* -r -1 ftreito fl , 2«. April i«09. 69« Jahrgang. Nr. 188. Abend-Ausgnbe. »ruck und Verlag: «ltouaer Druck- und . - Die „Altonaer Nachrichten" erschein»» wöchentlich »wiifmal, Soniitag« mit der lluterhaltuiigsbeilage; „Altonaer Faniilienl'lalt". Preis frei in. Hau» gebracht! nierteljöhrlich >1.90 M lbei der Post czcl. Bestellgeld) monatlich 1.30 ^l. Private Anzeigen kosten die Zeile 20 behördliche, Bcreins> und an.wSrtige Anzeigen 2ö 4. K Verlagsgesellschaft mit beschränkter Hnstung in Altona. Mathau.markt ll (Holsteinische« Ha»«). Feruspr. 273. Lhesredakteur: Anton Kroth in Altona. Stellvertreter: Timm Möller in Altana. Sprechstunde: Bonn, ll— 12 Uhr. Altonaer I. bei, in der geheimen Sitzung sei die Absetzung des Sultans mit hundertfünszig Stimmen beschlossen worden. Bedenken beständen lediglich über den Zeitpunkt der Absetzung. Der Scheich uel Islam solle »in Fctwa darüber vorberei- ten. Nach Schluß der öfsentlichen Sitzung der Nationalversammlung in San Stefano hat?« sich das Publikum vom Sitzungsgebäude entfernt. Die geheime Sitzung dauert fort. Der Kcrpskommandant von Saloniki. Mahmud Schenket Pascha und der Generalstabschef Pa- tew tvohnen der Nationalversammlung bei. Die Zahl der an der Versammlung teilnehmenden Deputierten soll inzwischen auf zweihundert gestiegen sein. Di« Deputierten dürfen sich nicht entfernen. Wie noch den neuesten Meldungen verlautet, ist über den Antrag auf Absetzung des Sultans eine Entscheidung noch nicht gefallen. Parlamentarische Nachrichten. * Der Seniorenkonvent deS Reichstages tritt am Freitaa nochnals zusammen. Wenn ihr zwei Tage hint-reinaiDer ircigagoben wer, den, glaubt die Steuerkommission ihre Arbeiten bis zum Schlug der zweiten Maiwoche zu beenden. höchstens könnte dir Siivführung der Registriert rung die Organisation dsr HauSarbeiter fördern helfen. Zloei nationalbibervle Kommis« fionSmitglieder fichrten auS: di« .Hausarbeit sei, namentlichGe Verhältnisfe der sächsiifchen Textilindustrie in Betracht gezogen, «in eigentümliches volköloirtlschaftliches Gckbilide, einheitlich nicht zu normieren imä> zu kontrollieren. Sin« strikte Durchführung der altigemei- nen Schutzbestimmungen würbe allermeist daS Ende einer, eben jetzt neu auiölommenden Hausindustrie selektrische Motoren) zur sichern Folg« haben. Ein gesetzlicher Eingriff in daS freie Verfügungörecht des HauSarbeiterS über feine Arbeitszeit würide als umörülmmnene Eittschcärckimg der persönlichen Frechcit nmp- funden. Wohltat würde für viele eine Plage, ja der Ruin des gnvchnten ArbeitsbetriobeS. wollte die Hausarbeit in den Rckhmen allge, meiner gesetzlichcrBcstimmungen gespannt werden. Die Beschlutzfaffung wund« ausgesetzt. Deutsches Reich. • Berlin. 23. Äprsk. cf Sturz und Hanßmann. Von einer von dem volksparteilichen Reichstags- und Landtagsabgeordneten Storz in Trosiingrn, Oberamt Tuttlingen, abgehaltenen Bersamm, lung ivurde eine blockfrei»ndliche Resolution beschlossen, worin die Abgeordneten der Vokkspartei u. a. crusgeftudert werden, „die freundschaftlichen Beziehungen zur nationallöberalen Partei weiter zu entwickeln", Der Abg. Storz hatte in seiner vorausgohen- den Red« bemerkt, der Block fei nur scheintot und werde wicher erlmachen. Die Stellung von Storz hebt sich in bemerkenswerter Weife «6 von der seines Fraktionstkollegen Haust» m a n n. wie sich dies schon in der Mitwirkung von Storz an der Stuttgarter Verfammlsinq zur Finanzrcfokm gezeigt hatte. Haustmann hat, Ivie man sich erinnert, in seiner Reichs« tagsred- vor Litern dem Block sein Gvablisd gelungen, Swrz hält ihn blost für scheintot, Hautzmann würde offenbar daS Ende deck Blocks ernstlich gar nicht bedauern und war im Grunde nie «in besonderer freund der durch die lebten ReichstagSivahlen getschafsenen Par- teitonstellation. Storz dagegen hofft auf Äas Weiterbesteben des Blocks und will in diesem Sinne Mitarbeiten. Der Hauptuntevschisd ist freilich der. Last Hautzinann nur als „parlamentarischer Saisonarbeiter" rthetoriischc Gastrollen im Reichstag gibt, um so rasch als möglich in di« schwäbischen Gefilde zurückzueilen. Storz dagegen im Parlament mitarbeitet. Die Wähler von Troffinqen. die im Landtage durch Storz. im Reichstage durch Saustmann vertreten sind, ischeinen allerdings die Arbeit nn Parlament der gleisteckden Saiisonrhetorik vorzuziehen. — Das 'däucht uns kein schlechter Geschmack zu sein. * * Zur Finanzreform. Die konservative Fraktion des Reichstages hat. nachdem sich «ine Mehrheit gegen den Ausbau der Erbanfallsteuer auSgesprocherv hat. boschlossen. durch ihre Mitglieder in der Finantkommissio,, eimn Antrag eintbringen zu lassen, der an Stelle der Nachlaststeuer und des Erbrechtes des Staates öder der statt bioser voggöschlagen- de» Erbvnsallsteuer rin« Besteuerung deS Wertzuwachses bei Immobilien und Wertpapieren enthält. Führer ihren Einflust geltend machen. So dauert die Unsicherheit der Lage fort, und ob schliestlich die zur Versöhnung geneigten Elemente unter den Jungtürkcn oder die Radikalen die Oberhand gewinnen werden, ist nach wie vor ungewih. Dast unter diesen Umständen immer ivieder ganz abenteuerliche Gerüchte auslauchen, ist nichts iveniger als verwunderlich. So hciht es, dast unter den Abdul Hamid durch Tewfik-Pascha übermittelten Vorschlägen der mazedonischen Armcechefö sich auch der befinde, dast der Sultan eine mcbrmonatigc Reise unternehme. Für die Dauer seiner Ablvesenheit sollte eine aus jungtürkischen Elementen bestehende Regentschaft unter Reschadö Vorsitz die Geschäfte führen. Abdul Hamid solle geloben, als Privatmann zu reifen und tveder im Inland« noch im Auslände zu' konspierieren. Sämtliche Prinzen und Prinzessinnen vcrliesten bereits am Mitt- Ivoch i» aller Heimlichkeit den Iildiz. Prinz Durhan Eddin, der Lievlingssohn des Sultans, der an den letzten Vorgängen nicht unbeteiligt genoesen sein soll, wnrde in de» Palast einer seiner Schwestern gebracht. Er soll von da auf ein Schiff geflohen sein. Ein cinslutzreicbes Mitglied de? jungtnr- kisch-n Komitees teilt dem Pretztelegraph mit. dast seinen Informationen zufolge der Einmarsch der Truppen in Konstantinopcl, der von verschiedenen Seiten bereits als vollzogene Tatsache gemeldet wurde, tatsächlich noch nicht begonnen hat. Tic Verzögerung in der end- ailtigen Besetzung der Hauptstadt durch die jungtürkischen Truppen erklärt er mit der weisen Mäßigung. die die Komitecmitglieder bisher bewiesen haben. Sie wollen erst alle Schwierigkeiten aus dem Wege räumen und ans jeden 'Fall Blntvcrgietzcn vermeiden. Bei denKomiteetriippen befinden sich der Kommandant des dritten Korps Mahmud Scheutet Pascha, Gcncralstabschcf Petow Pascha, der frühere Kriegsminister Ali Ri.za und der srülicre Kommandant des Konstantinopeler Korps Mahmud Muktar Pascha. Zu den Truppen ,zählen auch ctiva zehntausend Freiwillige. Die Vorposten stehen aus der Linie San Ste- fano-Litro-Gutscbokivv-Purgos. Der Einmarsch der Truppen dürste auch sobald nicht erfolgen. Konstantinopeler Blättern zufolge ist auch der Freiheitsheld Niazzi bei den vor- rückcnden Truppen eingetrosfen. In der K a m m e r s i tz u n g in San Stefano, an der 75 Abgeordnete teil* nahmen, führte Achmed Riza das Präsidium. In einer Rede, die stürmischen Beifall fand, sagte er, di« Armee habe schlechtes getan, die Armee habe e. aber wieder gut gemacht. I« einer geheimen Sitzung, die in San Stefano stattiand und an der 10 Senatoren und 120 Deputierte teilnahmcn, stand der Antrag auf Absetzung des Sultans zur Beratung, trogcgen Muktar Pascha sprach. Im lveitern Verlaufe der Sitzung beschloß das Parlament, tas sich als N a 1 i o n a l v « r s a m m l » n g konstituierte, eine Proklamation zu erlassen, tvorin erklärt tvird. dast das Vorgehen der Be- lagerungsarmee den Wünschen der Nation entspricht. Jedermann sei dieser Armee gegrn- icker zum Gehorsam verpflichtet. Widerstand gegen sie tvrrdt zu Recht bestraft werden. Die Nationalversammlung erklärte sich in Permanenz. Sodann legte der Ivährend der Unruhe» gewählte Präsident Mustapha seine Würde zugunsten des früheren Präsidenten Ahmed Riza nieder. Die „Köln. Ztg." mel- Rcihc dazu veranlassen, die Bilder von der deutschen Invasion an die Wand zu malen. Doch wir fanden, dast im grosten und ganzen die Presse in diesem Fall nur ei» unvoilkom- meneS Echo der öffentlichen Meinung ist. Die Presse sucht, von dcnFällcn notorischer Deutsch- seindltchlcit abgesehen, eher zu dämpfen und zu beruhigen, als dast sie aufstachelt. Di« Meinung ist ungeheuer verbreitet, sie ist, man kann sagen, die BolkSmcinung, dast Deutschlands Flottenrüstung und sonstige Porbercitimgen nur den einen Zweck hätten, gründliche Abrechnung mit England zu halten, es in,? Herz zu treffen. Der SlaatSnrann ist davon überzeugt, der kühle Grostkaufniann der Eit» denlt mit Sorge daran, der Krämer unterhält seine.Kunden mit diesem Thema, nnd der Mann von der Straste ist Ivomöglich noch überzeugter als alle andere». Deutschlands Sclstffe, Deutschlands Heer, das einen fast .abcrgläu- bischc» Schrecken einslöstt, und Deutschlands „Zeppelins" beherrschen die Diskussion. Man hört von diesen Gefahren, ivohin man kommt', cs ist der unvermeidliche Gcsprächsgcgenstand. Es ist nicht Hast oder Abneigung, die dabei sich geltend machen. Diese Aeusternngcn unverhohlener Empsin- dung waren viel mehr zu bemerken während des Burenfeldzuges. Es ist die nicderdrückcnde Besorgnis, dast England, ungeachtet aller Entente», nicht im Stande sein tverdc einem solchen Gegner der Zukunft, Ivie Deutschland, auf die Dauer zu widerstehen. Man gibt offen zu. dast König Eduards System vor der (üeival! der Tatsachen wie ein Kartenhaus Zusammenstürzen werde. Und dast England in entscheidender Stunde allein sein werde — ebenso wie in den Zeiten glänzender Vereinsmnung — weil weder Frankreich noch Rustland den Fehdehandschuh ausnehmen würden gegen Deutschland und Ocslerrcich-Ungarns vereinigte Wasscnmacht. Eine geivissc Verzagtheit ist über das englische Volk gekommen, nnd wenn jetzt der Augenblick von deutscher Seile wahrgcnommcn würde, so hätte 'Deutschland e» nicht schwer, zu günstigen politischen Abmachungen mit England zu gelangen. Ein deutsch-englisches Bündnis, das sicht man ein, lväre das einfachste, das einzige Mittel, diesen unerträglichen Zuständen beständiger Beunruhigung und Ausgaben ein Ende zu machen, die selbst das reiche England je länger je mehr einpsindlich bedrücken. Aber es traut sich keiner mit dem offenen Vorschlag heraus, tveil es ja sicher sei, dast Deutschland mit einem entschlossenen Nein antworten würde. Habe doch Deutschland di« britischen Anregungen wegen der Floltenbeschräntung brüsk abgelehnt. tBciläiifig: weil diese Anregungen niir halben Erfolg versprachen und darum zwecklos waren.) So fristt das Mitz- trauen sich immer tiefer ein; seine Beseitigung wird immer schwieriger, und die Katastrophe scheint schliestlich „»vermeidlich — weil keiner das erlösend« Wort zuerst sprechen will." Der Brannt»«itt in der Fmauzko,„Mission. # In der Finanzkommission wurde am Donnerstag die Debatte über die Bemessung des Kontingents der Lufthef«. fabriken, die den Branntivein als Nebenprodukt Herstellen, weitergeführt. Dem 8 27. wonach la»>dwirtschaftliche Brennereien und Obskbrennereien, di« zum gewerblichen Betriebe übergehen, Branntivein zu dem niedrigeren Abgabensatze nicht Herstellen dürfen, wurde a»f Antrag der Abgg.' Dr. Weber und Fuhrmann (Natt.) eine Bestimmung hinzugefügt, ivonach la»,divirischastlick>e Brennereien, die zur Hcsen- erzeugnng übergehen, den Vorschriften der 88 33 und 30 unterliegen, die eine Kontingentsminderung beim Betrieb sweclsiel vorsehen. Im 8 20 tvird durch Annahme eines Anirageö Müller-Fulda (gcntr.) und Dr. von Skarzynski (Pole), für den auch Freisinnige und Sozialdemokraten stimmen, gegen den lebhafte» Widerspruch von Konservativen und Nalionallibcralc» ein- Einfügung gemacht, lvonach eine radikale Neufestsetzung der Kontingente der land,virtschaftlichcn Brennereien im Jahr« 1010/11 erfolgen soll. Die Abgg. D>. Weber und Sieg (Sinti.) wiesen vergeblich darauf hin, dast mit diesem Bcschlusic die schwerste Beiinrnhigiiug in das landivirtschaft- liche Brcnncrcigelverbe hincingctragcn würde. Es ist anzunehmen, dast dieser Beschluß in der zweiten Lesung nicht aufrecht erhalten wird. Beim 8 33 ivandle sich Dr. Weber (Statt.) l^sonders gegen einen Antrag der Konservativen, der einer Brennerei, auch tvcnn sie zur Hefeerzeugung übrrgegangen ist, ihr altes Kontingent erhalten tvill. während sie nach di in Gesetz di<> Hälfte des Kontingents verlieren soll. Das Kontingent sei seiner,zeit nach dem Maischraum fiit dickmaischige Betriebe voll, für dünnmaischige Betriebe unter Strei- ck-ung der Hälfte der errechneten Monge scst- gestcllt. Sobald eine Brennerei zur Hcfc- crzeugung übergeht, müsse sie dünnmaischcn und es würde nilbt nur eine lingcrcchtigkeit für di.- Koutingentsvcranlagung der seinerzeit veranlagten Hcfebetriebe bedeuten, sondern auch die jetzt bestehenden Hefebelriebe einfach auf den Slussterbeetat setzen. — Die Be- schlustfaisung über den Paragraphen Ivurde ans Freitag vertagt, da die konservativen SNitglie« der der Kommiffion zu einer wichtigen Frak- tionSsihung abgerusen waren. r * A Ans der Gewerbe»rdnungsk«mm iffiou. In der KoMmlission hatte die Mchöheit beschlossen. den „Kops" der Regierungsvorlage hetrefsend die gesetzliche Regelung der „H a u S. arbeit" sallen zu lassen. Schlankweg gestrichen wurde nämlich die gvunrisätzliche Bestimmung, dast nur „für Gvwertbeztveige, (die mit besonderen Gefahren für Leben und Ge- surid>lieit verbunden sind, durch die Polizei« behöllden :m Weg« der Verfügung für einzelne Wcnkstätten die Ausfichrung >devjenigen Mast- nahinen angeordnet werden >klann", die Leben und Gesundheit der Hausa rbei- t e r schützen sollen. Sozialdemokratie und Zentnnn setzten den Beschlust durch, dast statt dessen die Schutzbestimmungen von 8 120»—c der Gewerbeordnung ganz allgemein auf die Haresarbeit als solche überttagen werden müsien. Einzelanträge von sozialdemokmtischer und Zentrumsseite, letztere der Reihe ,«rch begründet hauptsächlich von den Arheiterlekre- tären. gehen im wesentlichen nunmehr dahin: die Hausarbeiter sind den anderen Arbeitern „leich zu stellen und ebenso zu schützen durch Bcstininrungen iöber Gesu:«dheit, Wohnung. Luft und Licht, Arbeitszeit und Sonntagsruhe. Die Vertreter der Regieruug iviosen mit Nackfdruck darauf hin. wie ver- hänguiSuoll der Beschluß sei. die Hausarbeit nicht ihrer Eigenart entsprechend zu behandele, wie die Regierungsvorlage es vorgeschlagen hatte. Hoffentlich werde in zlveiter Losung dinier wiedcrhergeftellt. Die Vertreter des Freisinns betonten, hast di« Hausinldustric wohl eines Schutzes bsdiirfe, dieser dürfe aber nicht zu eng untd schtver werden, sonst müstte sie unter der Last dieser Brstimmungen erliegen. Interessant und überraschend war. dast auch ein natioiral-sozialer Vertreter des Freisinns nach seinen persönlichen Erfahrungen sich durckauS rcalpolitisch. fast pessiinülisch dahin auck'hrach: er halte die vorgrschlagenen Anträge zum Söbutze der Acrtusten der Armen für wirkungslos: ein encozifches Eingreifen in die Verhältnisse der Arbeitszeit und der Woh- nungsv-rh»illnifse würbe dir Heiniarbeiter oft der — Armrnunteostütznnq anheimfallen lassen. Londoner Stimmungen. Politiker, die soeben von einem Frricnaussliig nach London zurückgckehrt sind und vielfach Gclcgenhcit hatten. dieDtimmung sowohl einfacher wie ciiiflustreichcr Personen leimen zu lernen, schilderten uns mit lebhaften Worten ihre Eindrücke, wie folgt: „Man soll nicht prophezeien und namcnt- tich nichts Ilebles Voraussagen. Aber es isi auch töricht, vor der herannahenden Gefahr die Auge,, zu verschliesten. Wix habe,, geglaubt, daß der errege Ton der Londoner Zeitungen, die immer wieder von der deutschen ttirsahr sprechen und nicht müde weichen, den Bau von Riesenschissei und lenkbaren Lustschissen zu empfehle», auf Mache beruhe. Wir nahmen an, dast Aeschästszivecke und Sensationsbedürf. >>!s das Publikum jener Zeitungen in erster Die Wirren in der Türkei. * Die Lage ist nach wie vor unentschieden. Die Minister und Hoskreise versichern andauernd. d.,st die Verständigung zwischen der Regicrung »nd der Leitung des >nazedonisck>«ii Heeres vollzogen« Tatsache sei, doch scheint eö. als ob sich die Lage ivieder zu ungunsten des Sultan.) verschoben hal>e, da die bei den Trup- vc» in San Stefano besindlichcn juugtürlischei. * den Zusammenhang mit Oesterreich gewahrt hatte und als „Oesterreichs Herz und Schild" eine der zuverlässigsten Stützen der Habsburger geworden <var, hatte Kaiser Franz ll. nach der unglücklichen Dreilaisersck.lacht i,„ Frieden z» Prehburg am 26. Stoveinber 1800 schwere» Herzens an Bayern ablrcte» müssen. Aber die biederen Tiroler fanden keine Beziehungen zu ihre», neue» Paterlarrd. de», Königreich von Stapvleons Gnaden, auch wurzelte in ihnen zu sest der Glaube, dast Oesterreich sein Land Tirol nicht dauernd der Frenidherrschirft preis, geben ivürde, und so tvaren Gttd heinrliche Fäden zum Kaiserhof in Wien gelnüpsl, und i» aller Still« bereitete sich d»rs Werk des Be» sreiungslainpseS vor. Andreas Hoser. der Sandivirt rill», Passeiertal. ein einfacher Man» nur, aber von Wert und Geltung unter seine» Landsleuten, hatte die Führerschaft übernommen und »ach stiller Verständigung den 0, April 1800 zum Losschlagcn sestge-etzt. Stock, lag der Tag in liefern Schlaf, als d.r rherue Ruf der Sturmglocken durch die Täler dröhnte und Flan»»enzeiche>» von Berg zu Berg de» Einmarsch der österreichischen Truppen verkündete». Aber ehe dies« die Landeshauptstadt erreichten, tvar Andreas Hofer mit seinen Passeiern über den Jausen gestiegen und hatte bei Sderziug am Mllr,)«n dos 11. April de» ersten Sieg über bayerii'ch« Soldaten ersochten. Tag« daraus jagte er die Bayern aus Innsbruck, und al» au» 13. April der französische General Bissvn mit einem Armee- korps he,beieilt», gelan-g es de» Tirolern, bi; französische Kolonne zu uinzingeln, und der Oieneral Stapoleon» imestte vor Bauern, denen Begeisterung und Freiheitsliebe die Kriegstak. iik ersetzten, di« Wasse,, strecken. Ilnibraust von» Siegesjubel und unter dem klingenden -Spiel de» sranzösische» Musikkorps. tvi« den Freiheilskämpieru vorausgehe» mustte. hielte» 20 000 Bauern ihren Einzug i» Innsbruck. Zwei Generale. 120 Offiziere und 6000 Man» wäre» gesange» gesetzt und die Haupt. o>v«it diese» ersteu Besreiungekainpse« getan ohne eine Schutz «ine» österreichischen len, die erst am U. «pr,l unter 'F»ld„u,rich»,ll. leutnant Khasteter in di« Landeshauptjladt «inrückten. Süapolorrn ichriumte vor Wut. al» ihn» di« Hiobotiottchast vom Gelingen dt» Tiroler Ausstande» überbracht wurde. In gröstter Eil« sammelt« «r bayerische und sranMjche Trup. peu und liest sie schon im Mai ivieder in das BerKlaud »iurückeu. Di« Festung Kusfftei» fiel di« Oesterreicher wurdest geschlagen und InnM'iuck r»>n den Franzosen ungehiudttl be setzt Ta erscholl abcrnmls der Ruf Andreas HolerS an seine Pasteier. die ihre friedliche Beschäftigung sofort im Stiäu liesten und wieder zu drin Stutzen griffen. Ain 20. Mai er- slürnrie er mit 8000 Laitdesschützen den Jsol- tzerg, trietz die Bauern zurück und errang ain 20. Mai nach niedreren lleineren Scharmüt« zel» in einem beiszen Kamps um Innsbruck am Berge Jset einen enischeidende» Sieg. Das Land war zum zweiten Male vom Feinde befreit. Sei» Name aber und die feirver beiden befähigst«» Wassengesährten, de» Schützen- hauptinanns Specklmckur und des Kapuziner- paterü Haspingrr, leuchteten hell aus dem Tag der Freiheit. Doch selbst dieser ziveite kühne und erfolgreiche Wasfeiigang brachte den Tirolern nicht den ersehnte» Anichlust a„ Oesterreich. Kaiser Franz mutzte j,„ Wassenftillftand zu Znaiur am 12. Juli, der der unglücklichen Schlacht bei Wagram folgte, von neuem aus Tirol verzichten. und wieder besetzten französische Truppen unter Marjchall Lcsetwre di« Landeshauptstadt ohne Widerstund. Da« war für Andrea« Hofer die neue Losung. lu,S Schwert zu gürte», lind tveun er auch für vogelfrei erktärt und sogar »in Preis auf seinen Kops gesetzt ,wu, er wustte. au» der Bett>orgenheit zu wirken. Und ehe noch ein Monat in» Land gegangen ivar. ries ivieder di« Sturmglocke »kii, Dorf zu Dorf, und die Bauern sammelten sich wieder um den erProbten Führer, der dock, nur einer der Ihren war und nicht» mehr und nicht« tveuiger al« «in jeder von tt'ne», und zo,i<n. Todesverachtung im Herzen und da» jichcre Auge über der Büchse, in einem ner»«n Siegeszuge hi» vor Innsbruck Am 13. April siel dort die Enttcheiduug. Um de» JseUierg. den alt«,, Schauplatz glänzender Siege über die Franzosen, dröhnt« auch diesmal die Schlacht, und als mich hartnäckigem Kamps der verivehende Pulperdanrpf den Blick frei gab, hatte Bäu ich,II Lesrbvre da» Feld geräumt. Zun, dritten Viule ivar Tirol vom Fremd- herrujoche erlöst, blieb e« aber auch diesinal nicht lange. Der Fried« zu Schoudruun am 14. Oltotxr trennt« da» Land «ndgüttig von Oeft«rre>ch und l»lt«t« zugleich da« Trauerspiel «in. mtt dein der tuhu« Ar»ih«>t»stur,» seinen Abschlust fand. ttterg«b«n» rief Hofer zu neue»» Kampf« gegen di« rinrück«»d«n Franzosen, sein Name halt, di» tmriund« Grast verlor«» Das Volk murrt« wider Oesterreich, von dem «» sich nun vollend« verlassen sah. und war de« nutzlos«» Blutvergiest«»» müde. Da mustte Hofe» zum Schuh des eigenen Lel'ens. „ach dem Stapo- leons Rache dürstete, ein Versteck aufsuchen. Er erstieg die Höhe von Krantbach im Passeier. tol und bezog dort eine Alpenhütte. Das war am 2. Dezember 1800. Alle Anerbieten, auster Landes zu flivhen, wies er bestimmt zurück, da er von seinem Tirol sich nicht trennen wollte. So kam der 27. Januar 1810, der Tag. an dem ein Verräter um feile» Judaslohn de» kühnen Frriheilahelden an di« Französin auöiieserte. Die Hütte wurde unr- stellt, er selbst gefangen genonimen und nach der Festung Mantua geschafft. E« war sein Golgaklpr. Am 10. Februar schon trat ein Kriegsgericht zusmmnen und erkaimte ihn der Anstistung zum Ausruhr schuldig. Da» Todesurteil wurde gesprochen, und der Pkorgcn de» 20. Februar grutzie den Helden zum letzte» Böalc. Ausrecht, wie er gestritten, fiel er für die Freiheit seines Vaterlandes. Aber hoch oben auf dem Jfelberg, auf dem er im dichte» Kugelregen so manch« Schlacht gelenkt, reckt sich in Erz gegosten fein« nwr« kig« Gestatt, ein Wahrzriche» deutschen Heldenmutes und deutscher LaredeStreue. Josef Kuh »ick. Folteiedraperie einzuhllllen, »st, obgleich in jetziger Zeit ziemlich lästig, schnell in Ans« -nähme gükoi»m-n. Sticht jeder Hals ist blUfüll geeignet, mit einem Vi Meter breiten Dtvhf- sirerfen unvvickelt zu werden, der. nxre noch das Lästigste isi. zumeist an der Taille angenäht und aus Höh: von drei Zentimeter zu- sammengefchoben wird. Im Vergleich mit dieser Stemrui^ waren die steifen col militrire» noch angeinchm zu nennen, wenngleich auch diese an hcisten Iulitagen al« «ang unnötige Belastung galten. Di« dieser Tage eingetroffenen Modelle weichen von den bei un» gültigen tnfoftrn ad, al» — sehr praktisch — dir Taille vorn ettva bi» zu», drillen Knopf oder Haken ausgeschnitten ist. also die Fon,, eines lateinischen V, bildet. Den Einschnitt deckt man mit echtem Spltzenlatz oder getollter Rüsche, also kein ossener Halsausschnitt, aber jsdcnfall» eine Oeffnung. die im Sommer willlmmnener fein dürft«, al» der den Hat« fest „mdchltestend« Falt«nfch„l. Letzterer al» Gurt angeevettdet. hat »och «cher ein« Art ExistenZberechtUUng. Ivenngleich selbst die dünnste Tqille sich nNht gern durch solch eine Stofstinsanunlunp verdicken löst». Für junge Mädchen sind Blusen vo«» «" p»wt gisticktein Butttst mit solch einen, sfaltengult vom selben Stofs, der vorn eine Rosette bildet, sehr beliebt; die Bluse ist e»va« mehr uU % hoch, stähl von, Hat» tust handbreit ab u,A> wird mit 12 Zentimeter breilem. voll plrsfrertm» Battisisvottrnt besetzt, wah»eitt> der dreilere ab« fallende Teil bi« in Brujtbötze di« Taille deckt. Auch derarttge Blusen von >t<rst mit fingerlangen Guipurezacken statt de» Volant» ,p,r» niert, filsd sch» modern. Die Spidentzackei» ftralhlen von, Gurt au« »ach oben, von, Hat«, autschnitt nach unten hin au« bilde» «in« sch, kieidsa»,« Garnttur; derselben enösprecheist, sind auch Rock, eventuell Tunique mit satscheu, aus- und .s^vtiri« gestellten sogenamtten Eefel- zncken besötzt Mai, will sich ziarr bet un« manentan mit der Tuniau« >wck, nicht recht besreund«». di« Koimtleule» »>ck,l. «ve»l fi» au itait '»acht, di« SchlaiAen »>cht. «««»! ft« za wenig Rueögarniiur zulastt. Jude» che noch der W>»d über die Stoppeln sogt, wiad di, st« Staatvsrag« gelast sei», denn Par,« und London haben bereit» ihr Botmn zugunsten des Doppelrockes abgogeden der im HeiBsr und Winter als Tuniqu» »«der Samt-. Peluch«- unA Moiv»e^tl«ch«rn getrau«» werde» soll. Ein« s«hr essektvotle Steuheit Hilde,, dt« Robe» au» glatt«,,, und dazu passenden» ge- blüttite» Foulard, erster«»' z»,n Rock, letzterer ^ ?ik Whcitss'alkkl m\ äfflfirrn. i^iir Erinnerung an die Tiroler FrcihcitS- täiiipse vom April, Mai und August des IahreS 1800. Wenn in diesen Apriltagen vom Iselberg die 100jährigen ErinnerungSzrichrn an die kühne Tiroler ttsiilksenhebung gegen das napoleonische Joch aufflamen, ivird auch der Geist des gttr>>siligcn Franzoienkaiscr» ivicdcr- crwacht durch Deutschlands Gaue gehcn, die twr jene,, 100 Jahre» rin Dezennium fast unter seiner drückenden Faust geknechtet lagen. Damals uxu des Korsen glänzender Stern ans schneller Bah» in de» Mittag Europas gerückt. Der mittcllose Advokatensohn, e,„ un- betichtete» Artslleriele»tna»t noch, als im Jahre 1780 die Revolution in Pari» ihr bln- lige» Haupt erhob »nd den Königsthron des glanzvolle» Bourbonengeschlcchts in Trümmer ich!»g,.stand 10 Jahre speiler an derselben Stelle, „niivalli von, Purpur de» Königsinan- >els. die Kaiserkrone über der hohen Stirn und begann au» Machtgelüst und Willlür, sür Euroi>a Gebote zu schmieden. De» kühnsten Träumen gab er Olcstalt „nd schrieb mit >mrr« bitterliche, Hand in de» Pulverdaurps der ge- rvvnnene» Schlacht das Menetekel den, Besiegten. Die Dreikaiserschlacht von Aujle»litz >var 1800 grschlagen, Preußen ein Jahr darauf frinen« Jena entgegengeführt, »»d 36 putsch« Fürsten hilte» sich aus schniäblicher Furcht um ihre Setbstäi»di,ckeil in die Gesol- üenscheast de» korsische» llsurpatorS gestellt. Aanz Europa zitterte vor dem gttvalligen mldherrn. dessen kalter Blick i» berechnender den Koutinenl zu umspannen ichie». NeneS von der Saison. tMadebrielf aus Wien) LI Die Mod« gefallt sich in fo bunten Farben, daß man geraume Zeit bruucht. ehe amu sich mit -hnen besreunbet So sistd »ungrune. hochrote, violette, eerise- »nd poirreaurot« Hüte a» der TregeSolbnungl ob sie kleiden, ist ganz Siebenfache, sie wenden getragen und gelten al» letzte Mode. Die Kleider sind ztvar ettva» weniger bunt, lmmerhia «Ter »n Hellen FarDe» gehalten, mtt abswchenden. zum Hut passenden Maie««- oder Ep,tzen St«ver» und Schärpen garniert. Sehl schick gilt «». zu dunklen Faulaüd» ober Basi- iletberu rot«, blaue aber grüne Tülldlusen mit breiten Pufsarmeln zu »ragen; sie nmchei, bon E»,«druck, al» sei di« Taille mit Tüll begogen. Die grosten Spitz«,stragen btkden den Haupt- fchmuck der glatt arrangierten Taille»; »>an Verl »endet zMnestt irisch« und Benise-Guipure. antike Valenrnnne«. seiden« Phantusiefpttze». bi« mit Perlenstickerei gegiert, selbst da» ein- sächsle Kleid elegant «rtzchetnen lassen. 'Dio Epitzen/ragen werden »nttvodrr »» roeur ge. feUigt untd unter de» mwerineedltchen ReoeUl besait,gt, oste» oben mtt Fattenschot at^eeveilzt. dessen E-chfust man settwait» mit einer strobige« Masche deck» Dies« Mode, den Hak» in eine . Lo tage,, die Dinge, als im April des »hhre, 1 Koo die erste,, Freiheitssackeln >» den **ioier Berge» aussla»unten. Kurz zivar ^ »»r immer ihr« D»nl«r. >A>«r da« Helte ^chl hatte doch Zeit gehabt, feinen Weg übe» v>« deutsche,, Laude zu siuden und da» überall k">!chlu„„»e,,» Lelbstoeitiamn zu neuem «.eben z„ «rzvecken. llud wenn auch die he>- Flamm« zu gulerletzt völlig erstickl ivurde, lue»n auch die grotzen Ersolge des kriegsuno«- nn>\ Eaueinvoff» Uber di« Ichlachlerpropte» .^Lüilchen Truppen für da» eigene Land Riii'vn '"'"u«6-vo.l blieben: d»r« geivaltig« bei L« lda- gro Jahre später »» der Bötterschlacht . , die Stapoleon« Mercht zerbrach. da, Blut der tapstre» Berg. 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Kunstmatige intelligentie
De transcriptie is automatisch door de computer gemaakt met tekstherkenning. De samenvatting wordt door de computer gemaakt op basis van een taalmodel. Beide bewerkingen zijn niet perfect, maar vaak ruim voldoende zodat het historische document begrijpelijk wordt. De resultaten van de toepassing van (Europese) kunstmatige intelligentie zijn niet gecontroleerd door een mens.
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