T ' Nr. 500. Donnerstag, den 1. Oktober 1908. Hambnrgifcher Correspondent. I. Morgen-AnSgabe. Letzte Celegramme. Nachdruck. telearavbNLk öfter tcleobontfdx verdrettuna nicht aevattet« /^eue I^Zmpfe tm böhmischen l-andtage. Prag, den 30. September. Anläßlich der heutigen La n d- tagssitzung wies die Galerie einen starken Besuch auf. Vor dem Landtagsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Zu Beginn der Sitzung brachte Dr. Per gelt namens her Deutschen einen P r o t e st ein. Er bczeichnete die Abcndsitzung vom ftteitofc für unrechtmäßig und daher als null und nichtig. In folge dessen sei auch die Ankündigung des Oberstlandmarschalls, die nächste Sitzung solle heute stattsinden, als ungültig anzuschen. Die Deutschen konstatierten deshalb, daß sie alles, was in der heutigen Obstruktion der Deutschen als leichtsinnig und grundlos, denn die Frage der Anstellung eines deutschen Aktuars sei ganz dem Gesetze gemäß mit der Zustimmung der deutschen Beisitzer des Landesaus- schusses gelöst worden. Hierauf folgte die Ber esung des Einlaufes. Darnach wurde die Erklärung des verfassungstreuen konservativen Großgrundbesitzes verlesen, in der u. a. die ,n der letzten Sitzung erfolgte Absingung der „Wacht am Rhein" bedauert und gemißbilligt wird. Der Oberstlandmar- s ch a l l-S t e l l v e r t r e t e r verwahrte sich dem Abg. Swehla gegenüber, betreffs des Vorwurfes der Verletzung der Unparteilichkeit. Abg. Schreiner besprach in einer längeren Rede, wobei es wiederholt zu lärmenden Kontroversen zwischen Deutschen und Tschechen kam, das Vorgehen der Tschechen und betonte, es handle sich bei den Beschwerden der Deutschen nicht um die Aktuarfrage, sondern darum, daß diese nur ein Symptom für die Zurücksetzung der Deutschen auf allen Gebieten sei. Die „Wacht am Rhein" sei kein hochverräterisches Lied, sondern nur ein Loblied auf das Deutsche Reich im Kampfe gegen Frankreich, ein symbolischer Kraftgesang der Deutschen gegen ihren Erbfeind. (Stürmischer Widerspruch bei den Tschechen, lebhafte Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen.) Nach einer Polemik Skardas, der be- tonte, daß die Tschechen patriotisch wären und ihre Wünsche immer nur im Nahmen des Staatsgedankcns geltend machten, wurden abermals Anträge verlesen. Abg. M a l y verlangte zu einem Antrag namentliche Abstimmung, was der Oberstmarschall als unbe- r^^ttägt zurückwies. (Nene stürmische Auftritte auf den Bänken der Deutschen. Es wird gepfiffen, Trompete geblasen, geschrieen, gezischt.) Abg. Pergelt erhob Einspruch gegen die Nichtzulassung des Antrages Maly. (Großer Tumult.) Unter allgemeiner Erregung schloß der Oberstlandmarschall die Sitzung und beraumte die nächste Sitzung auf Freitag an. Bulgarien unct clie Orfcef. Konstant!nopel, den 30. September. Jkdam zufolge beschloß der Ministerrat, daß den 400 bulgarischen Offizieren und Notabeln, die Adrianopel besuchen werden, ein herzlicher Empfang bereitet werde. Dieselbe Zeitung meldet, daß der bulgarische Agent Geschow demnächst hierher zurückkehren wird. Zu der Angelegenheit Gei'chow wird noch berichtet, daß der Ober- zeremonienmeiswst Galib Bey demissionierte, weil in der Note der Pforte gesagt wurde, er sei schuld, daßGeschow an der letzten Kollektivaudienz teilnahm. König peter und der Kontgsmord. P. München, den 30. September. (Privattelegramm.) Der serbische Schriftsteller. Iwan. Turtkowitsch veröffentlicht in der Oesterreichsschen R-Mvschoc'" /nteressante Enthüllungen über di e-Dh'n a st i e Kara Gebrgewitsch. aus denen die Münchener Neuesten Nachrichten einen Auszug bringen. Der Verfasser wiederholt zunächst, daß Belgrad der Mittelpunkt einer Agitation zur Revolutionierung Bosniens und der Herzegowina sei. Im Jahre 1903 sei bereitsPlan zur Beseitigung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien sowie des Fürsten Nikolaus von Montenegro gefaßt worden. König Peter habe von dem Plan der Ermordung Alexanders und der Königin Draga gewußt. Ter ich den König Alexander und die Königin Draga ermorden und Peter Kara Georgewitsch aus den serbischen Thron bringen will." Der frühere Minister Gentschitsch sei wiederholt zum Prinzen Peter nach Genf gereist, um ihm das Versprechen abzunehmen, daß er die Verschwörer nicht zur Verantwortung ziehen werde, ermelr dieses Versprechen. Da sich die Verschwörer hier mit nicht begnügt hätten, habe Gentsichtsch abermals noch Genf reisen und den Prinzen Peter zu folgenden. Schwur veranlassen müssen: ,Jch, Prinz Peter Kara Gcoraewitsch. schwöre bei meiner Ehre. ,aß solange ich und meine Nachkommen auf dem serbischen Thron ind die Verschwörer und ihre Nachkommen nicht gerichtlich ver- olgt werden, und daß ich ihnen die höchsten stellen im Lande ichern will." Dies Schriftstück sei der eklatanteste Beweis für die Mitschuld des Königs Peter an der Blutnacht des 11. Jun» 1903, ebenso dafür, daß sich der König vollständig in den Händen der Verschwörer befinde. öcbacbwetthampf Laofcer-CarraTcb. g. München, den 30. Septeinber. (PrivattelearammJ Die 16. Portie (spanisch) wurde von Dr. L a 8 k c r gewonnen in 28 Zügen nach vierstündiger Dauer. Der Wettkampf ist beendet, Dr. Lasker ist Weltmeister ge bl i« be n, nachdem er acht Partien gewonnen hat. Dr. Tarrasch hat dreimal gesiegt; 5 Partien wurden remis. Professor Koch Uber die CuberhuloTe. Washington, den 80. September. Professor Kock, sprach heute auf dem Internationalen Tuberkulose- kongreß über di« Bestehungen der menschlicl-en zu der Ntnder-Tubcrkulose. Er sagte u. a., er betrachte die Methoden dcS Nerv Korker GesundhcitSrates zur Bekämpfung der Tuberkulose als mustergültig, und sprach die Hoffnung aus, daß die New Korker Methoden bald in Deutschland zur Anwendung gelangen möchten, insbesondere die strengen Bestimmun, gen bctr. zwangsrvets« Anmeldung und Entfernung tuberkulöser Patienten. In der Nachmittagssitzung wiederholte Professor Koch »eine auf dem Londoner Kongreß geäußerte Ansicht, daß die Rinder-Tuberkulose auf den Menschen übertragbar sei. Die Untersuchungen hätten bis zur Gegenwart diese Ansicht bekräftigt. l^uftscbiffadrt. „. Paris, den 30. September. (Privattclegramm.) Ter Bau der Wrightschen Flug Maschinen ist in Frankreich bereits ausgenommen worden, und zwar hat das Weiller- Syndikat eine Fabrik mit der Herstellung der Flugmaschinen, und zwar einstweilen 50 Stück beauftragt. Weiller läßt erklären, daß er seine Interessen den Interessen Frankreichs un- terordnen werde. Er denke jetzt an die Rolle, die di« Aärv- plane im Kriege spielen könnten, zu Lande und auch zu Wasser. Statt eines einzigen Panzerschiffes könnten 50 Aero. plane gebaut werden, keine Flotte der Erde würde diesen Sprengstoff-Schleudermaschinen widerstehen können. Chülons * sur * Marne, den 30. September. Der Luftschisser Farman mußte bei einem heute nachmittag unternommenen Fluge wegen eines Defekts an seinem Ae-roplan landen, nachdem e: 36 Kilometer in 37 Minuten zurttckgelegt hatte. 8>. Mailand, den 80. September. (Privattclegramm.) Die erste Probefahrt des gefesselten Militär-Luftschiffes über den See Bracciano erzielte einen günstigen Erfolg. Marokko. Tanger, den 30. September. Zur Wahrnehmung der spanischen Konsulargeschäfte in Fez veisie ein Berufsbeamter der hiesigen spanischen Gesandtschaft über Larrasch dorthin ab. Paris, den 30. September. Ministerpräsident Clemencearr wird dem Präsidenten Fälliges morgen ein Dekret zur Unterschrift vorlegen, durch das d ' A ma de zum Divisionsgeneral und Admiral Berryer zum Kommandanten der französischen Seemacht in Marokko ernannt wird. Cbolera-J^acbricbten. St. Petersbrrrg, den 30. September. In den letzten 24 Stunden bis heute mittag sind 223 neue Erkrankungen und 93 Todesfälle an der Cholera verzeichnet worden. Die Zahl der Kranken beträgt 1836. Sofia, den 30. September. Einer Mättermeldung zufolge wurden in R u st s ch u k zwei Cholerasälle fcstgestellt, vcn >»enen einer tödlich verlief. Beide Fälle sollen durch eiu russisches Dona, schiff eingeschleppt worden sein. ■ sp Gmben. den 30. September. (Privattelegramm.) Die königliche Meliorationsversuchsanstalt zu Voßbarg übertrug den Hanseatischen Sienvens-Dchuckert-Werken in Ha.nbuvg die Alleinkonzefsion zur Ercichtunß und zum Betrieb einer großen elektrischen Zentrale mit Toriseuerung im Auricher Wiesenmoor > jt f r i < zwecks Versorgung aller Städte O Islands mit elektrischem Licht »nd elektrischer Kraft auf 75 .Jahre. Eydtknhnc«, den 30. September. DaS deutsch-oftafia- tische Ablösung»-Kommando in Stärke von 7 Offi- zieren und 5« Mann kam heute nachmittag 8M» Uhr hier an. Major Thünnnel vom Krtegkmlntsterium empfing das Kommando. Er hieß die Trnprun in einer Ansprache auf deutschem Boden willkommen, hob die russische öwstfreundsclnift hervor und brachte ein dreifaches Hurra auf den Deutschen Kaiser ans. Die Truppen werden von hier »»ach dem Truppenübungsplatz AryS befövdert» wo die Entlassung der Mannschaften erfolgt. Mainz, der, 30 September. Der Kongreß der Association literaire et artistique internationale beschloß in den heute beendeten Verhandlungen, beim ReichS- jnstizamt zu beantragen, daß die Schutzfrist für Werke der Literatur und Kunst auf fünfzig Jahre verlängert werde. München, den 80. September, lieber die feierliche Aufstellung der BiSmarck-Büste des Bildhauers Professor Erwin Kurz in ber Walhalla wurde vom Prinzregentcn Bestimmung getroffen, daß die EnthüllungSfeter am 18. Oktober, dem Gedenktage der Völkerschlacht bet Leipzig, in einfacher aber würdiger Weise stattsinden wird, wie dies den Traditionen bei der Aufstellung von Büsten in der Walhalla entspricht. Mit der Vertretung deS Prinzregenten bet der Feier ist der Borfitzende deS Ministerrats, Staatsmtnister Frhr. v. Podewilö beauftragt, außerdem wirb auch Kultusminister Dr. v. Mehner zugegen sein. Die Teilnahme des Reichskanzlers Fürsten Bülow an der Feier steht in Aussicht. München, den 80. September. Der König von Spanien kehrte heute nachmittag mit^ Sond^ug von^ Landau hierher zurück chfet nach Budapest ab. und begab sich nach kurzem Aufenthalt nach Tegernsee zur Herzogin- Witwe von Sachsen-Koburg-Gotha. Abends reiste das Königspaar ns. Wien, den 30. September. (Privattelegramm.) In hiesigen bestunterrichteten Kreisen erhält sich andauernd das Gerücht, di« Annexion Bosniens und der H e r z-eg o w t n a »verde in allernächster Zeit proklamiert werden, entweder iu der Thronrede bei der Eröffnung der Delegationen aur 8. Ok- tober, oder noch früher. Bei den Zusammenkünften der Minister ln den letzten Monaten sei in dieser Beziehung volle. Ucbereinstimmung erzielt worden, nur England, verhalte sich noch abioartcnd. London, den 30. September. Die Staatseinnahmen im letzten Quartal weisen eine Abnahme um 2 081 293 £ gegen den gleichen Zeitraum oes Vorjahres auf. m. Rom» den 30. September. (Privattelegramm.) Ter Messoggero bringt ein auch von anderen Zeitungen gegebene 9dach> t a r i a t vorbereite. Das heilige Kollegium sei mit der Geschäftsführung Merry des Vals, der dem heiligeu Stuhl Mißerfolg auf . c^erfos" bereite, höchst unzufrieden und lege nahe, wiederum Nampclla mit der Leitung des Staatssekretariats zu betrauen. Von der Rückkehr Rampollas erhoffe man eine würdige Versöhnung mit Frankreich, größere Herzlichkeit mit Oesterreich, geringere Härte gegen den umsichgreisenden Modernismus und endlich eiu energisches Auftreten gegenüber Italien. Die Nachricht ist natürlich mit groß-r Vorsicht auszunehmen. Floreuz. den 30. September. Der Kongreß des Instituts für internationales Recht nahm eine Resolution an betr. di« internationale Lage von Zivil- oder Militärpersonen, die zur Dienstleistung bei einer von zwei kriegführenden Nationen verpflichtet sind, ohne ihrer Nationalität nach einer von beiden anzugehören. Di« Resolution besagt, daß auf solche Personen dasselbe Kriegsrecht Anwendung finden soll» wie auf die Angehörigen des Staates, tu dessen Diensten sie stehen. cd. St. Petersburg, den 30. September. (Privattelegramm.) Der Zustand >der Kaiserin von Rußland erregt in Hofkreisen große Besorgnis. Die Aerzl« dringen auf einen Aufenthalt in Süditalien. Die Kaiserin will die Reise ohne Begleitung des Zaren und der Familie nicht antrcten. Jedenfalls werden die kaiserlichen Jachten bereit gehalten. m. Konstantiuopel, den 30. September. (Privattelegramm.) Ter frühere Generaldirektor der ägyptischen Posten» Saba Pascha, hat einen Ruf zur Reorganisation der türki- s ch e n Posten erhalten. (Frankfurter Zeitung.) vkl. Konstautinopel. den 30. September. (Privattelegramm.) 1500 Griechen kamen gestern abend auf dre» Spezialdampfern ia d:n Dardanellen an, wo sie feierlich empfangen wurden. Heute findet ein großer Umzuy über die Brücke nach Stambul, ein Empfang beim Großwesir und dann beim griechischen Gesandten statt. Das Wetter ist leider schlecht. Es herrscht Sturm und Regelt. — Nach Meldungen aus Van und Diarbekir ist die dortige Lage äußerst bedrohlich. Man erwartet große Massakres zwischen Ar- Kleines Feuilleton. Zus der Kindbeit einer königlichen Libllothek. Mau schre'-t uns aus Berlin: ck. In wenigen Wochen wird die Königliche Bibliochck sich an- schicken, ihre schon langst zu eng gewordenen Räume zu verlassen, und ein den Bedürfnissen der Gegenwart und einer hofsentl'ch nicht zu knapp bemessenen Zukunft entsprechendes Gebäude beziehen. Zwei und ein halbes Jahrhundert ist es jetzt gerade her, daß für den ersten Bibliothekar der neu zu begründenden Bibliothek, Johann Raue, die Bestallungsurkunde uusgesertigt wurde. Im nächsten Jahre, am 20. April 1659, sandte der Große Kurfürst aus seinem Hauptquartier zu Wiborg auf Jütland an die Geheimen Räte in Berlin de» Befehl, Raue in Eid und Pflicht zu nehmen, ihm die vorhandene Bibliothek Band für Band nach dem Inventar zu übergeben und ihm dann die Schlüssel der Bibliothek aushändigen zu lassen. „Die Gründungsurkunde unserer Anstalt" nennt der Bibliothekar an der Könialichen Bibliothek Prof. Dr. Adalberr Hortzschansky diesen Befehl in seinem soeben bei Behrend & Eo. in Berlin erschienenen Büchlein „Die Königliche Bibliothek in Berlin, ihre Geschichte und ihre Organisation. Diese neue Bibliothek zu Cölln an ber Spree, im Obergeschoß des Apothcken- flügels des Schlosses, eröffnete dann Raue im Jahre 1661, und zwar als einziger Beamter. 1662 wurde Johann Vorstius, der Rektor des Joachimsthalschen Gymnasiums, zum 2., 1663 Christian v. Heim- bach zum 3. Bibllvthekor ernannt. Dagegen mangelte es bis z^r Zeit Friedrichs des Großen vollkommen an Unterpersonal. Ueber den Bestand der Bibliothek sind wir ziemlich ungenügend unterrichtet. Natürlich enthielt sie den ganzen Besitz des Kurfürstlichen Hauses und den unter Friedrich Wilhelm erworbenen Zuwachs. Die Hilfsmittel zur Feststellung sind die Kataloge Raues und seines Nachfolger». Christoph Hendreich, und die Bilder, Wappen oder In- " der gepreßten Etnbä'lde. ' I: chrssten Darnach sind auS dem Urbe- stände der Bi^othek u. a. ju nennen: die 16Ö6 von Luther« Enkeln an Markgraf Joachim Fr.edrich von Brandenburg, den Adm-ni- stratvr von Magdeburg, für 1200 Taler verkauften Bibeln und eigenhändigen Handschriften LutherS, auch ein Exemplar der 1494 zu Brescia gedruckten hebräischen Bibel, die Handschriften des Trojanischen Krieges und von Flos und Blancflos, zwei unserer besten deutschen Handschriften, da» prachtvolle Peraamentexemplar der 43ze>l,gen Gvtenbergbibel. Den al'en kleine Bestand hatte der Große Kurfürst gleich anfangs auS märkischen und westfälischen Klvsterdibliotheken vermehrt. Beständig war er auf di« Vermehrung der Bücherei bedacht. Er hat im Ganzen etwa 2000 Bande, die in seinen Privatbesitz gekommen waren, geschenkt, auch die Bibliothek der verstorbenen Kur^ürstin Luise Henriette. Bei Friedrich Wilhelms Tode hatte die Bibliothek 20 000 Bände Druckschriften und über 1600 Handschriften. Der Bibliothekar Hendreich hatte sir in die sechs Fächer Theologie, Jurisprudenz, Medizin, Philosophie, Geschichte und Mathematik eingeteilt, bei ber Auf- st'llung vier Formate unterschieden, und wieder innerhalb der Jor- mate g ist .. den Friedrich Wilhelm im letzten Jahre seines Lebens für die Bibliothek begann, war für 40 000 Bände ^berechnet, die Neuaus- u. Erinnerungen an Verdi. Ein Mitarbeiter des Avanti besuchte im Franziskanerkloster der Frati Minori zu Cingoli den Kom- liovanni Tebaldini, der auf dem Gebiet der geistlichen Tebaldini erzählte dem stellung ollte nach einer n ehr gegliederten Systematik erfolgen, die ganze B.bl'cthek einheitlich in rotes Leder gebunden werden. Für Bücherkcuf und Bindekosten überwies der Kurfürst der Bibliothek die Gebühren für Dispensat'vn vom mehrfachen Hochzei:saufgebot und für die Erlaubnis zur Eheschließung bei naher Blutsfreund- tchaft, die in Pommern bestehenden Gebühren für Ueberschreitung der vorgeschriebenen Patenzahl, und die nicht über hundert Taler betragenden Lehnsstrafen. Von 1664—1692 brachten diese Gefälle jährlich etwa 1000 A ein. Und diese Summe reichte nicht nur aus; es konnten auch noch Ueberschüsse gchainmelt und gelegentlich für größere Erwerbungen verwendet werden. 1827 war dieser Etat auf 24 000 A gestiegen, 1906 betrug er 186 400 A und „entspricht trotz seiner Höhe dem Bedarfe nocl- keineswegs durchaus". Poliklinik für Rervenmossage. Durch Verfügung des Minister» der tzleistltcheir. Unterrichts- u»»d Medizin »lang et egen- lieiten ist in Berlin in dem zur Cliarit^ gehörigen Luise»,straße 11 pt. eine Poliklinik für Nerve um assage eröffnet »norden, deren Leitung den» SpezUrlarzt für Vierventtmssage. Oberstabsarzt Dr. Cornelius von der Kaiser Wilhelms- Akademie, übertragen worden ist. Zweck dieser Etnrichtllng ist: Die Behandlnng periphernervöser Leiden (Neuralgien aller Art, znrnal Ischias, Kopfschmerzen, nervöser Magen - Da cm- beschtverden, nervöser Herzbeschiperden. nervöser Frauenleiden, von Unsallsneurosen und deren Beurteilung) mittels Nerven- orassa-e. Dt« Aiifnahmestnnden sind täglich, außer Svnntzrg und Dvir-r«rStag, ztpischen IS und 2 Uhr. Die Behandlung erfolgt für Unbemittelte kostenlos, für Kassenkranke usw zu Mt- nirnalsätzen. DaS Institut dient gleichzeitig als Lehrinstitut 'ür Aerzte tn der Cvrneliusschen Nerven»,assage. deren Be- dentung für die «ielxrndlung dieser Nervenleiden mehr und mehr anerkannt wird. inngst pon»sten Musik Hervorragendes geschaffen hat. Journallsten. wie er, der Sohn eines armen Arbeiters aus Brescia, als Mailänder Konservatoriumsschüler sich kümmerlich seinen Lebensunterhalt verdienen mußte Jeden Sonntag wandert« er, mochte es regnen stürmen oder schneien, vor Tagesanbruch zu Fuß nach einem 18 Kilometer entfernten Dörfchen, um dort beim Gottes- dienst die Orgel zu spielen. Von Mailand ging er spä Nürnberg, obtvohl er nicht ein Wort Deutsch verstand. In pater nach I entsch- land erst lernte er die geistliche Musik und seinen großen Lands- »nann Palestrina schätzen. Ein einziges Mal nur führte ihn das Theater in Versuchung Jllica schrieb ein Libretto mit dem Titel „Fantasia araba , u»ü> Tebaldini ging mit Eifer an die Komposition: zum Amchluß ist diele Oper aber nie gelangt. Als der Meister das Liceo Mnsicale in Parma leitete, unterhielt er herzliche Beziehungen zu Verdi, der ihn oft nach Busseto einlud. „Verdi." so erzählt Tebaldini, „war durchaus nicht so zugeknöpft unb grob, wie er allgemein aeschlldert wurde- Eines Tages führte ich ihm. ohne ihn vorher zu benachrichtigen, alle Schüler de» Konservatoriums z». AIS wir nur noch wenige Schritte von seinem Hause entfernt waren, schickte ich ihm eine Visitenkarte mit wenigen „erklärenden" Worten hinauf. Er war sofort bereit, die ganze Schar zu empfangen, und freute sich herzlich über diele Huldigung der Jugend. Einmal fand ich den Meister mit der „Norma".Partitur und mit einem Packen frisch beschriebenen Notenvapiers am Klavier. „Was machen Sie da, Maestro?" fragte ich ihn. „Sehen Sie, sehen Sie," erwiderte er levhastz „so hätte ich den ersten Akt instrumentiert. Bellini hätte dann sicher weit größere Wirkungen erzielt." Bon lebenden Komponisten sprach er fast nie; manchmal jedoch gelang es. ihm eine Anspielung oder ein Wort zu entreißen, das einen flüchtigen Blick in seine Gedankenwerkstatt tun ließ. Im Februar 1899 besuchte ich ihn in Genua. Ich traf ihn im Palazzo Doria. Nachdem wir über die» und jenes gesprochen hatten, kam die Rede auf Operntexte und auf Komponisten. Ich machte irgend eine Bemerkung auf Giordano» .^Fedora". Da versetzte »nir Verdi mit der Haird einen leichten Schlag auf die Schulter und sagte: „Das hätte ich selbst gemacht haben wollen!" Als dann Franmetti ertvähnt wurde, sagte er nur das eine Wort: (Ha, der!). Die Hairdbewegung und der leuchtende Blick ließen deutlich erkennen, wie doch er den Komponisten des .^Kolumbus" und der „Germania" schätzte." Ein Jndianermäöchen als Opernprimadonna. Frau Ernestine L ch u m a n n - H« t n k, die ln diesen Tagen von Vlmerifrt Abschied nimmt, um in ihrer alten Heimat eine längere lüastspteltvuriiee zu absolviere»», »vlrd. »vie aus New Dort geschrieben wird, diesmal ein« tstzr inicrcffaiUc Begleiterin mit \ r /
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Kunstmatige intelligentie
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