markt. Am Sonntag Ist Bergstedt»»
Markt. Schon sind die ersten Wagen aus dem Marktplatz aufge-
fahren. Die Jugend Ist au» Rand und Band, und überlegt und
berät, wa» sie sich kaufen soll.
^ Auch ln Sasel wird künftig gelurnt. Der Sporlvereln Lasel
wird Anfang November eine Turn-Abteilung eröffnen, in
der Geräte-Turnen, Gymnastik, Handball, Schwimmen usw. eine
gute Pslegestätte sinden sollen. Eporlabzelchen-Prüsungen und
Prüsungen lm Rettungsschwimmen (Im Sommer) werd«n eben-
salls in Sasel durchgeführt werben. Wenn auch Sasel noch nicht
in der Lag« ist, seinen turn- und sportsreudigen Einwohnern
eine neuzeitliche Turnhalle bieten zu können, so Ist doch zu «r»
warten, wie die vielen Anmeldungen von Männern und Frauen
schon setzt beweisen, dab ganz Sasel, sung und alt Männer und
Frauen sich ab November in srisch-sröhlicher Weise im Linden-
hos (Ecke Lübecker Thaussee/Echulweg) tummeln wirb. Saseler
Männer und Frauen! Begreift und erfüllt da» Wort unsere,
Führers: Im Dritten Reich gilt nicht nur da. Wissen, sondern
auch die Kraft.
äl. Kohlen- und Flelschau,gabe l» Sasel. Dl« «rsle Au»-
gäbe von Kohlengutscheinen Serie ^ und Fleisch sindet am
Sonnabend, dem 26. Oktober, statt. Die Volkigenvssen mit b«m
Ansangsbuchstoben A—G werden von 15—16, H—P von 16—17
und R—Z von 17—18 Uhr abgefertigt. Meldeschein, Stempel
karte ober Rentenbescheld sind mitzubringen.
>orsmuflkanlen" au» Hark»h«Id«. Nach stiller »In
sel! der Gründung tri!! diese Orchestervereinigung
»p. „DI« Dorfi
jähriger Ardei! l
mit einem Konzert erstmalig in der Oessenllichkeit aus. Di«
Aufführenden stellen sich uneigennützig In den Dienst der Kultur-
pslege. Solche Konzerte sollen In den Wintermonaten wiederholt
werden. Der erste Konzertabind wird am tv. St»-
v«mb«r In den LIndenhofgastslätten »eranstaltet.
»p. DI« NS-Frauenschast Harkshelde gründet am kommen
den Freitag eine Zelle „Harl»helbe-N»rd", da die
Gemeinde so ausgedehnt liegt und deshalb dle umsangreichen
Winlerhils»arbelten sonst nicht pünktlich erledigt werben können.
^ luden«
S0u.ö0pf»
> Llostopf'
O U 1.20

Bronvermelding

Staats- en Universiteitsbibliotheek Carl von Ossietzky, Hamburg, Hamburger Anzeiger (PPN hamburger-anzeiger), donderdag 24 oktober 1935, pagina 4




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